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Lübeck Hospiz-Zentrum als bundesweiter Leuchtturm
Lokales Lübeck Hospiz-Zentrum als bundesweiter Leuchtturm
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18:34 18.01.2019
Thomas Schell vom Travebogen (v.l.), Günter Kämer (Hospizbewegung), Fred Mente (Vorwerker Diakonie) und Uwe Arendt (Die Muschel) unterzeichnen eine Absichtserklärung. Quelle: 54° / John Garve
Lübeck

 Der Optimismus ist zurückgekehrt, denn die Allianz ist noch erheblich gewachsen. „Jetzt sind wir vier Partner, und durch das Mitwirken der Vorwerker Diakonie bekommt unser Projekt nun noch einmal eine ganz andere Dimension und neuen Schwung“, betont Thomas Schell, Geschäftsführer des Palliativnetzes Travebogen. Es geht um die Unterstützung sterbender und schwerstkranker Menschen. Aus Schleswig-Holsteins erstem geplanten Ambulanten Palliativzentrum ist nun ein noch größeres Vorhaben – mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe – geworden.

„Wir, also das Quartett aus Travebogen, Vorwerker Diakonie, Hospizbewegung und dem Kinderhospizverein ,Die Muschel’, wollen gemeinsam den Bau eines Hospiz- und Palliativzentrums in Lübeck realisieren“, so Schell. Verflogen ist damit der Frust, dass es mit dem Ankauf des zuerst favorisierten Standorts am Spargelhof an der Stockelsdorfer Straße nichts geworden war (die LN berichteten). Vor knapp einem Jahr hatten Architektur-Studierende der Technischen Hochschule das ehemalige Brauereigelände im Rahmen eines vom Travebogen initiierten Wettbewerbs sogar eigens überplant.

Sabrina Ebener und Anton Brodmann aus dem Masterstudiengang Architektur der TH Lübeck konnten vor knapp einem Jahr mit ihrem Entwurf für ein „Begegnungszentrum Travebogen“ die Jury überzeugen. Quelle: Lutz Roeßler

„Unser stationäres Hospiz, das Rickers-Kock-Haus in der Moislinger Allee, ist mittlerweile in die Jahre gekommen, und wir möchten das Haus durch einen Neubau mit zwölf Plätzen ersetzen“, begründet Fred Mente aus der Geschäftsführung der Vorwerker Diakonie den Einstieg in das Bau-Vorhaben. So entsteht mit dem Zentrum durch die Kombination stationär mit einem ambulanten Tageshospiz sowie einer integrierten Fortbildungsakademie und einer Begegnungsstätte ein bundesweit einmaliges Projekt.

„Ziel ist es, vorhandene Ressourcen so zu nutzen, dass die vorhandenen Strukturen unter einem Dach optimal genutzt werden können und den Patienten und Angehörigen ein würdevoller Abschied ermöglicht wird“, steht in einem sogenannten Letter of intent, den die Beteiligten jetzt unterzeichnet haben. „Diese Aufgabe ist sehr komplex, und es bedarf vieler unterschiedlicher Angebote für die betroffenen Menschen, ihre Partner und Angehörigen“, heißt es weiter in dem vierseitigen Papier. Und das Besondere an Lübeck sei nun eben mal die Vernetzung, die so ein komplexes Vorhaben erst ermögliche, betont Fachärztin Dr. Isabel Kriegeskotten-Thiede vom Travebogen.

Dörte Christens-Kostka, zuständige Abteilungsleiterin im Kieler Sozialministerium, sagte für das Vorhaben Unterstützung zu. Quelle: 54° / John Garve

Dass so ein Zentrum dringend in der Hansestadt benötigt wird, macht Thomas Schell klar. „Durch die wachsende Zahl der hilfsbedürftigen Menschen sowie der steigenden Zahl der Mitarbeiter stoßen wir alle an unsere baulich-räumlichen Grenzen“, so Schell. Vorwerk und der Travebogen treten in dem Projekt als Bauherren für ihre jeweiligen Bereiche auf und sind für Baufinanzierung, Umsetzung und Ausführung verantwortlich. Es besteht dabei Einigkeit, an einem zentrumsnahen, gemeinsamen Standort mit einer einheitlichen Architektur das Vorhaben umzusetzen. Die Hospizbewegung und Die Muschel werden künftig Mieter in den von ihnen genutzten Räumen im Hospiz-Palliativzentrum.

Drei Grundstücke in der engeren Wahl

Als nächster Schritt soll nun ein geeignetes Grundstück gefunden werden. „Momentan haben wir drei Areale in der engeren Wahl, freuen uns aber über jedes neue Angebot“, betont Thomas Schell. Gleichzeitig sollen die Planungen mit Hilfe eines Architekten konkretisiert werden; ein Konzept soll entsprechend in den nächsten drei bis sechs Monaten stehen. Dass die Finanzierung dann die größte Herausforderung sein wird, ist den Beteiligten klar. Immerhin verspricht Dörte Christens-Kostka, zuständige Abteilungsleiterin im Kieler Sozialministerium: „Gemäß neuer Förderrichtlinie wird ein Hospizplatz mit 30 000 Euro gefördert, ein teilstationärer Platz mit 25 000 Euro.“ Schritt für Schritt gehe man nun voran, so die Botschaft von Thomas Schell.

Die Kooperationspartner

Das im Jahr 2009 gegründete Palliativnetz Travebogen ist ein Zusammenschluss aus Ärzten, Pflegediensten, ambulanten Hospizdiensten, stationären Einrichtungen, Therapeuten und Ehrenamtlichen, die eine palliative Betreuung gewährleisten. Ziel sei es, schwerstkranken Menschen ein Sterben mit sehr guter Symptomkontrolle in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Allein im Raum Lübeck versorgte das Bündnis 522 Menschen im Jahr 2017. Und das Rickers-Kock-Haus der Vorwerker Diakonie bietet mit sieben Einzelzimmern sterbenden Menschen ein letztes Zuhause.

Michael Hollinde

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