Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Darum liegt der Volksfestplatz noch bis Ende 2020 brach
Lokales Lübeck Darum liegt der Volksfestplatz noch bis Ende 2020 brach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 04.04.2019
Sandhügel türmen sich auf dem Volksfestplatz, doch mehr tut sich nicht. Erst Ende 2020 wird es Baurecht für ein neues Wohngebiet geben. Quelle: Lutz Roeßler
St. Gertrud

Zwei Probleme, aber eine Lösung ist bislang nicht in Sicht. Für das Baugebiet „Am Waldsaum“ auf dem Volksfestplatz wird es nach Angaben der Stadtplanung erst Ende 2020 überhaupt Baurecht geben. „Das Projekt verschiebt sich deutlich nach hinten“, sagt Karsten Schröder, Chef der Stadtplanung.

Karsten Schröder, Chef der Stadtplanung: „Das Hauptproblem ist die Entwässerung.“ Quelle: Lutz Roeßler

Planung für Volksfestplatz vertagt

Anfang Juli 2017 vertagte der Bauausschuss den Start der Planung. Grund: Die Politiker wollten, dass die Verwaltung zusammen mit dem dort beheimateten Schützenverein alternative Standorte für dessen Vereinsheim entwickelt. Das Vereinsheim muss nämlich den neuen Häusern weichen. Der aktuelle Sachstand: „Es wurde noch keine abschließende Lösung gefunden, der Bereich Liegenschaften arbeitet daran“, erklärt Stadtplaner Schröder.

Die Medebek fließt am Volksfestplatz entlang. Gutachter berechnen, wie viel Oberflächenwasser das Flüsschen aus dem Neubaugebiet aufnehmen kann. Quelle: Lutz Roeßler

Hauptproblem ist Entwässerung

Das Hauptproblem aber sei die Entwässerung des künftigen Wohngebietes, sagt Schröder. 190 Wohneinheiten sind dort geplant. Das Regenwasser der versiegelten Flächen soll von der Medebek im benachbarten Stadtwald aufgenommen werden. Das ist umstritten.

Die Medebek wird naturnah gehalten, das heißt, dass umgestürzte Bäume in dem Flüsschen liegen und die Fließgeschwindigkeit gering ist. Aus Sicht des Stadtwaldes ist das gewünscht und rechtlich sogar geboten. Bei geringer Fließgeschwindigkeit besteht aber die Gefahr, dass das Neubaugebiet bei starkem Regen unter Wasser steht.

Der Volksfestplatz

Früher wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt. 1933 wurde das Areal mit dem Bau der Hafenumgehungsbau befestigt. Ab 1942 wurden hier die Trümmer der durch Luftangriffe zerstörten Altstadthäuser gelagert. Von Anfang der 1960er Jahre bis 2015 wurde der Volksfestplatz als Veranstaltungsort genutzt. Laut Verwaltung wurde 1964 im östlichen Teil ein Schießstand errichtet. 2015 wurden auf dem Platz Container für Polizeibeamte aufgestellt, die den G-7-Gipfel in der Hansestadt beschützten. Anschließend wurde das Containerdorf für die Erstaufnahme von Flüchtlingen genutzt. Zeitweise lebten hier 1200 Menschen. Die Erstaufnahme wurde im August 2016 geschlossen, Anfang 2017 wurden die Container abgebaut.

Regenwasser in die Medebek

Derzeit seien Gutachter damit beauftragt herauszufinden, wie viel Regenwasser die Medebek aufnehmen und wohin das Wasser sonst abgeleitet werden kann. Stadtplaner Schröder erwartet Ergebnisse nach den Sommerferien. Ebenfalls nach den Sommerferien soll eine vertiefende Prüfung zu den Auswirkungen des Wohngebietes auf das angrenzende Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) vorliegen. Was bisher erarbeitet wurde, weisen die Fachbehörden als nicht ausreichend zurück.

Burkhart Eymer (CDU): „Das Baugebiet hat eine große Bedeutung für die Entwicklung von St. Gertrud.“ Quelle: CDU/HFR

Der CDU-Politiker Burkhart Eymer, Bürgerschaftsmitglied und Vorsitzender des Ortsverbandes St.Gertrud, reagiert mit großem Unverständnis auf die Verzögerungen. Die Verwaltung habe zwei Jahre Zeit gehabt, um die offenen Fragen mit dem Schützenverein zu klären.

Dirk Gerdes, Chef der KWL, hält nur die doppelte Zahl an Wohneinheiten auf dem Volksfestplatz für wirtschaftlich. Quelle: Olaf Malzahn/HFR

Dirk Gerdes, Chef der KWL, die voraussichtlich die Flächen entwickeln und vermarkten soll, hält Schützenverein und Entwässerung für lösbare Probleme. Beim Volksfestplatz gebe es ein viel grundsätzlicheres Problem, sagt Gerdes. „Unsere Erfahrung mit potenziellen Investoren zeigt, dass wir die Wohneinheiten auf dem Volksfestplatz mindestens verdoppeln müssen.“ Sonst sei die Entwicklung des Wohnquartiers nicht wirtschaftlich.

Kai Dordowsky

Die Klasse 6b der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen bereitet sich auf einen großen Auftritt auf der Bühne des Theaters Lübeck auf. Mit 100 anderen Lübecker Kindern werden die Schüler das Tanztheaterstück „Flederelfens Fantasy Flausen“ aufführen.

03.04.2019

Die Jahre haben ihre Spuren an den Stühlen im Großen Haus der Kulturstätte hinterlassen. In der Sommerpause sollen sie aufgepolstert und restauriert werden. Theaterliebhaber können ab sofort eine Stuhlpatenschaft erwerben.

03.04.2019

Mit dem Erlös von 8000 Euro unterstützt der Serviceclub auch dieses Jahr Projekte für Frauen. Um junge Frauen zu fördern, überreicht Zonta-Präsidentin Deecke zudem den Young Women in Public Affairs Award an Schülerin Solveigh Jansson.

03.04.2019