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Lübeck Zwei Tage Party und eine schrille Parade
Lokales Lübeck Zwei Tage Party und eine schrille Parade
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11:23 26.11.2013
Bunt und gut gelaunt geht es alljährlich bei der Parade zum Christopher Street Day zu. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat, Veranstalter (2)
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Lübeck

Die meisten verbinden vor allem eines mit dem Christopher Street Day (CSD): eine bunte, schrille Parade mitten durch Lübeck. Doch der Tag der Homosexuellen will und kann mehr, als nur ein bisschen „Karneval“ zu spielen. Und er ist nicht auf das Datum der Parade beschränkt.

Zum zwölften Mal ruft der 40 Mitglieder starke Verein CSD gemeinsam mit der Aids-Hilfe zum gleichnamigen Tag auf. „Deine Stimme für Gleichstellung“, lautet das Motto in diesem Jahr so kurz vor der Bundestagswahl. „Der Christopher Street Day in Lübeck möchte 2013 jeden dazu aufrufen, sein Stimmrecht bei der Bundestagswahl am 22. September zu nutzen, um Gleichstellung zu wählen und sich gegen Diskriminierung, Ignoranz und Intoleranz auszusprechen“, sagt Vereinsvorsitzender Christian Till. Und auch der Schirmherr, Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), sagt in seinem Grußwort, der CSD sei eine ideale Plattform, um Unterstützung von den Handelnden in Politik und Gesellschaft einzufordern. „Denn noch ist Schleswig-Holstein keine diskriminierungsfreie ,Insel der Seligen‘“.

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Was sicherlich auch beim Empfang im Audienzsaal nach Aufziehen der Regenbogenflagge am morgigen Montag, 12. August, 18 Uhr, zur Sprache kommen wird, wenn die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (beide SPD) sowie andere Politiker die CSDler begrüßen.

Erstmals stellt der etwa 40 Mitglieder starke Verein CSD gleich eine zweitägige Straßenparty auf die Beine. „Mit sehr gemischtem Programm“, sagt Till, „und mit Bands, die gut unterhalten“. Die Party beginnt am Freitag, 16. August, um 18 Uhr an der Obertrave und wird Sonnabend um 12 Uhr fortgesetzt. Mit dabei sind „Ostsee-Entertainment“ mit ihrer Show „1000 Takte Schlager“, der Schweriner DJ Norbert, am Sonnabend führt Entertainer Ricardo M. als Moderator durch das Programm, das unter anderem mit der rockigen Frauenband Kellerchaos, mit „der besten Boygroup seit den Sex Pistols“, Drei Tage wach, mit Birte LesBeat Keller und ihrer Bongo-Show sowie DJ Andrew Dawn aufwartet.

Bereits am Freitag, 19 Uhr, hält Pastor Matthias Libermann in der Auferstehungskirche, Marliring 1, den CSD-Eröffnungsgottesdienst unter dem Motto „Gottes Welt ist kunterbunt“.

Ebenfalls am Freitag lädt lädt Wolf-Dietrich Turné ab 21 Uhr zur Karaoke-Show und zum Warmup ins „Chapeau Claque“ ein. Mit von der Partie sind die „Schwestern der perpetuellen Indulgenz“ und die Lübecker Aids-Hilfe. Nach einer hoffentlich erholsamen Nacht setzt sich um 13 Uhr der Demonstrationszug, die bunte Parade, von der Obertrave aus in Bewegung. Über Lindenteller, Holstenstraße, Sandstraße, Mühlenstraße, Königstraße, Breite Straße und Beckergrube geht es zurück zur Obertrave. Vier Wagen mit Musik und rund 1000 Teilnehmer sind dabei. Nicht zu vergessen die Zuschauer und Passanten am Straßenrand: „Unsere Parade ist extrem gut besucht“, sagt Till. Und bekannt ist auch, dass sogar die Polizisten, die den Straßenverkehr während der Parade regeln, bestens gelaunt sind ob der friedlichen, teils kostümierten Teilnehmer, die sogar bisweilen Blümchen an die Ordnungshüter verteilen. Und damit in dem ganzen Trubel die Ernsthaftigkeit nicht verloren geht, wird um 18 Uhr mit einer Schweigeminute auf der Obertrave-Brücke der an Aids verstorbenen Lübecker gedacht.

Ausklang des CSD ist dann ab 22 Uhr die „Supreme“-Abschlussparty auf dem „Riverboat“ mit DJ Jedt.

Rund um den CSD
„Wie Jakob die Zeit verlor“ heißt der Roman, aus dem Autor Jan Stressenreuter morgen ab 19.30 Uhr im CVJM, Große Petersgrube 11, liest. „Queer durch Lübeck“ ist die kunterbunte Stadtrallye überschrieben, die die Beratungsstelle „NaSowas“ am Dienstag anbietet. Beginn ist um 16.30 Uhr am Rathaus. Anmeldung unter Telefon 04 51/707 55 88. „Parada“, ein Film von Srdan Dragojevi, ist am Mittwoch, 14. August, im Filmhaus in der Königstraße zu sehen. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten ab 6,50 Euro.

Sabine Risch

26.11.2013
10.08.2013