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Lübeck 50 Jahre FH – Ehemalige erinnern sich
Lokales Lübeck 50 Jahre FH – Ehemalige erinnern sich
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19:33 30.04.2019
Am 1. September 2018 ist die Fachhochschule Lübeck zur TH Lübeck geworden. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Mitte Juni wird auf dem Campus der Technischen Hochschule (TH) Lübeck – vormals FH – am Mönkhofer Weg groß gefeiert. Denn vor genau 50 Jahren entstanden in Schleswig-Holstein die allerersten deutschen Fachhochschulen. In Teil 2 der vierteiligen FH-Jubiläumsserie kommen vier Ehemalige zu Wort.

Prof. Petra Margaritoff, Professorin für Medizinische Datensysteme der HAW Hamburg, hat in Lübeck 2006 ihren Master gemacht. Quelle: HAW Hamburg

Petra Margaritoff stand als Diplomingenieurin bereits fest in ihrem Job, als sie sich entschloss, noch einen Master in „Biomedical Engineering“ an der FH Lübeck draufzusatteln. „Als Weiterqualifizierung, um in der Firma noch vielfältiger eingesetzt werden zu können“, so ihr ursprünglicher Plan. Das war vor mittlerweile 15 Jahren. Doch den Weg zurück – in das Unternehmen, in das sie nach dem Studium der Elektrotechnik in Hamburg eingestiegen war – ging sie nicht. „Denn mein Interesse an einer akademischen Laufbahn war geweckt“, erinnert sich die Professorin für Medizinische Datensysteme. Das Studium an der FH habe sehr viel Spaß gemacht, und die Dozenten seien sehr nett gewesen. „Eine große Stärke des Standortes ist die Nähe zu einem Klinikum – welcher Campus in Deutschland kann so eine Verzahnung mit der Medizin schon bieten?“, fragt die 52-Jährige. Nach ihrem Master schloss sie sich also postwendend der Forschungsgruppe „Biomechanisches Herz“ von Herzchirurg Professor Norbert Guldner an und promovierte an der Uni. „Dass die TH diese Kooperation weiter ausbaut, kann man ihr nur wünschen“, merkt Margaritoff an, die nun seit dem Jahr 2010 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg lehrt.

Klaus Bartels hat noch die damalige Ingenieurschule besucht. Quelle: Lutz Roeßler

Es ist schon lange her, dass Klaus Bartels diesen Ort über einen Zeitraum von drei Jahren regelmäßig besucht hat. „Da sah das hier noch ganz anders aus“, sagt der 76-Jährige, der im Jahr 1964 am Mönkhofer Weg seine weiterführende Schulausbildung begonnen hatte. „Wir waren erst der zweite Jahrgang auf dem Campus, und die Uni-Mediziner waren drüben noch gar nicht da“, erinnert sich der Senior. Damals hieß Bartels’ Lehranstalt, Vorläufer der späteren FH, noch „Staatliche Ingenieurschule Lübeck“, die 1961 geschaffen worden war. „Für die Aufnahme hier reichten eine abgeschlossene Lehre und ein paar Praktika“, erzählt der Lübecker, der zuvor eine Werkzeugmacherlehre bei der LMG abgeschlossen hatte. Man sei noch ein richtiger Klassenverband gewesen. „Wir waren immer sehr lustig, haben aber die Ernsthaftigkeit des Lernens nicht vergessen“, betont er. 1967 hat er schließlich seinen Abschluss gemacht, also zwei Jahre, bevor die drei bestehenden Ingenieurschulen – mit den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Physikalische Technik, Bauwesen sowie Seefahrt – zur „Staatlichen Fachhochschule für Technik und Seefahrt“ zusammengelegt worden sind. „Da bekamen wir eine Nachricht, dass unser Schulabschluss nun ein Diplom sei“, erinnert sich Bartels sehr gerne an das Jahr ’69.

FH-Alumna Julia Tasche ist bei Dräger Projektleiterin im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung. Quelle: Lutz Roeßler

Vier Jahre war Julia Tasche bereits beruflich im Ausland aktiv. „Im nordenglischen Blyth, denn dort hat Dräger ebenfalls eine Niederlassung“, erklärt die 29-Jährige. 2012 hat sie ihren Bachelor-Abschluss an der FH Lübeck gemacht, in Biomedizintechnik. Und schon im Rahmen ihrer Abschlussarbeit konnte die Projektmanagerin bereits in dem weltweit operierenden Unternehmen aus der Hansestadt arbeiten. „Das war natürlich eine tolle Chance, auf diese Art und Weise schon Kontakt zu einem potenziellen Arbeitgeber knüpfen zu können, und für mich entsprechend der Einstieg bei Dräger“, sagt sie rückblickend. Überhaupt habe ihr der Mix zwischen Theorie und Anwendung in den sechs Semestern gut gefallen. „Vorlesung und parallel Labor – das hat mich angesprochen“, resümiert sie. Im Studium habe sie auch gelernt, wie man systematisch und strukturiert an Problemstellungen herangehe und sie löse – „das war und ist sehr hilfreich für meinen Job.“ In sehr guter Erinnerung behält die gebürtige Oldenburgerin auch ihr studentisches Engagement beim Junior Campus. „Das war eine tolle Zeit“, stellt sie fest. Ihrer ehemaligen Hochschule wünscht sie jedenfalls, „dass sie den Studierenden auch weiterhin eine gute Grundlage für die berufliche Zukunft bieten kann“.

Gabriele Hiller-Ohm war von 1987 bis 2002 an der FH Lübeck beschäftigt. Quelle: John Garve/Agentur 54°

Als Gabriele Hiller-Ohm im August 1987 ihre Stelle auf dem Campus angetreten hat, gab es die Fachhochschule zwar bereits seit 18 Jahren. „Aber städtisch gesehen hat die FH damals ein Schattendasein geführt; sie war nicht in das Stadtgeschehen eingebunden“, blickt sie zurück, „viele Lübeckerinnen und Lübecker sagten noch, die Ingenieurschule‘ auf der Wiese am Mönkhofer Weg.“ Die heutige SPD-Bundestagsabgeordnete hatte damals den Auftrag bekommen, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der FH aufzubauen. „Ich habe noch Kaninchen und Rehe von meinem Schreibtisch aus gesehen; es ist schon doll, was sich hier am Standort alles entwickelt hat“, sagt sie. Natürlich habe die jetzige Technische Hochschule immer noch einen sehr großen Raumbedarf – „aber im Vergleich zu der damaligen Situation ist die aktuelle Lage moderat. Überall herrschte bei einer Studierendenzahl von rund 2000 totale Raum-Enge. Ich habe eine Zeit lang im Bauwesen sogar im Keller sitzen müssen, weil es einfach keine Räume gab.“ Wenn man schon dabei sei, früher mit heute zu vergleichen, dürfe man nicht vergessen, dass Ende der 1980er die FH eine reine Männerdomäne gewesen sei. „Irgendwann kam dann mit Silke Seehusen die erste Professorin“, berichtet die 66-Jährige. Dass die derzeitige TH mit Dr. Muriel Kim Helbig und Yvonne Plaul eine weibliche Doppelspitze habe, sei ja eine tolle Entwicklung.

Michael Hollinde

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