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Lübeck Zahnarzt-Zimmer geht auf große Reise
Lokales Lübeck Zahnarzt-Zimmer geht auf große Reise
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20:10 01.08.2014
Dr. Corinna Zimmermann verstaut mit Peter Viergutz (l.) und Frank Heldt medizinisches Gerät für den Transport nach Ulan Bator. Quelle: Fotos: Heiko Pump
Lübeck

Innenstadt — Eine fast komplette Zahnarzt-Praxis wird von Lübeck nach Asien verlegt. Insgesamt mehr als 400 medizinische Geräte und Instrumente im Wert von 15 000 Euro haben Lübecker Zahnärztinnen gespendet, um einer jungen Kollegin in der Mongolei die Einrichtung einer Praxis zu ermöglichen. Die dringend benötigte Fracht startete am Donnerstag in Lübeck und wird mit der Transsibirischen Eisenbahn in das 6250 Kilometer entfernte Ulan Bator, Hauptstadt der Mongolei, gebracht. Dort wird sie von Onon Disdaabaar bereits sehnlichst erwartet. Die junge Ärztin hat 2012 ihr Zahnmedizinstudium in Berlin abgeschlossen und ist in ihre Heimat zurückgekehrt, wo sie jetzt eine eigene Praxis eröffnen wird.

Ermöglicht wird dieses Projekt durch Sachspenden Lübecker Zahnärztinnen. Eine von ihnen ist Dr. Corinna E. Zimmermann. Aus ihrer Praxis in der Breiten Straße wurden unter anderem ein gebrauchter OP-Tisch, ein Sterilisationsgerät, eine Behandlungsleuchte, Sterilisationskassetten und -zubehör sowie zahlreiche zahnärztliche und chirurgische Instrumente verladen. Peter Viergutz und Frank Heldt von der Spedition Akelbein verstauten am Donnerstag alles in ihrem Transporter.

Aus den Lübecker Praxen von Dr. Marianne Stahl, Dr. Susanne Zettler und Dr. Fiona Grunau sowie aus dem Dentalhandel Kirstein aus Ratekau kamen Röntgengeräte, ein Behandlungsstuhl mit Kompressor, eine Absauganlage und weitere zahnmedizinische Instrumente hinzu. Corinna Zimmermann hat die Mongolei 2003 selbst besucht und weiß, wie es um die medizinische Versorgung der Menschen dort steht. „Es wurde und wird jede Hilfe dringend benötigt, von der Seife bis zum technischem Gerät“, berichtet die Ärztin.

Fast ein Jahr lang wurden Sachspenden über das Forum Lübecker Zahnärztinnen eingeworben und gesammelt. Die Organisation Soroptimist International Club Lübeck/Bad Schwartau unterstützt die Aktion mit 1500 Euro und sorgt so für den Transport. Die Spedition Akelbein brachte die Fracht nach Berlin, wo sie in Container verpackt und auf die Schiene umgeladen wird. Zehn Tage dauert die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei.

Corinna Zimmermann hat das Forum Lübecker Zahnärztinnen vor eineinhalb Jahren ins Leben gerufen, um Frauen ihres Berufszweiges zu unterstützen. „In der Zahnmedizin gibt es immer mehr Frauen“, sagt die Kieferchirurgin, die Fakultätsmitglied an der Uni-Lübeck ist und in Freiburg und Kiel unterrichtet. Dennoch sei der Anteil der Frauen zum Beispiel in der Mund- und Kieferchirurgie mit zehn Prozent äußerst gering. „Wir möchten Zahnärztinnen ermutigen, sich selbständig zu machen oder in Gemeinschaftspraxen einzusteigen.“ Auch hier spiele der Spagat zwischen Beruf und Familie eine Rolle.

Außerdem würden Frauen sich für andere Themen als ihre männlichen Kollegen interessieren, zum Beispiel für die Kinderzahnheilkunde. Die Idee sei es, diese Interessen zusammenzuführen. Am 26.

August gibt es einen Fortbildungsabend zum Thema Psychosomatik in der Zahnheilkunde.

40 Mitglieder
Die weltweit größte Organisation berufstätiger Frauen engagiert sich im lokalen, nationalen und internationalen Umfeld für die Verbesserung der Lebenssituationen von Mädchen und Frauen.
„Soroptimist" ist vom lateinischen „sorores ad optimum" abgeleitet und bedeutet, Soroptimistinnen wollen ihren Zielen bestens dienen. Die Mitglieder engagieren sich für eine aktive Teilnahme von Frauen an Entscheidungsprozessen und Chancengleichheit. Der Club Lübeck/Bad Schwartau wurde 1979 als 36. der Deutschen Union gegründet und zählt 40 Mitglieder.

Heiko Pump

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