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Lübeck Von Elfen und Vampiren: 120 Jugendliche tanzen im Theater Lübeck
Lokales Lübeck Von Elfen und Vampiren: 120 Jugendliche tanzen im Theater Lübeck
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15:16 16.05.2019
Bei „Flederelfens Fantasy Flausen“ stehen 120 junge Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne des Großen Hauses. Quelle: Friederike Grabitz
Innenstadt

 In einem Museum, das früher einmal ein Theater war, hausen Fledermaus-Vampire, Geisterelfen und dazwischen Theatergeist Johann von Rasselstein. So startet das fantastische Tanztheater „Flederelfens Fantasy Flausen“, das am Mittwoch Premiere im Großen Haus feierte. Eines Tages tanzt eine Schulklasse durch das menschliche Tor aus Akrobatinnen. Der Museumsbesuch wird gruselig: in enger werdenden Kreisen schleichen und springen die Vampir-Fledermäuse um sie herum. Rasselstein stellt sie zur Rede, aber die Fledermäuse haben Durst auf Blut. Da taucht zum Glück „Fata Morgana“ mit ihrer wilden Tänzergruppe aus Teufeln (in opulenten orangefarbenen Kostümen von Viola Dalski) auf und bringt Blutorangen mit.

Jugendliche tanzen Vampir-Geschichte

In elegant verflochtenen Choreographien tanzen Kinder und Jugendliche diese Geschichte. Dazu fährt das Philharmonische Orchester mit Extra-Besetzung unter der musikalischen Leitung von Jan-Michael Krüger ein großes Kaliber auf. Es spielt Musikstücke von getragener, barocker Klassik bis zu den gruselig-schrägen Disharmonien aus Berlioz’ „Songe d’une nuit du sabbat“, die nicht unterfordern, aber temperamentvoll und punktgenau durch den Vormittag führen. Die Stücke aus verschiedenen Epochen hat Krüger zusammen mit der Dramaturgin Doris Fischer und der künstlerischen Leiterin ausgewählt. Das Bühnenbild bleibt dabei sparsam. Weil es nur drei Aufführungen gibt, soll ein großer Umbau-Aufwand vermieden werden.

Proben seit vergangenem Herbst

Insgesamt ist der Aufwand aber immens: 120 junge Tänzerinnen und Tänzer, die kleinsten im Grundschulalter, haben ihren Auftritt und kommen am Ende in einer riesigen Stern-Performance zusammen. Die Inszenierung wurde möglich durch Gelder der Michael-Haukohl-Stiftung – und durch den Esprit und die Koordinationsleistung der künstlerischen Leiterin Shiao Ing Oei. An der Musik- und Kunstschule hat sie mit 80 eigenen Tanz-Schülerinnen (und einem Schüler) seit vergangenen Herbst für das Stück geprobt. Beteiligt sind zudem Schulklassen der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen und der Schule an der Wakenitz.

Zusammenarbeit mit Johann von Rasselstein

Shiao Ing Oei hat das Stück „Flederelfens Fantasy Flausen“ auch geschrieben. Im Vampir-Motiv verarbeitet sie eigene Themen: „Ich habe Kinder in dem Alter, wo Alkohol ein Thema wird. Im Stück geht es ja auch um Rausch.“ Es ist ihre sechste Inszenierung und nicht die erste im großen Format, allerdings die erste, bei der sie mit Johann von Rasselstein (Johannes Merz) zusammenarbeitet. Der präsentiert als Theatergeist normalerweise die Kinderkonzerte des Theaters.

Premiere begeistert das Publikum

Der Theatergeist soll den Spannungsbogen halten, was offenbar gut funktioniert: „Es war überhaupt nicht langweilig“, sagt die neunjährige Nika, die mit ihrer Schulklasse eine ganze Stunde zum Theater gelaufen war. Zwei ihrer Mitschülerinnen aus der Schule an der Wakenitz haben in dem Stück mitgespielt. Smilla und Coco (beide 9) tanzen schon zum zweiten Mal in einem Theaterstück, aufgeregt waren sie trotzdem: „Ich konnte gestern ganz lange nicht einschlafen“, sagt Smilla, und Coco ergänzt: „Auf der Bühne wurde es dann besser. Es war so hell, wir haben das Publikum fast nicht gesehen“.

Sie durften sich nach der Premiere vor dem gut besetzten Haus über lang anhaltenden Applaus mit viel Jubel freuen. Offenbar konnten sie die zahlreichen Kinder im Publikum begeistern, und Kinder sind ein anspruchsvolles Publikum.

Die weiteren Aufführungen von „Flederelfens Fantasy Flausen“ finden am Sonntag, 2. Juni, um 11 Uhr sowie am Sonntag, 9. Juni, um 15.30 Uhr im Großen Haus statt.

Friederike Grabitz

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