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Nordwestmecklenburg 13 Straßenkatzen in Kalkhorst – Einwohner wollen helfen
Lokales Nordwestmecklenburg 13 Straßenkatzen in Kalkhorst – Einwohner wollen helfen
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12:44 20.11.2018
Insgesamt 13 wilde Katzen leben im Dorfzentrum Quelle: Michael Prochnow
Kalkhorst

Jacqueline Lenschow ist seit dem Sommer Filialleiterin im „Konsum“ in Kalkhorst. Das Geschäft im Dorfzentrum ist Café, Laden und Treffpunkt. Und das auch für insgesamt 13 wilde Katzen, die auf einem verlassenen Gehöft in der Nähe leben. „Ich habe selbst eine Katze, mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass sich niemand um die Tiere kümmert“, sagt Jacqueline Lenschow.

Jacqueline Lenschow, Filialleiterin im Konsum Kalkhorst Quelle: Michael Prochnow

„Es wird leider zum Problem, wenn die Katzen teilweise bis in den Laden kommen, weil sie Hunger habe. Aber aus hygienischen Gründen geht das einfach nicht.“ Seit Wochen telefoniert sie herum, um Hilfe zu bekommen. „Aber im Amt Klützer Winkel hat man mir erklärt, dass man für Katzen nicht zuständig sei. Es sei schwierig, einen Halter auszumachen.“

Ein Anruf im Tierheim Dorf Mecklenburg brachte die engagierte junge Frau auch nicht viel weiter. „Dort hieß es, ich könne die Katzen einfangen und sie nach Wismar zum Tierarzt bringen. Aber wie und wann soll ich das machen!?“

Futterstelle und Schlafplätze eingerichtet

Inzwischen gibt es Hoffnung. Der Lottihof in Seefeld bei Mühlen Eichsen hat ein Team vorbeigeschickt. In dem verlassenen Gehört haben die Mitarbeiter Futter hinterlassen und Schlafplätze für die Katzen eingerichtet. In naher Zukunft sollen sie eingefangen und zum Tierarzt gebracht werden, wenn sie gesund und kastriert beziehungsweise sterilisiert sind, werden sie wieder ausgesetzt. Denn das größte Problem ist die Gefahr, dass sich die insgesamt 13 Tiere unkontrolliert vermehren. Sie einzufangen wird allerdings nicht ganz einfach, deshalb gibt es jetzt die Futterstelle, um die Katzen anzulocken. „Ich bin gespannt, ob das funktioniert“, sagt Jacqueline Lenschow. „Aber ich bin froh, dass endlich etwas passiert. Wir haben bald Winter und ich möchte nicht irgendwann die erfrorenen Katzen dort finden.“

Einige Tiere sind bereits krank

Woher die Tiere kommen, ob sie jemand ausgesetzt hat, das weiß niemand im Dorf. Die Filialleiterin vermutet, dass es sogenannte Maikatzen sind, die im Frühjahr geboren wurden. „Wir haben schon herumgefragt, aber niemand weiß etwas.“ Fakt ist, dass einige der Tiere bereits krank sind. Verklebte Augen sind deutlich bei einigen Katzen zu erkennen. „Eine ist fast blind, es ist schlimm mit anzusehen, wie sie sich quält.“ Auch deshalb hofft sie, dass die Aktion des Lottihofes erfolgreich sein wird.

Das hängt allerdings noch davon ab, wer die Rettungsaktion finanziert. Derzeit gibt es in dieser Woche eine Anfrage der Tierschützer beim Amt Klützer Winkel. 13 Katzen zu behandeln, sei teuer, sagt Christine Geburtig, die Leiterin des Lottihofes. „Die Kosten für die Kastration beziehungsweise Sterilisation liegen zwischen 80 und 105 Euro. Das können wir nicht allein finanzieren.“ Seit Jahren fordert Christine Geburtig eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen. „Dann hätten wir solche Situationen wie jetzt in Kalkhorst nicht.“

Am Dienstag dann die gute Nachricht aus dem Amt Klützer Winkel. Wie Christine Geburtig mitteilte, habe sie einen Anruf erhalten, dass das Amt sich der Katzen in Kalkhorst annehmen werde. „Das bedeutet, dass im Auftrag des Amtes die Tiere eingefangen und zu einem Tierarzt gebracht werden. Ich freue mich, dass wir am Ende doch ziemlich schnell eine Lösung gefunden haben.“

Michael Prochnow

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