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Lübeck Warnstreik im öffentlichen Dienst: „Gefühlt sind wir 1000“
Lokales Lübeck Warnstreik im öffentlichen Dienst: „Gefühlt sind wir 1000“
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16:35 25.02.2019
Jessica Braun vom Zentrum für integrative Psychiatrie (ZIP) demonstriert mit 500 anderen Teilnehmern in der Fußgängerzone für höhere Gehälter.
Jessica Braun vom Zentrum für integrative Psychiatrie (ZIP) demonstriert mit 500 anderen Teilnehmern in der Fußgängerzone für höhere Gehälter. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Neulich, nach dem ersten Warnstreik, hätten sich Patienten des Uniklinikums im Gewerkschaftshaus beschwert. „Wir seien Schuld, dass Operationen nicht durchgeführt werden konnten“, berichtete Berith Jordan von Verdi Lübeck-Ostholstein, von den Beschwerden. Dafür gab es am Montag noch mehr Gründe. Rund 500 Beschäftigte von Uniklinikum, Uni, Technischer Hochschule, Studentenwerk, Katasteramt, Landesamt für soziale Dienste und Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr traten in einen ganztägigen Warnstreik. Berith Jordan: „Gefühlt sind wir 1000.“

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kohle klaut“, schallte es eineinhalb Stunden durch die Innenstadt. Mit einer Demo und mehreren Zwischenkundgebungen legten die öffentlich Beschäftigten stellenweise den Verkehr lahm. Drei Mal umrundeten sie den Lindenteller. Berith Jordan: „Wir gehen erneut auf die Straße, weil die Arbeitgeber immer noch kein Angebot auf den Tisch gelegt haben.“

Demonstrationszug durch die Innenstadt

Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr, verlangt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, für Pflegekräfte soll es 300 Euro mehr geben. Tarifkoordinator Jochen Penke, der bei den Verhandlungen in Potsdam mit am Tisch sitzt, benutzte deftiges Vokabular: „Die Arbeitgeber sind hartleibig. Sie interessieren sich nur für Berufsgruppen, die sie suchen – alle anderen sind ihnen sch...egal.“

Gewerkschaftssekretärin Magda Tattermusch kritisierte die ungleiche Bezahlung in den Kliniken: „Die UKSH-Beschäftigten arbeiten 800 Meter Luftlinie von den Kollegen der Sana-Klinik entfernt, und Pflegekräfte bekommen 300 Euro weniger im Monat. Wenn für die Pflege bei dieser Tarifrunde nichts herauskommt, ziehen wir vor das Landeshaus.“

Am 28. Februar startet in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder. „Wir haben heute aus Schleswig-Holstein ein starkes Signal in Richtung Potsdam gesandt und hoffen, dass es am kommenden Wochenende zu einem Tarifabschluss kommt“, sagte Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin von Verdi. Im ganzen Land nahmen 1800 Beschäftigte am Warnstreik teil.

Kai Dordowsky