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Lübeck Wie gehen Lübecks Schulen mit Gewalt und Mobbing um?
Lokales Lübeck Wie gehen Lübecks Schulen mit Gewalt und Mobbing um?
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19:50 17.11.2019
Symbolbild: Zwei Schüler prügeln sich auf dem Schulhof. Quelle: dpa
Lübeck

Auch in Lübeck ist Mobbing und Gewalt an Schulen ein Thema. Gustaf Dreier ist als Schulrat für die Grundschulen zuständig und mit Lösungen für das Problem befasst: „Wir haben als kreisfreie Stadt das Glück, dass wir ein vergleichsweise kleines Einzugsgebiet haben und die Entfernungen zwischen den Schulen kurz sind“, sagt Schulrat Gustaf Dreier.

Deshalb konnte die Kooperative Erziehungshilfe vor elf Jahren ins Leben gerufen werden: eine Beratungsstelle von Stadt, Schulamt und Sonderpädagogen des Landes, die die Schulen bei besonders schwierigen Fällen zu Hilfe rufen können.

Die Kooperative Erziehungshilfe hilft bei schwierigen Fällen

„Die Sonderpädagogen können dann zum Beispiel feststellen, ob ein Schüler eine emotional-soziale Störung hat und besondere Förderung braucht“, so Dreier. An fünf Grundschulen gibt es außerdem kleine Lerngruppen für fünf bis sechs Schüler, in denen sich Lehrer, Sonderpädagogen und Erzieher den individuellen Problemen annehmen können.

Von den rund 20 000 Schülern in Lübeck hat die Kooperative Erziehungshilfe aktuell 700 in ihren Akten. Von denen werden wiederum 190 Schüler von einem der Lübecker Förderzentren betreut. Von den Lehrern habe Gustaf Dreier viele positive Rückmeldungen zur Kooperativen Erziehungshilfe bekommen. „Die allermeisten Lehrer sind wirklich froh, dass es das gibt.“

Schüler erziehen sich untereinander

Um die Fälle von Gewalt und Mobbing an seiner Schule möglichst gering zu halten, setzt Dieter Butzin, Schulleiter der Heinrich-Mann-Schule in Moisling, vor allem auf Prävention. „Wir brauchen sensible Lehrkräfte und Mitschüler, die aufeinander aufpassen“, sagt er.

Er setzt dafür auf die „Konfliktlotsen“: Wenn sich zwei Grundschüler zum Beispiel in der Hofpause streiten und sich mit ihrem Problem an einen Lehrer wenden, werden sie zuerst zu einem älteren Schüler geschickt. Der soll dann versuchen, auf Augenhöhe zu vermitteln.

„Ich finde, dass wir das hier ziemlich gut machen“

Wichtig sei außerdem, dass die Kinder und Jugendlichen den Lehrern vertrauen und sich wirklich trauen, zu ihnen zu gehen, wenn es Probleme gibt. Bei Problemen, die die Lehrer nicht mehr händeln können, würden die Schulsozialarbeiterinnen dazugeholt.

„Im Moment sind das zwei Kolleginnen. Natürlich könnte man sich immer vorstellen, mit mehr Personal zu arbeiten, aber im Moment ist das völlig ausreichend. Die beiden Kolleginnen machen einen tollen Job“, so Butzin. Auch ist die Schule um einen guten Kontakt zum Elternhaus bemüht. „Wenn es Probleme gibt, müssen die schnell mit ins Boot geholt werden“, findet Dieter Butzin.

„Ich finde, dass wir das hier ziemlich gut machen“, sagt er selbstbewusst. Auch wenn die Extremfälle im Fokus stehen, sei die eigentliche Herausforderung die tägliche Arbeit mit den Kindern – und die bringe meistens sehr viel Spaß.

Klicken Sie hier auf die Bilder: Alle Grundschulen sowie Grund- und Gemeinschaftsschulen in der Hansestadt Lübeck

Teufelskreis: Wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr an „Brennpunktschulen“ schicken

Jan-Eric Becker, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Schule in Marli, ist da weniger optimistisch. Es gebe sicherlich immer wieder Kinder, die schwer in das System Schule passen, die alle Beteiligten an ihre Grenzen bringen.

Er hat beobachtet, dass so genannte Brennpunktschulen in einen Teufelskreis geraten, wenn Eltern ihre Kinder wegen bestimmter Vorfälle oder Gerüchte nicht mehr auf diese oder jene Schule schicken möchten. „Ich kann die Sorgen einerseits verstehen. Andererseits fehlen den anderen Kindern damit natürlich die Vorbilder.“

„Die Kollegen arbeiten am Limit“

Mit Schulsozialarbeitern und Schulbegleitern sei die Albert-Schweitzer-Schule ausreichend ausgestattet. Für Kinder, die darüber hinaus Förderbedarf haben, auf Wunsch der Eltern aber nicht an einem der Förderzentren der Stadt unterrichtet werden, kommen extra Lehrer aus diesen Förderzentren für ein paar Stunden pro Woche in die Schule.

Das sei aber nicht genug, sagt Jan-Eric Becker. „Die Kollegen leisten tolle Arbeit, aber die Stundenzahl reicht nicht“, so seine Problemanalyse. „Wenn man Inklusion will, braucht man auch die entsprechenden Ressourcen dafür.“ Die fehlen aber im Moment – und das würde wiederum die Regelschullehrer an ihre Grenzen bringen. „Die Kollegen arbeiten am Limit, sie tragen eine große Last“, so Becker.

Gewalt an Grundschule in Süsel

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