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Lübeck Nach Zeiger-Absturz: Jetzt sollen die anderen Uhren überprüft werden
Lokales Lübeck Nach Zeiger-Absturz: Jetzt sollen die anderen Uhren überprüft werden
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15:19 21.02.2019
Der verbeulte Zeiger der St. Jakobi Kirche in Lübeck liegt auf dem Boden im Kirchenschiff. Am Dienstagnachmittag (19.02.) hat sich ein Zeiger der Turmuhr gelöst und ist auf den Gehweg gefallen. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Der riesige goldene Zeiger lag verbogen und zertrümmert am Boden. Großes Glück im Unglück: Kein Mensch wurde verletzt, als ein Zeiger der Turmuhr von St. Jakobi am Dienstagnachmittag aus noch ungeklärter Ursache plötzlich abstürzte. Auch auf dem Kirchengelände parkende Fahrzeuge wurden nicht beschädigt. „Man mag sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können“, sagte Pastor Lutz Jedeck, der sich gerade nicht in Lübeck aufhält, am Mittwoch den LN.

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Ursache für Absturz ist bisher nicht bekannt

Die Ursache des Absturzes ist noch völlig unklar. „Es ist schon ziemlich unverständlich, dass bei einer Uhr, die seit Jahrhunderten hält, so etwas passiert“, sagte Jedeck. 2007 wurden der Turm und die Uhr zuletzt saniert. Damals seien die eisernen Zeiger abgenommen, restauriert und neu vergoldet worden, sagte Jedeck. Jeder sei „gut über zwei Meter“ lang und wiege schätzungsweise 30 bis 40 Kilogramm. Die Uhr hat vier Zifferblätter, eines auf jeder Seite des Turms. Jedes Zifferblatt hat nur einen Stundenzeiger, der über eine Welle mit dem Uhrwerk verbunden ist. Minutenzeiger gibt es nicht – eine Besonderheit der Jakobi-Uhr, die im 17. Jahrhundert gebaut wurde.

Die Verantwortung für die Sanierung hatte 2007 das Kirchenbauamt des damaligen Kirchenkreises Lübeck, das es in dieser Form nicht mehr gibt. „Wir sind jetzt mit Hochdruck dabei, das zu recherchieren“, sagte am Mittwoch Jürgen Rösing, stellvertretender Leiter der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg: „Welche Materialien wurden verwendet, was wurde verändert?“

Die Turmuhr

St. Jakobiist die einzige Lübecker Innenstadtkirche mit einer von außen sichtbaren Turmuhr. Sie stammt aber nicht aus der Erbauungszeit im 14. Jahrhundert, sondern wurde nachträglich eingebaut – nach einer gründlichen Turmsanierung im 17. Jahrhundert, bei der die Jakobikirche das neue Turmdach mit den charakteristischen vier Kugeln erhielt.

Eine gründliche, regelmäßige Kontrolle der Zifferblätter am Turm sei nicht möglich, sagte Rösing. „Von außen kann es nur die Sichtprüfung mit einem Fernglas geben.“ Jetzt müssten allerdings die anderen Zeiger überprüft werden – möglicherweise mit einem Hubsteiger oder durch einen Kletterer. Er stellte klar: „Das ist ein seltener Fall – darf aber eigentlich auch nicht passieren.“

Ähnlicher Fall 2016 in Hamburg

Selten, aber nicht einmalig: Im Oktober 2016 fiel ein Minutenzeiger von dem Zifferblatt auf der Nordseite des Turms der Hamburger Katharinenkirche, in diesem Fall aus 40 Meter Höhe. Auch hier kam glücklicherweise niemand zu Schaden – der Zeiger stürzte in der Nacht und wurde erst am nächsten Morgen entdeckt. Ersetzt wurde der Zeiger im Juni 2017. Für den neuen Zeiger wurde die Befestigung verbessert. Die genaue Ursache ist bis heute nicht geklärt worden, wie Pastor Frank Engelbrecht von St. Katharinen den LN am Mittwoch bestätigte.

Wie es mit dem Zeiger der Lübecker Jakobi-Kirchturmuhr weitergehen soll, ließ Jürgen Rösing vom Kirchenkreis zunächst offen: „Erst mal muss die Ursache eindeutig geklärt werden. Vorher machen wir da gar nichts. Das kann Monate dauern.“

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Hanno Kabel

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