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Lübeck Wizz Air baut Liniennetz aus: Von Lübeck geht‘s nach Riga
Lokales Lübeck Wizz Air baut Liniennetz aus: Von Lübeck geht‘s nach Riga
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22:43 07.08.2014
Ab April kommenden Jahres fliegt Wizz Air die lettische Hauptstadt von Lübeck-Blankensee aus an. Quelle: Holger Kröger
St. Jürgen —

Der Eigentümer-Wechsel am Flughafen in Blankensee trägt erste, zarte Früchte: Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air verstärkt ihr Engagement in der Hansestadt und weitet ihr Streckennetz aus. Ab April 2015 nehmen die Ungarn die lettische Hauptstadt Riga ins Flugprogramm auf. „Diese Nachricht ist ein tolles Signal für den Lübeck Airport“, erklärt der frischgebackene Flughafen-Chef Markus Matthießen, „wir freuen uns sehr über das von Wizz Air entgegengebrachte Vertrauen.“

Zwei Mal in der Woche werden die Ungarn von Lübeck aus nach Riga jetten, die Flüge sind nach Angaben des Airports ab sofort unter www.wizzair.com buchbar. Gestartet wird jeweils mittwochs und sonntags. Wizz Air ist seit acht Jahren am Flughafen Blankensee und unterhält bislang die beiden Linien nach Danzig und Kiew. Der neue Airport-Chef fährt eine Ernte ein, für die andere gesät haben.

Insbesondere sein Vorgänger Siegmar Weegen führte seit Jahresbeginn etliche Gespräche mit Fluggesellschaften und auch mit Wizz Air. Ende April, als die Flughafen-Verantwortlichen den Kommunalpolitikern Rede und Antwort über ausbleibende Pachtzahlungen stehen mussten, deutete Weegen bereits an, dass die Ungarn mehr Strecken ab Lübeck wollen. Dem Airport lag ein unterschriftsreifer Vertrag vor, demzufolge Wizz Air sich für weitere drei Jahre binden und zwei weitere Verbindungen aufnehmen wollte. Die Airport-Führung aber konnte nicht unterschreiben, weil die Zukunftsaussichten vollkommen unklar waren — der Flughafen befand sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. „Die dritte Wizz-Air-Strecke war länger im Gespräch“, erklärt Flughafensprecherin Jana Bahrenhop, „jetzt haben wir Planungssicherheit und deshalb ist der Vertrag geschlossen worden.“ Hintergrund: Am 1. August hat die PuRen Germany des Chinesen Yongqiang Chen den Airport übernommen und den Erhalt gesichert.

„Jede Flugbewegung hilft uns, dass es hier weitergeht“, kommentiert Christian Kagel, der neue Betriebsratsvorsitzende, die Nachricht. Seit der irische Hauptnutzer Ryanair sämtliche Linien ab Lübeck eingestellt hat (die LN berichteten), sind die Flugbewegungen auf dem Rollfeld in Blankensee überschaubar. An fünf Tagen in der Woche gibt es Flüge von Wizz Air, dazu kommen gelegentliche Charterflüge nach Antalya, Braunschweig, Istanbul oder Reggio. Um den 93 Mitarbeitern die Arbeit zu sichern, „streben wir weitere Flugverbindungen an“, sagt Sprecherin Bahrenhop.

„Nach vielen schlechten ist die neue Linie nach Riga eine gute Nachricht“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), „und hoffentlich nicht die letzte.“ Die Ungarn würden sich zum Standort Lübeck bekennen, lobt die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK). Rüdiger Schacht, stellvertretender Hauptgeschäftsführer: „Dies ist zugleich ein erster Erfolg des neuen Flughafenbetreibers, die Zukunft des Airports positiv zu gestalten. Für die Wirtschaft der Region ist die lettische Hauptstadt ein attraktives Ziel, da viele Unternehmen enge Handelsbeziehungen ins Baltikum pflegen.“

CDU-Fraktionschef Andreas Zander hält Riga für eine „interessante Destination“. Zander: „Ich hoffe, das ist erst der Anfang.“ SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt erwartet weitere Verbindungen.

Reinhardt: „Dafür ist der neue Investor Chen angetreten.“ Das sei der erste Schritt in die richtige Richtung, freut sich BfL-Fraktionschef Marcel Niewöhner: „Ich erwarte mehr Strecken als früher. Die neue Flughafenleitung wird uns mit weiteren Verbindungen überraschen.“ Die Grünen wollen „gucken, ob die Linie wirklich kommt und wie lange sie bleibt“, sagt Fraktionschef Thorsten Fürter, „der neue Investor ist noch weit entfernt von einem kostendeckenden Betrieb“. Groß Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf (SPD) bleibt skeptisch, „dass PuRen der Heilsbringer ist“. Graf: „Eine neue Linie macht noch keinen Sommer.“

Herz des Baltikums
Allgemeines: Die Hansestadt Riga (knapp 700 000 Einwohner), an der Ostsee und dem Fluss Düna gelegen, ist das Herz des Baltikums. Sie ist Hauptstadt sowie politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Lettlands. Mit Lübeck verbindet sie nicht nur die neue Fluglinie, sondern auch die Vergangenheit als bedeutendes Handelszentrum des Mittelalters, die historische Altstadt, sowie die Auszeichnung als Weltkulturerbe durch die Unesco. Übrigens: Der nächste Hansetag ist in der estnischen Stadt Viljandi. Und von Riga nach Viljandi sind es nur 220 Kilometer.



Sehenswürdigkeiten: Wer in Riga auf Sightseeing-Tour geht, der hat so einiges zu entdecken. In der Neustadt im „stillem Viertel“ finden sich die schönsten Jugendstilbauten der Stadt. In der Altstadt stehen die „drei Brüder“, die ältesten Häuser Rigas. Sehenswert ist auch das Schloss sowie der Dom als älteste Kirche des Baltikums. Nicht zu vergessen das Freiheitsdenkmal, der Fernsehturm mit einer Höhe von 368,5 Metern und die neue Nationalbibliothek, auch „Lichtschloss“ genannt.


Museen: Diverse Museen widmen sich der Geschichte und der Kultur. So gibt es zum Beispiel das stadtgeschichtliche- und Schifffahrtsmuseum, das lettische Okkupationsmuseum und das Museum der lettischen Juden.


Umland: Gebadet werden kann im nahegelegenen Jurmala. Der idyllische Badeort liegt nur nur 40 Kilometer nordöstlich von Riga.lj

Kai Dordowsky

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