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Nordwestmecklenburg Zusätzliche Polizisten werden kaum bemerkt
Lokales Nordwestmecklenburg Zusätzliche Polizisten werden kaum bemerkt
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13:55 08.08.2019
2014 eröffnete Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Ostseebad Boltenhagen den Bäderdienst der Landespolizei. Etwa 200 Beamte der Landespolizei unterstützen jährlich in der Touristensaison die Reviere der Urlaubsregionen. Bei einer Vorführung nahmen Polizisten einen „Einbrecher“ fest. Quelle: Malte Behnk
Boltenhagen

Das Ostseebad Boltenhagen ist ein beliebter Urlaubsort. Mehr als eine Million Übernachtungen werden dort pro Jahr gezählt. Vor allem in den Sommermonaten vervielfacht sich durch die Gäste die Zahl der Menschen im Ort, der eigentlich nur rund 2500 Einwohner hat.

Polizei in Zahlen

Eine Kleine Anfrage der Freien Wähler im Landtag im April 2019 ergab, dass es am 1. Januar 2018 in der Landespolizei 4779 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte gab.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei Polizeipräsidien, in Neubrandenburg und Rostock. Ihnen untergeordnet sind landesweit 37 Polizeihauptstandorte und insgesamt 206 Polizeistandorte im Land.

Acht Polizeiinspektionen sind es in Anklam, Güstrow, Ludwigslust, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, Stralsund und Wismar mit 16 untergeordneten Polizeihauptrevieren, 28 Polizeirevieren und 77 Polizeistationen sowie fünf Autobahn- und Verkehrspolizeirevieren und der Dienststelle „Besondere Verkehrsüberwachung“ in Anklam. Jeder Polizeiinspektion ist ein Kriminalkommissariat untergeordnet, welche insgesamt 29 Kriminalkommissariat-Außenstellen betreiben.

Die Mengen der Urlauber vergnügen und entspannen sich in der Ostsee, doch manche nutzen ihren Aufenthalt auch, um über die Stränge zu schlagen. So kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen im Ort, die dann in vielen Fällen über die Kurverwaltung an die Polizei gemeldet werden.

Vandalismus an Strandkörben oder Bushaltestellen

Mal waren es die Scheiben der Buswartehäuschen, die zerschlagen wurden, oder es sind Strandkörbe, die nachts im Schutz der Dunkelheit beschädigt werden. Für einen Vermieter kann das schnell einen Schaden von mehreren tausend Euro bedeuten.

„Es fehlt offenbar an Personal“

So berichtet ein Strandkorbvermieter, dass erst vor kurzem durch Unbekannte fünf Oberteile seiner Strandkörbe zerstört wurden und so ein Schaden von fast 2000 Euro entstanden ist. Selbstverständlich wurde die Sachbeschädigung angezeigt, aber „es fehlt offenbar an Personal bei der Polizei“, wie der Vermieter selber einschätzt. Er würde sich mehr sichtbare Präsenz in Form von Streifengängen im Ostseebad wünschen. „Die Beamten machen ja schon, was sie können“, sagt er auch mit Blick auf ein Ereignis im vergangenen Jahr.

Strandkorbvermieter verfolgt selber Randalierer

Da hatte er zwei Männer beobachtet, die Strandkörbe beschädigt hatten, und daraufhin die Polizei alarmiert. Den Männern, die weiter den Strand entlanggingen und sich dann zur Ortsmitte bewegten, folgte er im sicheren Abstand. Doch als die Polizisten eintrafen, waren die Verdächtigen verschwunden. „Die Beamten konnten früher nicht da sein, weil sie einen anderen Einsatz hatten. Sie sind dann aber noch mit mir durch Boltenhagen gefahren, falls ich die Personen wiedererkenne“, schildert der Strandkorbvermieter. Doch die Fahrt durch Boltenhagen blieb erfolglos.

202 Polizisten zwischen Ahlbeck und Boltenhagen

Der betroffene Strandkorbvermieter vermisst in Boltenhagen zusätzliche sichtbare Beamte, die von Mai bis September im Bäderdienst eingesetzt werden. Allerdings sind es in diesem Jahr nur 202 Polizisten der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, die zwischen Ahlbeck und Boltenhagen verstärkt Präsenz zeigen. Da bleiben für das Ostseebad im Nordwesten nur drei zusätzliche Polizisten, die auch nicht täglich auf Fußstreife durch den Ort gehen.

Drei zusätzliche Beamte in Grevesmühlen

„Das Ostseebad Boltenhagen ist Teil des Bäderdienstkonzeptes, das in der Zeit vom 13. Mai bis zum 19. September Anwendung findet. In diesem Zeitraum verstärken drei Beamte des Landesbereitschaftspolizeiamtes M-V das Polizeirevier Grevesmühlen, in dessen Zuständigkeitsbereich sich Boltenhagen befindet. Drei weitere zusätzliche Bereitschaftspolizisten versehen ihren Dienst im Polizeihauptrevier Wismar“, informiert Axel Köppen aus der Pressestelle der Polizeiinspektion Wismar auf Nachfrage. Direkt in Boltenhagen ist nur der Kontaktbeamte Marcus Wiederhold regelmäßig anzutreffen. Er ist seit April 2015 in der Polizeistation an der Kastanienallee eingesetzt.

Die Polizeistation an der Kastanienallee in Boltenhagen ist montags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr besetzt. Quelle: Malte Behnk

Polizeistation an zwei Tagen besetzt

Polizeioberkommissar Marcus Wiederhold ist seit 2015 Kontaktbeamter in Boltenhagen Quelle: Michael Prochnow

„Die Polizeistation Boltenhagen ist zu den Sprechzeiten montags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr mit dem örtlichen Kontaktbeamten, Polizeioberkommissar Marcus Wiederhold, ganzjährig besetzt. Aber auch über diese festen Zeiten hinaus ist er häufig in seiner Dienststelle anzutreffen bzw. in seinem Zuständigkeitsbereich, dem Amt Klützer Winkel, ansprechbar. Einsätze entlang der dortigen Küste werden zudem durch ihn und Kräfte des personell verstärkten Grevesmühlener Polizeireviers abgedeckt“, teilt Axel Köppen weiter mit.

Eine öffentliche Eröffnung des Bäderdienstes in Boltenhagen mit Innenminister Lorenz Caffier hatte es zuletzt 2014 gegeben. Diese offiziellen Veranstaltungen mit dem Innenminister finden im jährlichen Wechsel im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock und des Polizeipräsidiums Neubrandenburg statt.

Von Malte Behnk

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