Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Wo Könige und Prinzen sich wohlfühlen
Lokales Lübeck Wo Könige und Prinzen sich wohlfühlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 17.08.2014
Freundliches Händeschütteln: Prinz Charles begrüßt die vor dem Rathaus wartenden Lübecker, als er 2002 einen Umweltpreis entgegennimmt.
Lübeck

Bislang hatte das schwedische Königspaar nur mehrfach den Lübecker Flughafen genutzt — wie zum Beispiel im Juli 2006, als Carl Gustaf  und Silvia von Blankensee aus per Hubschrauber weiterreisten nach Kiel. Ihre dänischen Nachbarn hingegen ließen sich schon öfter — auch in offizieller Mission — in der Hansestadt blicken. Die bei ihren Untertanen äußerst beliebte Königin Margrethe II. kam nebst Gemahl Prinz Henrik 2003 nach Lübeck. Nicht per Flieger, sondern ganz sportlich mit ihrer Yacht „Dannebrog“.

Anlass ihres Besuchs war die Eröffnung der Ausstellung „Dänen in Lübeck“ im Burgkloster. Begrüßt wurden die Königlichen Hoheiten von der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis samt Ehemann Udo, von Bundespräsident Johannes Rau und Ehefrau Christina. Zudem plauderte die Königin mit Günter Grass, der eigens für die Regentin seinen Urlaub auf der dänischen Insel Møn unterbrach.

Seit dem Jahr 2000 bei allen hohen Besuchen zugegen: Bürgermeister Bernd Saxe. Der erinnert sich noch ziemlich genau an Margrethes Besuch, vor allem an ein Detail in Zusammenhang mit einer schlechten Angewohnheit der Königin: „Selbst im Museum mussten alle paar Meter Aschenbecher für ihre filterlosen Zigaretten stehen“, erzählt er schmunzelnd. Das war der erste und bislang letzte Besuch der dänischen Königin. Prinz Henrik kam noch zweimal — 2005 und 2007 — allein nach Lübeck.

Als „lustig“ erinnert der Bürgermeister den Besuch der thailändischen Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn vor einem Jahr: Beim Gang durch die Breite Straße warfen sich ihre Landsleute vor ihr auf den Boden. „Das ist in Thailand wohl so üblich“, kommentiert Saxe. Spektakulär ging es auch zu, als Ljudmila Putina, damals noch Ehefrau des russischen Präsidenten Wladimir Putin, gemeinsam mit Doris Schröder- Köpf 2004 Lübeck anlässlich des Jugendtreffs „Baltischer Stern“ besuchte.

Die First Lady Russlands habe das Empfangskomitee vor dem Rathaus warten lassen, weil sie unbedingt zuerst bei Niederegger habe einkaufen wollen. „Und als wir mit ihr eine Bootsfahrt um die Altstadt machten, erwies sich das Boot als undicht, und wir alle standen bis zu den Knöcheln im Wasser“, berichtet Saxe.

Deutlich zurückhaltender als die Königin und die russische First Lady — eben ganz auf die feine englische Art — hatte sich Prinz Charles im Jahr 2002 verhalten. Da bekam „His Royal Highness, The Prince of Wales“, im Lübecker Bürgerschaftssaal den Euronatur-Umweltpreis für seinen Einsatz für den ökologischen Landbau verliehen. Bescheiden lächelnd habe er den Saal betreten, später gut gelaunt mit Umweltminister Klaus Müller und Lübecks Forstamtschef Lutz Fähser über die Waldwirtschaft der Stadt geplaudert. Und seine 20-minütige Dankesrede beendete der britische Thronfolger auf Deutsch.

Auch der damalige französische Staatspräsident Jacques Chirac hinterließ im Dezember 2004 bleibende Worte in der Stadt: Er nannte Lübeck „eine Perle Europas“ und sagte: „Ich werde mich immer wieder gerne an diesen Tag in Lübeck erinnern.“ Gemeinsam mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte er ein informelles Gespräch geführt, während sich die Außenminister beider Länder, Joschka Fischer und Michel Barnier, ihrerseits über Europa-Themen unterhielten.

Klar, dass fast alle Bundespräsidenten der vergangenen Jahre schon zu offiziellen Terminen nach Lübeck kamen, Joachim Gauck weilte erst im Mai zum Hansetag unter uns. 2010, als die Welt der Wulffs noch in Ordnung war, begrüßte Christian Wulff als Bundespräsident seine deutschsprachigen Kollegen am Lübecker Rathaus.

Dass Schauspieler, Künstler und Musiker sich regelmäßig ein Stelldichein in der Hansestadt geben, dürfte der MuK sowie dem Schleswig-Holstein Musik Festival geschuldet sein. Aber das sind andere Geschichten — wie die von Weltmeister Miro Klose (auch ein Künstler), der sich kürzlich mit Lazio auf der Lohmühle blicken ließ.

Sabine Risch

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!