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Lübeck Vor allem Altstadt-Bewohner gegen Erhalt der Linden
Lokales Lübeck Vor allem Altstadt-Bewohner gegen Erhalt der Linden
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16:45 19.12.2016
Je schwärzer, desto mehr Abstimmungsbeteiligung: Die Karte zeigt, wie viele Lübecker zum Bürgerentscheid gegangen sind. In manchen Bezirken waren es nur unter zehn Prozent. Quelle: Kilian Haller
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Der Bürgerentscheid ist gewonnen. 255 Stimmen haben den Ausschlag gegeben. 20.659 Lübecker haben mit "Ja" gestimmt – das sind 50,3 Prozent. Und 20.404 Wahlberechtigte haben "Nein" angekreuzt – das sind 49,7 Prozent. Zur Wahl waren 177.953 Lübecker aufgerufen. Aber nur 41.269 sind an die Wahlurnen gegangen – das sind gerade einmal 23,4 Prozent.

Nähere Informationen zu den Ergebnissen in den einzelnen Bezirken erhalten Sie hier.

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Gesamt
Erklärung "Quorum": Mindestens 8 Prozent aller Wahlberechtigten insgesamt müssen mit "Ja" stimmen, damit der Bürgerentscheid erfolgreich ist.

Mit "Nein" gestimmt

Die Blitz-Analyse zeigt: Je weiter weg von der Altstadt – desto größer die Sympathie für die Linden an der Untertrave in der Altstadt. Der Blick auf die Wahlergebnisse in den Stadtteilen: Die meisten Innenstadt-Bewohner haben mit "Nein" gestimmt – gut 52 Prozent. Sie wollten die Umgestaltung der Untertrave mit 60 neuen Bäumen. Der Erhalt der 48 Winterlinden ist den meisten in der Innenstadt nicht so wichtig. Petitesse am Rande: Gerade in der Innenstadt wählen bei den Kommunalwahlen viele Lübecker die Grünen. Und insbesondere die Abspaltung der Grünen – GAL – hat sich für den Erhalt der Linden eingesetzt. Ihre Klientel hat offenkundig eine andere Haltung.

In St. Jürgen (fast 54 Prozent) und St. Gertrud (knapp 51 Prozent) fallen die Ergebnisse genauso aus: Die Mehrheit ist für die Umgestaltung der Untertrave – und gegen den Erhalt der Linden. In allen drei Stadtteilen lag die Abstimmungsbeteiligung weit über dem Durchschnitt von 23,4 Prozent. So sind vor allem die Innenstadt-Bewohner zur Wahl gegangen: mit 37 Prozent ist das die höchste Wahlbeteiligung in einem Stadtteil. In St. Jürgen waren es 28 Prozent, in St. Gertrud fast 27 Prozent. Heißt: Je näher die Lübecker an den Linden wohnen, desto größer war die Motivation zur Wahl zu gehen und mit "Nein" zu stimmen.

Mit "Ja" gestimmt

Doch je weiter die Lübecker vom Zentrum entfernt wohnen, desto größter ist die Sympathie mit den Linden. So haben vor allem die Moislinger mit fast 59 Prozent mit "Ja" gestimmt – das ist die höchste Prozentzahl in einem Stadtteil. Gefolgt von Kücknitz mit knapp 58 Prozent "Ja"-Stimmen. Allerdings: In beiden Stadtteilen ist die Wahlbeteiligung äußerst niedrig. In Moisling liegt sie mit knapp 19 Prozent unter dem Durchschnitt von 23,4 Prozent. In Kücknitz gingen gerade einmal magere 15 Prozent der Abstimmungsberechtigten an die Urnen. Das ist das niedrigste Ergebnis in einem Stadtteil. Heißt: Dort sind hauptsächlich die Linden-Befürworter an die Wahlurnen gepilgert – den größten Teil der Lübecker in Moisling und Kücknitz haben die Linden an der Untertrave in der Altstadt nicht interessiert.

Von Josephine von Zastrow