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Nordwestmecklenburg 3000 Euro für Hinweise auf Brandstifter
Lokales Nordwestmecklenburg 3000 Euro für Hinweise auf Brandstifter
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08:46 16.10.2018
Feuer auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes in Grevesmühlen Quelle: Karl-Ernst Schmidt
Grevesmühlen

Frust bei den Feuerwehrleuten und den Opfern, seit Wochen halten ungeklärte Brände Grevesmühlen in Atem. Nun setzt das Landwirtschaftsunternehmen in Grevesmühlen, das am 3. Oktober das Ziel der beziehungsweise des Brandstifter/s war. Dort brannten am helllichten Tag zwei komplette Lagerhallen ab. Der Schaden beläuft sich nach Angaben von Tim Diedrich, Chef des Unternehmens, auf rund 300 000 Euro. „Jetzt hoffen wir darauf, dass sich Zeugen melden, die die Ermittlungen unterstützen können.“ Denn bislang gibt es noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Der Brand war am Feiertag ausgebrochen, und zwar an zwei verschiedenen Stellen. Möglicherweise haben Anwohner oder Spaziergänger in der Nähe des Unternehmens oder rund um den Mühlenberg verdächtigen Personen gesehen. Hinweise nimmt die Polizei entgegen. Die Belohnung in Höhe von 3000 Euro wird ausgezahlt für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Falles führen. Das Großfeuer in Grevesmühlen Anfang des Monats ist nicht der einzige ungeklärte Fall, der die Polizei derzeit beschäftigt.

Seit mehreren Wochen gibt es immer wieder Brände in Grevesmühlen. Am Anfang waren es Müllcontainer im Ploggenseering. Durch die Flammen wurde eine Hausfassade erheblich zerstört. Wenige Tage später brannte es dann im Eingangsbereich eines Wohn- und Geschäftshauses in der Wismarschen Straße. Die Fälle ereigneten sich im September. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen den Bränden im Ploggenseering und dem Feuer in der Family-Filiale, die Tatorte liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Die 3000 Euro, die der Landwirtschaftsbetrieb als Belohnung für die Aufklärung der Brandstiftung ausgesetzt hat, sind nicht der erste Fall, bei dem die Opfer auf diese Weise versuchen, die Ermittlungen voranzutreiben. Beim schweren Brand im Pferdestall am Tannenberg im April 2014 waren vier Pferde qualvoll zu Tode gekommen, die Ställe wurden vollkommen zerstört. Die Pferdebesitzer hatten damals eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Der Fall hatte juristisch für Aufsehen gesorgt, im ersten Durchgang war ein Tatverdächtiger 17-Jähriger freigesprochen worden, in einem erneuten Verfahren vor dem Landgericht wurde der Jugendliche schuldig gesprochen, die Revision des Urteils wurde abgelehnt. Dennoch gibt es bis heute Zweifel, ob der Verurteilte der alleinige Täter war.

Weitere ungeklärte Brände in der Region

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Brand der zwei Lagerhallen auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes in Grevesmühlen und den ungeklärten Brandstiftungen im Ploggenseering und in der Innenstadt im September und Oktober gibt, ist noch völlig unklar. Tatsache ist, dass einer oder mehrere Brandstifter in der Stadt unterwegs sind. Wie schwierig es ist, diese Täter zu ermitteln und zu überführen, zeigt der Fall der Rütinger Brandserie aus dem Frühsommer 2016. Damals waren innerhalb weniger Wochen eine Strohmiete, mehrere Autos und Hecken und Felder in Brand gesetzt und zerstört worden. Zwar verurteilte das Landgericht am Ende ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rüting wegen Brandstiftung. Doch noch immer gibt es Zweifel, ob der junge Mann der alleinige beziehungsweise der einzige Täter war. Nach wie vor nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen zum Brand einer Lagerhalle auf dem Areal des ehemaligen Sägewerks in Grevesmühlen. Dort war im September 2017 eine mit Holz gefüllte Halle bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Ein weiterer Fall ist der Großbrand auf dem Recyclinghof in Neu Degtow. Ende Juni 2015 sind rund 300 Einsatzkräfte aus 28 Wehren vier Tage ununterbrochen im Einsatz, um die brennenden Müllberge zu löschen. Weil Löschwasser aus dem Ploggensee gepumpt wird, sinkt der Wasserspiegel um mehrere Zentimeter. Die Betreiber der Anlage setzen eine Belohnung in höhe von 15 000 Euro aus – allerdings vergeblich bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt worden.

Ebenso wie der Brand der Scheune der Familie Lohmeyer in Jamel. Unmittelbar vor Beginn des Forstrock-Festivals im Sommer 2015 brennt eine Scheune auf dem Gelände der Familie ab. Die Eigentümer gehen davon aus, dass die Brandstifter in der rechten Szene zu suchen sind. Bis heute sorgt der unaufgeklärte Brand für Gerüchte in der Region.

 

Von Michael Prochnow

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