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Lübeck Wieder Streik: Hafen-Chef Beckmann warnt vor Arbeitsplatz-Verlust
Lokales Lübeck Wieder Streik: Hafen-Chef Beckmann warnt vor Arbeitsplatz-Verlust
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11:06 17.05.2013
Seit 8 Uhr streiken die Hafenarbeiter. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Die Hafenarbeiter des Nordlandkais, des Skandinavienkais, des Schlutupkais und des Seelandkais haben am Freitagmorgen die Arbeit auf unbestimmte Zeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Ver.di fordert, dass die Anteile von Rreef (jetzt Deutsche Asset & Wealth Management) am Hafen zurückkauft werden.

"Dieser Investor schädigt den Hafen und die Stadt aufs Schwerste und muss raus“, sagte Ver.di-Gewerkschaftsekretär Andreas Riedl am Freitagmorgen. Grund: Die ausgehandelten Tarifverträge stünden vor dem Scheitern, weil Rreef die Arbeitnehmersicherung blockiere. Aktionsorte seien Nordlandkai, Schlutupkai, Seelandkai und Skandinavienkai ab 8 Uhr, eine Streikverpflegung sei für 11 Uhr eingeplant. Im Laufe des frühen Nachmittags soll es zu Spontanaktionen in der Innenstadt kommen.

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„Ich kann das überhaupt nicht verstehen“, ärgert sich dagegen Heinrich Beckmann, Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Ver.di sei gestern Abend auf ihn zugekommen und man habe für Anfang nächster Woche ein Gespräch vereinbart. „Es geht nicht mehr nur um den Verlust von Ladung, sondern von Arbeitsplätzen“, warnt Beckmann. Er habe „konkrete Hinweise von großen Kunden“, dass sie die Situation in Lübeck nicht mehr akzeptieren.

„Es geht auch um künftige Geschäfte“, sagt Beckmann. Er  und die Reederei Finnlines wollen  einen großen Auftrag an Land ziehen - vom Autobauer VW. Dabei geht es um die Verschiffung von jährlich 80 000 Wagen nach Russland (die LN berichteten). „Das würde 40 bis 50 Arbeitsplätze sichern“, sagt Beckmann. Mit solchen Streikaktionen, mache man dieses Zukunftsgeschäft kaputt. Vor allem: „Ich weiß nicht, welches Ziel der Streik haben soll“, so Beckmann. Da er nichts mehr machen könne. 

Hintergrund des Warnstreiks ist die  Hängepartie in Sachen Tarifstreit und Arbeitnehmersicherung. Beckmann, die Stadt und Ver.di haben alle Verhandlungen abgeschossen. Jetzt muss die Kommunalaufsicht in Kiel über das Paket entscheiden.

jvz/kha