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20:10 21.02.2017
Innenstadt

Ihr Traum war es einmal, in der Hüxstraße zu wohnen. Das hat nicht geklappt, dafür kommt Maike Bülo aber fast jede Woche zum Stöbern, Shoppen und Kaffeetrinken in die beliebte Rippenstraße. Seit vielen Jahren jobbt die junge Lübeckerin außerdem mehrmals im Monat in der Diskothek Hüx hinter dem Tresen. Zusätzlich zu ihrer eigentlichen Berufstätigkeit als Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung. Nach der Schicht ist der Weg durch die noch verschlafene Hüxstraße dann das, was sie braucht, um runterzukommen.

Am Tag hingegen – meist sonnabends – ist die Hüxstraße das, was Maike Bülo braucht, um so richtig aufzuleben. „Am schönsten finde ich, dass es hier alteingesessene und moderne Läden gleichermaßen gibt“, sagt Bülo, während sie langsam die 514 Meter lange Straße herunter schlendert. Vor der Nummer 59 bleibt sie stehen. „Seit ich meine Begeisterung für das Nähen entdeckt habe, ist ,Nadel und Faden‘ einer meiner Lieblingsläden“, sagt sie lächelnd. Seit etwa 20 Jahren ist das kleine bis unter die Decke mit Stoffrollen befüllte Geschäft in der Hüxstraße beheimatet. Seit jeher erfreut es sich laut der Inhaberin Ursula Hohoff ausreichender und treuer Kundschaft.

Tatsächlich zeichnen sich viele der über 70 Läden in der Hüxstraße durch eine überdurchschnittliche Verweildauer aus. „Ein großer Teil ist bereits 30 bis 40 Jahre vor Ort“, berichtet dazu Andreas Pahlke, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Hüxstraße. Die Buchhandlung „Arno Adler“ und „Krützfeld Fisch und Delikatessen“ sind sogar noch länger ansässig.

Den Bezug zum Handel in der Hüxstraße kann man schon durch die Ableitung von „Hüx“ auf „Höker“ (historisch Kleinsthändler) herstellen. Doch der Name „Hüxstraße“ ist laut dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Jan Lokers, vieldeutig, und unterschiedliche Interpretationen ließen sich nicht auflösen. „In der Hüxstraße, die als ,Hucstrate‘ erstmals 1259 urkundlich erwähnt wird, muss man von unterschiedlichen Gewerben im Laufe der Zeit ausgehen“, sagt Lokers. Viele Handwerker habe es gegeben, beliebt sei die Straße vor allem bei Goldschmieden gewesen. Außerdem besaßen mehrere Häuser im Mittelalter Braugerechtigkeit (Berechtigung zum Brauen von Bier).

Aus einem der ehemaligen Brauhäuser ist mittlerweile wortwörtlich ein „Kaffeehaus“ geworden: „Das ,Kaffeehaus‘ ist definitiv eines meiner Lieblingscafés“, sagt Maike Bülo. Das gemütliche Lokal befindet sich im Erdgeschoss eines backsteinernen Giebelhauses, das – wie viele Häuser der Einkaufsstraße – unter Denkmalschutz steht. „Das Haus Nummer 35 wird erstmals 1321 im Oberstadtbuch erwähnt“, erklärt Lokers. Ein Brauhaus war es von 1555 bis 1850. Heute gibt es dort Kaffeespezialitäten, Kuchen und Herzhaftes aus eigener Herstellung.

Für Maike Bülo, die die Hüxstraße gern nach Geschenken für Freunde und Familie durchstöbert, sind nicht nur die historischen Gebäude erhaltenswert, sondern auch die Vielfalt der Läden in ihnen. Gäbe es die Möglichkeit dazu, würde sie die kleinen Geschäfte und Gastronomien gleich mit zum Unesco-Weltkulturerbe erklären. „Ich bin Veränderungen gegenüber total offen“, betont Bülo. Dass aber ihr Lieblingsort durch steigende Mieten eventuell einmal an Individualität einbüßen könnte, daran möchte die „Welterbin“ gar nicht denken. „Die Hüxstraße ist einfach perfekt, so wie sie ist.“

Eine Serie, zwölf Botschafter

Einmal im Monat präsentiert ein Welterbe-Botschafter in den LN seinen Lieblingsort in der Altstadt. Hintergrund kann eine persönliche Geschichte sein – oder einfach die Faszination für ein bestimmtes Bauwerk, eine Straße oder einen Platz.

Jeder Welterbe-Botschafter wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Genau wie der Titel Unesco Weltkulturerbe. 1987 wurde mit der Altstadtinsel erstmals in Nordeuropa fast eine ganze Altstadt unter den Schutz der Unesco gestellt.

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