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Lübeck Hochwasser in Lübeck und Travemünde bleibt aus
Lokales Lübeck

Warnung in Lübeck und Travemünde: Hochwasser bleiben aus

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09:21 27.09.2020
Die Obertrave in Lübeck am Somnntag, 27. September: Das Hochwasser blieb aus.
Die Obertrave in Lübeck am Somnntag, 27. September: Das Hochwasser blieb aus. Quelle: Josephine von Zastrow
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Lübeck

Lübeck und Travemünde sind die Menschen in der Nacht zu Sonntag trotz gegenteiliger Ankündigungen von Hochwasser verschont geblieben. Die Hochwasserwarnung ist inzwischen aufgehoben. Das Wasser sei vier Zentimeter vor der kritischen Grenze von sechs Metern stehen geblieben und seitdem auch wieder rückläufig, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit.

Der Höchststand sei bereits in der frühen Nacht erreicht worden. „Das war ein enges Match, aber wir haben gewonnen“, sagte ein Beamter der Polizeileitstelle Süd am frühen Morgen.

Pegel steigen auf 90 Zentimeter über Normalnull

Gegen 22.30 Uhr stieg der Pegel der Trave im Bereich Travemünde nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung tatsächlich auf 5,84 Meter an. Das sind knapp 80 Zentimeter über Normallnull. In den nächsten Stunden sank der Wasserstand aber wieder deutlich. Am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr erreichte der Pegel einen Wert von 5,50 Meter.

Auch an den Salzspeichern blieb es trocken. Quelle: Josephine von Zastrow

Für Lübeck-Bauhof stieg der Pegel gegen 23.23 Uhr für wenige Minuten auf fast sechs Meter an – 90 Zentimeter über Normalnull. Am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr stand das Wasser auf 5,54 Metern. Beim Hochwasser vor anderthalb Wochen stiegen die Pegel teils auf bis zu 1,30 Meter Normalnull.

Über die Warn-App Nina sind die Bewohner im Bereich der Innenstadt und Travemünde informiert worden. Quelle: Screenshot

Am Samstag waren die Bewohner im Bereich der Lübecker Innenstadt und Travemünde über die Warn-App Nina informiert worden, dass im Laufe der Nacht an der Ostseeküste und im Bereich der Trave mit Hochwasser zu rechnen sei.

Die App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gab die Empfehlung, das betroffene Gebiet weitläufig zu umfahren, Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile zu bringen und Strom und Heizungen in gefährdeten Räumen abzuschalten. Laut Prognosen wurde mit einem Wasserstand von rund einem Meter über dem mittleren Wasserstand gerechnet.

Wieder Hochwasser in Lübeck

Zuletzt gab es in Lübeck vor rund anderthalb Wochen Hochwasser. Viele Lübecker wurden dabei wegen der ansteigenden Wasserpegel in Travemünde und der Innenstadt ziemlich überrascht. Schließlich war es am Tag davor nicht besonders stürmisch. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte allerdings schon am Vortag auf seinen Internetseiten vor einem drohenden Hochwasser in Lübeck gewarnt, denn: „Es gab einen Sturm“, sagt Eefke van der Lee, Ozeanografin beim Wasserstandsdienst beim Rostocker BSH. „Aber wir haben davon nichts mitbekommen, weil er weiter im Norden war.“

Bestes Wetter, kein Sturm – aber dennoch gab es am Morgen des 17. September ein Hochwasser in Lübeck.

Nach Angaben der Ostsee-Expertin sei es in der Nacht zu Donnerstag etwa auf Höhe der schwedischen Insel Gotland zu einem Sturm gekommen. „Dadurch ist das ganze Wasser der nördlichen Ostsee an die Küste gedrückt worden. Das hat das Hochwasser in Lübeck verursacht.“

Von RND/jad/sap/dpa