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Lübeck www.luebeck.de: Web-Auftritt soll besser werden
Lokales Lübeck www.luebeck.de: Web-Auftritt soll besser werden
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22:53 27.02.2014
Lübeck

Nach 14 Jahren soll die Hansestadt jetzt auch im 21. Jahrhundert ankommen. Der Internetauftritt der Stadt soll moderner und zeitgemäßer werden. Dazu muss die Verwaltung jetzt eine digitale Strategie entwickeln. Das hat die Bürgerschaft gestern einstimmig beschlossen. Nur die Linken stimmen überhaupt nicht mit ab — weil die vorangegangene Diskussion und Abstimmung zu chaotisch ist. Denn so einmütig das Votum, so vielstimmig die Debatte. Klar ist aber für alle: Der Internetauftritt ist veraltet.

„Die Stadt ist mit ihrer Internetpräsenz im Hintertreffen“, macht Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter klar. Er fordert: „Da muss etwas passieren.“ Das Rathausbündnis aus SPD, Grünen und Freien Wählern wolle den Lübeckern mit einem runderneuerten Auftritt der Stadt im Netz vor allem Wege zu den Behörden ersparen. „Außerdem soll die Website zum Aushängeschild der Stadt werden“, fordert Fürter. Und: Die Verwaltung soll „schlanker werden“ durch das Internet. „Das ist alles keine neue Diskussion“, gibt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau zu. Er will mit einem erneuerten Internetauftritt den Service verbessern. „In anderen Städten kann man längst online verfolgen, wie der Sachstand bei einem Bauantrag ist — oder wann der Personalausweis fertig ist“, sagt Lindenau. Da müsse man nicht jedes Mal aufs Amt gehen und nachfragen, wann die Unterlagen fertig sind.

„Wir diskutieren das Thema schon seit 1999“, kreidet FDP-Vormann Thomas Rathcke an. „Das ist alles nichts Neues“, so BfL-Fraktionschef Marcel Niewöhner. Es gebe haufenweise Anträge, die die Bürgerschaft beschlossen habe, aber: „Passiert ist nichts.“ Der Linke Ragnar Lüttke hakt ein: „Dabei war Lübeck einmal Spitzenreiter. Hatte als erste Stadt in Deutschland einen Internetauftritt.“ Das war aber Mitte der 90er Jahre. „Es ist ein Unding, dass ein barrierefreier Internetauftritt noch nicht gemacht wurde“, ärgert sich auch Karl-Theodor Junge vom Seniorenbeirat. „Das ist ein Versäumnis der Stadt“, kritisiert er. „So kann es nicht weitergehen.“

Für Lüttke ist das gesamte Verfahren aber viel zu umständlich: „Wollen Sie uns verhöhnen?“, will er von der Rathausmehrheit wissen. Der Auftritt im Netz „hinke hinterher wie ein alter Pappkarton“, sagt Lüttke. „Und Sie wollen lediglich einen Bericht fordern? Das kann nicht Ihr Ernst sein.“ Nur um die Schriftgröße der Website zu verändern, brauche es das nicht. Lindenau kontert: „Die Buchstaben größer zu machen, funktioniert doch schon. Und da echauffieren Sie sich?“ Barrierefreiheit bedeute viel mehr, dabei gehe es auch um Kontraste und Druckfunktionen. „Außerdem ist dieser Aspekt nur einer von vielen“, meint Fürter.

Insgesamt will das Bündnis zwölf Punkte von der Verwaltung untersucht wissen. Rathcke versucht noch, das Ganze in einen Zeitrahmen zu fassen: „Bis Ende dieses Jahres.“ Doch das geht im allgemeinen Diskussionschaos unter. Denn am Rande der Debatte geht es auch noch darum, wer eigentlich die Idee hatte zur Frischzellenkur des Internetauftritts der Stadt. „Der Seniorenbeirat“, ist sich Niewöhner sicher. Seine Partei habe das Ansinnen nach einem barrierefreien Internet der Senioren aufgenommen und einen Antrag gestellt. Das lässt sich sein Intimfeind Bruno Böhm (Freie Wähler) nicht gefallen.

„Der Antrag ist ursprüngliche einmal von mir gekommen. Damals habe ich noch zur BfL gehört und das Thema voran getrieben.“

Josephine von Zastrow