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Lübeck Wirksamere Medikamente entwickeln
Lokales Lübeck Wirksamere Medikamente entwickeln
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00:00 25.01.2013
Freuen sich über das Projekt: Prof. Hendrik Lehnert (v. l.), Uni-Rektor Prof. Peter Dominiak, Dr. Torben Thomsen und der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Prof. Jens Scholz. Quelle: Lena Schüch
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„Lasst uns für bessere Medikamente zusammenarbeiten“, so beendete Dr. Torben Thomsen, Geschäftsführer der Clinical Research Services Andernach GmbH (CRS), seine Eröffnungsrede. Gestern wurde am Campus Lübeck feierlich ein neues Forschungszentrum für frühe klinische Studien eröffnet, das die europaweit agierende Firma CRS nun in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sowie der Universität Lübeck betreibt. Ziel ist es, Medikamente und Therapien für häufig auftretende, aber auch seltene Krankheiten zu entwickeln und zu verbessern. „Die Forschungen sollen den Patienten zugute kommen“, erklärt der Geschäftsführer des Auftragsforschungsinstituts.

„Jetzt kann sich die Fachexpertise der Mediziner vor Ort und die Erfahrung der CRS in Administration für das Prozedere von klinischen Forschungen bestens ergänzen“, sagt Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums. Denn für ein Drittel aller Krankheiten gebe es noch keine erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten. Zudem weist das Feld der klinischen Studien in Deutschland mehrere qualitative Schwachpunkte auf, wie Prof. Hendrik Lehnert, Direktor der medizinischen Klinik I und Ärztlicher Direktor des Campus Lübeck, darlegt. Er setzt sich für die Qualitätskriterien von klinischen Studien ein, die im neuen Forschungszentrum an erster Stelle stehen sollen: „Klinische Studien sollen deutlichere Ergebnisse zutage fördern, mit adäquaten Methoden arbeiten, ständig geprüft werden und international konkurrenzfähig sein.“ Besonders die Sicherheit der Patienten in klinischen Studien müsse gewährleistet sein, indem die Probanden in Forschungsreihen wie Stoffwechsel-, Herz- oder Nervenerkrankungen immer unter ärztlicher Beobachtung stünden.

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Dr. Jacob Atsmon, Direktor des CRS-Zentrums Tel Aviv, hat den Eindruck, dass dies am Universitätsklinikum besonders gut funktionieren könnte. „Das ist hier sehr gesundheitsorientiert und nicht kommerziell“, sagt der Experte. „Die gute Verbindung zwischen Ärzten und Patienten führt dazu, dass mehr Patienten an Studien teilnehmen möchten und so bessere Ergebnisse erzielt werden.“ Für das neue Zentrum wurde die ehemalige anästhesiologische Intensivstation des Campus zu einer Einheit mit zwölf stationären Betten sowie Untersuchungs- und Funktionsräumen umgebaut.

Lena Schüch

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