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Lübeck Von der Altstadtinsel hinter den Deich
Lokales Lübeck Von der Altstadtinsel hinter den Deich
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21:10 09.07.2018
Innenstadt

Es werde ganz anders sein, und das in vielerlei Hinsicht. „Das ist mir klar, aber der Schritt ist sehr gut überlegt und passt in diese Lebensphase; schließlich habe ich noch gut sechs Jahre bis zum altersbedingten Ruhestand“, sagt Annegret Wegner-Braun. Zwar ist ihre neue Predigtstätte – „dort bin ich in den regulären Dienst eingeteilt“ –, die über 800 Jahre alte St.-Willehad-Kirche im nordfriesischen Leck, auch sehr geschichtsträchtig; aber St. Marien kann dieses übersichtliche Gotteshaus nicht das Taufwasser reichen. Gleiches gilt wohl auch für den Vergleich des nordfriesischen Ortes Niebüll, wo die 59-Jährige wohnen wird, mit Lübeck.

Auch das traditionelle Adventsleuchten wird Marien-Pastorin Annegret Wegner-Braun – hier zusammen mit Petri- Pastor Bernd Schwarze – nach eigenem Bekunden vermissen. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
Noch hat Annegret Wegner-Braun Zeit, den Schreibtisch im Marienwerkhaus zu räumen. Quelle: Foto: John Garve

Doch dafür wird die Theologin von einer „einfachen“ Pastorin zur Pröpstin befördert. „Das ist eine Stelle, die mir die Chance gibt, all meine Erfahrungen zu bündeln“, fasst sie zusammen. In ihrer neuen Funktion komme eine Menge zusammen von dem, was sie in ihrem Berufsleben schon gemacht habe. „Ich konnte schon viele Jahre als Gemeindepastorin wirken, habe als Studienleiterin sechs Jahre lang mit Kollegen im Pastoralkolleg in Ratzeburg gearbeitet und danach den Nordkirchenprozess begleitet und so reichlich Verwaltungserfahrung gesammelt“, zählt sie auf.

Nichtsdestotrotz verlasse sie St. Marien natürlich nicht mit wehenden Fahnen, wie sie betont. „Der Abschied fällt mir schwer: das Miteinander in der Gemeinde, die Atmosphäre – ich weiß, dass ich auch einiges zurücklasse, aber das gehört dazu“, sagt sie. Dieser Hinweis ist ihr wichtig, schließlich gab es in der Gemeindehistorie mal das recht kurze Kapitel mit Marien-Pastorin Ina von Kortzfleisch, die nach Differenzen mit dem Kirchenvorstand und nur drei Jahren im Amt plötzlich das Handtuch warf.

Und wenn Annegret Wegner- Braun auf „ihre“ Bürger- und Marktkirche angesprochen wird, gerät sie ebenfalls ins Schwärmen. „Diese klare gotische Form mit den Ausschmückungen im Kirchenschiff ist für mich immer wieder großartig“, so die designierte Pröpstin, „so dass ich auch zukünftig, wenn es meine Zeit erlaubt, immer mal wieder hier vorbeischauen werde.“ Ein bisschen erleichtert ist sie allerdings darüber, dass ihr nicht mehr ein zerbröselnder Norderturm den Schlaf rauben wird. „Ich stand dem Bauausschuss vor. Und meine Erkenntnis, die erst langsam wachsen musste, aus dieser Zeit – man ist hier nie fertig“, so ihr nachvollziehbares Fazit.

In ihren fünfeinhalb Jahren hat die Pastorin zahlreiche neue Veranstaltungsformate angestoßen. „Besonders viel Spaß hat mir der Reformationstag 2015 gemacht“, blickt sie zurück, „unter dem Motto ,Mach dich mal frei’ haben wir das Hauptschiff unserer Kirche freigeräumt und das Mobiliar auf den Markt gebracht.“ Auch die Ausstellung „14/18“ zur Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Ersten Weltkrieges sowie das Projekt „Lübeck 1500“ sind ihr noch nachhaltig in Erinnerung geblieben.

„Da gab es rückblickend sehr vieles“, sagt sie, „generell war es mir immer ein Anliegen, St. Marien für viele Menschen zu öffnen und ein ,cross over’ von Kunst, Gesellschaft und Theologie anzubieten.

Schließlich hat diese Kirche viel zu sagen.“ Am 23. September um 15 Uhr wird sie nun mit einem Gottesdienst verabschiedet.

Eine Woche später ist dann ihr Dienstbeginn in Nordfriesland. „40 Gemeinden gehören zu meinem sehr heterogenen Nordbezirk; sie sind zum Teil klein, dann aber wiederum gibt es auch die großen Urlaubergemeinden auf den Inseln“, berichtet die gebürtige Elmshornerin. Es werde auf jeden Fall sehr spannend. „Ich gehe da nicht hin mit irgendwelchen Reformideen, sondern mit dem Wunsch, das Gute zu erhalten“, schaut sie voraus.

Von Michael Hollinde

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