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Lübeck Zwei Länder, eine Region: Dänische Schüler in Lübeck
Lokales Lübeck Zwei Länder, eine Region: Dänische Schüler in Lübeck
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15:29 30.08.2019
Ausgezeichnete Idee: Hannah Larsen (18, v.l.), Anne-Katrine Bertelsen (16) Sigrid Poulsen (18 v.l.) aus Næstved haben für die Entwicklung eines dänisch-deutschen Projekts an der Thomas-Mann-Schule eine Preis erhalten. Quelle: Lutz Roeßler
St. Gertrud

Selbstbewusst präsentieren die Schülerinnen Sigrid Poulsen (18), Hannah Larsen (18) und Anne-Katrine Bertelsen (16) aus Næstved ihre Idee: Das Markenzeichen „Best of Baltic“, kurz BoB. Es soll eine Art Gütesiegel sein, das in der Fehmarnbeltregion verliehen wird, und zwar beiderseits der Grenze. Mit zwölf anderen Schülern ihres Gymnasiums haben sie die Idee entwickelt, inklusive Logo, Website und dem Entwurf für eine interaktive App, die sich an der Dating-App Tinder orientiert. Am Ende einer deutsch-dänischen Konferenz an der Thomas-Mann-Schule wurden die Dänen dafür mit dem ersten Preis bedacht.

Drei Projekte ausgezeichnet

142 Lehrer und Schüler, davon mehr als ein Drittel aus Dänemark, hatten sich im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „Deutsch-dänische Jugend gestaltet Zukunft“ in der Lübecker Schule getroffen. Bei dieser Gelegenheit zeichneten die Organisatoren drei in Deutschland und Dänemark entwickelte Schülerprojekte aus. Den zweiten Preis gewann die Idee, aus der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein Schulfach zu machen, den dritten eine App, die dabei helfen soll, weniger Lebensmittel zu verschwenden.

Über Grenzen hinweg

Das Gymnasium in Næstved, von dem die Sieger kommen, kooperiert mit der Thomas-Mann-Schule (TMS). Für die drei aus Næstved angereisten Schülerinnen ist die grenzübergreifende Fehmarnbeltregion mehr als nur Theorie. „Ich komme viel nach Deutschland“, sagt Hannah. „Klar, zum Grenzladen, aber auch mal zum Hansapark. Manchmal verbringen wir ein langes Wochenende hier.“ Ihre Mitschülerin Sigrid sagt: „Für junge Leute aus Dänemark ist es eine günstige Art, eine andere Kultur kennenzulernen.“

Label für Nachhaltigkeit in der Region

Mit dem Label „Best of Baltic“ wollen die dänischen Schüler einen Beitrag dazu leisten, dass die Region zusammenwächst. Hotels, Restaurants, Campingplätze, aber auch Schulen sollen sich damit schmücken können, wenn sie sich an den Kriterien der Nachhaltigkeit orientieren. Die Jury, die über die Vergabe des Labels entscheidet, soll zur Hälfte aus Jugendlichen bestehen. Auch über die Finanzierung haben sich die Schüler Gedanken gemacht: Nur für die Anlaufphase planen sie mit EU-Geld, später soll sich „Best of Baltic“ über Merchandising und den Verkauf von Zertifikaten selbst tragen.

Offene und herzliche Dänen

Das Projekt „Deutsch-dänische Jugend gestaltet Zukunft“ wird über das EU-Förderprogramm Interreg finanziert. Es ist Teil eines größeren deutsch-dänischen Interreg-Komplexes. Beteiligt sind 2880 Schüler von 29 deutschen und dänischen Schulen. Es läuft noch bis 2020. Die Lehrerin Mechthild Piechotta, an der TMS für Europa-Angelegenheiten zuständig, lobt die Zusammenarbeit mit den Dänen: „Viele können hervorragend Englisch, davon profitieren unsere Schüler. Mir ist bei den Dänen das offene und herzliche Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern aufgefallen.“

Begegnung nur noch online?

Weniger begeistert ist Piechotta davon, dass die Zusammenarbeit in Zukunft hauptsächlich online stattfinden soll. „Wir werden weiter einen physischen Austausch machen und dafür Mittel beantragen. Ich halte die persönliche Begegnung für entscheidend.“

Von Hanno Kabel

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