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Lübeck Lübecker Notfallsanitäter hilft nach Zyklon in Mosambik
Lokales Lübeck Lübecker Notfallsanitäter hilft nach Zyklon in Mosambik
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09:04 11.04.2019
Jens Borchers (50) aus Lübeck steht vor dem zerstörten Gesundheitscenter in Beira. Dort hat der Notfallsanitäter mit seinem Team die gesamte Wasserversorgung neu installiert. Borchers gehört zum ASB Stormarn-Segeberg. Quelle: Privat
Lübeck/Mosambik

Mitte März hat der tropische Wirbelsturm Idai im Südosten Afrikas für große Zerstörung gesorgt. Ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen (Aktion Deutschland hilft) ist vor Ort. Auch Notfallsanitäter Jens Borchers (50) aus Lübeck ist mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Stormarn-Segeberg dabei.

Ein Junge im abgelegenen Dorf Bopira beobachtet eine Einweisung in den Gebrauch von Wasserfiltern. Vier Wochen nach dem verheerenden Zyklon kämpft Mosambik gegen Not und Cholera. Quelle: Cara Anna/AP/dpa

Simbabwe, Mosambik und Malawi zählen zu den ärmsten Ländern der Welt. Wo sonst Dürre herrscht, sind die wenigen fruchtbaren Äcker nun überflutet. Laut Hilfsorganisationen stehen Hunderttausende Menschen vor dem Nichts. Die Situation ist dramatisch, denn in dem betroffenen Gebiet fehlt es an Trinkwasser, Lebensmitteln, Notunterkünften und Medikamenten.

Jens Borchers kontrolliert einen Wassertank, der zu einer Gesundheitsstation in Canandoula bei Beira gehört. Der Lübecker überprüft den Zustand des Tanks und ob dieser noch für die Wasserversorgung geeignet ist. Quelle: Privat

„Wir sind in einem Guesthouse in Beira einquartiert und haben hier unser Lagezentrum“, erklärt Borchers. Er gehört zu einem neunköpfigen Schnelleinsatz-Team (FAST) aus Ärzten, Rettungskräften und Ingenieuren. Diese sind insbesondere in Gesundheitszentren tätig. Der 50-jährige Ingenieur für Umwelttechnik und ausgebildete Rettungsassistent ist seit 2007 ehrenamtlich im FAST engagiert. Er gehört zum technischen Teil des Teams und ist als sogenannter „WASH-Experte“ für Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene zuständig.

Cholera breitet sich aus

Trotz einer groß angelegten Impfkampagne breitet sich im Überflutungsgebiet in Mosambik die schwere bakterielle Infektionskrankheit Cholera weiter aus. Vier Wochen nach Idai ist die Katastrophe längst nicht bewältigt. Allein in Beira, wo mehr als 500 000 Menschen leben, hat die Zahl der Cholera-Kranken die Zweitausender-Grenze überschritten. In der schwer zerstörten Hafenstadt ist auch der Lübecker im Einsatz.

Trinkwasser ist ein großes Problem

„Vorrangig geht es darum, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten und Epidemien durch gezielte Schutz- und Hygienemaßnahmen zu vermeiden“, erklärt er und nennt „Trinkwasser ein großes Problem“. Der technische Teil des Teams konzentriert sich daher auf die Installation von Wasserfiltern. Leichte und mobile sogenannte Skyhydranten filtern Viren und Bakterien aus verunreinigtem Wasser und sind schnell aufgebaut, so der Lübecker.

Auch im Umland breiten sich Infektionskrankheiten aus

Eine installierte Anlage kann in 24 Stunden bis zu 1100 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen und ist somit ein wesentlicher Bestandteil, um Epidemien zu vermeiden. Denn auch im Umland breitet sich die Infektionskrankheit weiter aus. Gespannt warten alle Helfer, ob die rund 800 000 verabreichten Impfungen bald Wirkung zeigen. Die Impfaktion jetzt war eine logistische und organisatorische Meisterleistung, heißt es von den Hilfsorganisationen.

Hier ist Notfallsanitäter Jens Borchers aus Lübeck im Einsatz

„Insgesamt ist die Lage noch sehr angespannt und es wird weiterhin internationale Hilfe benötigt“, betont der Notfallsanitäter. Gleichzeitig fänden die Menschen langsam wieder in ihren Alltag zurück. „Die Aufräumarbeiten laufen überall.“ Seine eigene Versorgung bezeichnet der Helfer als gut, trotz der schwierigen Aufgaben. „Wir starten gegen 7.30 Uhr, und die Arbeit sowie Planungen dauern bis in die Nacht.“

Nothilfe in Mosambik: Einsatz geht an die Substanz

Inzwischen ist Borchers fast zwei Wochen im Katastrophengebiet und wird Ende der Woche nach Lübeck zurückkehren. Zum Abschluss gibt sein Team ein Training an den Wasserfiltern für eine lokale Hilfsorganisation. Die Gruppe habe prima funktioniert und alle seien gesund, sagt er zufrieden, aber erschöpft. „Es geht mir gut, aber langsam geht der Einsatz auch an die Substanz, weil einfach so viel zu tun ist.“

Zyklon Idai – Nothilfe Mosambik

Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB) ist eine konfessionell unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die ihren Sitz in Köln hat. Der ASB beteiligt sich auch an der „Aktion Deutschland Hilft“. Das 2001 gegründete Bündnis deutscher Hilfsorganisationen bündelt im Falle großer Katastrophen die Kräfte, um schnell und effektiv helfen zu können. Das Bündnis bittet um Spenden für Mosambik.

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