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Lübeck Wegen Asbest an Lübecker Schulen: Lehrer und Eltern verunsichert – Stadt nimmt Messungen vor
Lokales Lübeck Wegen Asbest an Lübecker Schulen: Lehrer und Eltern verunsichert – Stadt nimmt Messungen vor
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18:48 27.09.2019
Asbestverdacht? Vor der Grundschule am Koggenweg besprechen Dierk Wallendzik (l.) vom städtischen Gebäudemanagement und Schulleiter Jörg Rosenberger über die Messungen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Jörg Rosenberger, Leiter der Grundschule am Koggenweg, hat am Freitag 200 Eltern beim Lehrer-Eltern-Frühstück über die Lage informiert. Rosenberger erklärte, dass gerade ein von der Stadt beauftragter Baubiologe in der Schule sei und Messungen auf Asbest vornehme. Einen Tag zuvor setzte der Schulleiter sein Kollegium in Kenntnis. „Das ist in Aufruhr“, sagt Rosenberger.

„Wir fürchten um die Gesundheit der kleinen Kinder und um unsere Gesundheit“, bestätigt Christina Neitzel-Bartsch, die seit 1992 an der Grundschule Deutsch, Musik und Englisch unterrichtet, „wir sind total verunsichert.“ Die 18 Lehrkräfte fordern von der Stadt eine Unbedenklichkeitserklärung sowie Zahlen und Vergleichswerte zur Asbestbelastung.

Klicken Sie hier für Fotos: Die Stadt nimmt Schadstoffmessungen vor

Die soll das städtische Gebäudemanagement liefern, das einen Baubiologen durch vier Schulen schickt – die Koggenweg-Schule, die Astrid-Lindgren-Schule, das Trave-Schulzentrum und die Schule Eichholz. Das Gebäudemanagement drängt den Baubiologen zur Eile. „Wir wollen möglichst vor den Herbstferien die Messergebnisse haben“, sagt Dierk Wallendzik vom Gebäudemanagement.

Vier Schulen des Typs Kasseler Modellschule

Die vier Schulen sind vom Typ Kasseler Modellschule gebaut worden. Diese Stahlbetonkonstruktion konnte schnell hochgezogen werden und wurde in den 1970er Jahren bundesweit häufig angewendet. Koggenweg, Astrid-Lindgren und Trave-Schulzentrum sind exakt das Modell. Die Schule Eichholz wurde in Holzbauweise errichtet, aber ebenfalls mit einer bestimmten Außenwandpaneele versehen. Um die geht es, und deshalb habe die Stadt die Grundschule Eichholz mit ins Messprogramm genommen, sagt Wallendzik.

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Vor drei Wochen hat die oberste Bauaufsicht des Kieler Innenministeriums den Schulträgern im Land empfohlen, Schulen dieses Typs vorsorglich auf Asbest untersuchen zu lassen. Anlass: Bei der Sanierung des Schulzentrums Reinbek wurde in einzelnen Räumen eine erhöhte Belastung in der Luft gemessen. Auslöser waren defekte Glasalplatten an den Außenwänden.

Entwarnung für Stadtteilhaus

Entwarnung für das Stadtteilhaus Hansering: Messungen hätten ergeben, dass die Grenzwerte für Schimmelpilz unterschritten werden, teilte Bausenatorin Joanna Hagen in der Bürgerschaftssitzung mit. „Die Sanierung scheint erfolgreich gewesen zu sein, die Räume sind freigemessen“, erklärte Hagen. Ein Antrag, 100 000 Euro für eine Sanierung bereitzustellen, wurde von der Bürgerschaftsmehrheit abgelehnt.

Laut oberster Bauaufsicht kamen in Reinbek zwei unglückliche Umstände zusammen. In den Außenwänden hatten sich Klebeverbindungen gelöst, durch Reibungen wurden Fasern freigesetzt. Und die blieben nicht in der Konstruktion, weil einzelne Platten nicht dicht waren. Fazit der Bauaufsicht: Normalerweise kann nichts passieren. „Dessen ungeachtet ist jedoch nicht auszuschließen, dass es in besonderen Fällen zu Faserfreisetzungen kommen kann“, heißt es in dem Schreiben an die Schulträger.

„Wer sagt mir, dass so etwas hier nicht passiert?“

„Wer sagt mir, dass so etwas wie in Reinbek hier nicht passiert?“, fragt Schulleiter Rosenberger. Schließlich seien bei Bauarbeiten schon Löcher in die Wände gebohrt worden. „Wir wussten immer schon von der Asbest-Problematik“, berichtet Lehrerin Neitzel-Bartsch, „aber uns wurde immer gesagt, dass nichts passiert, solange die Wände nicht beschädigt werden.“

Die Glasalplatten für die Außenwände seien sehr stabil, beruhigt Diplom-Ingenieur Wallendzik vom Gebäudemanagement: „Wir müssen jetzt erst einmal die Messergebnisse abwarten.“ Eine Sanierung würde erst nötig, wenn die Zahl der Fasern in der Raumluft einen bestimmten Grenzwert übersteigt.

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Von Kai Dordowsky

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