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Nordwestmecklenburg Bauern wollen ihr Image jetzt aufpolieren
Lokales Nordwestmecklenburg Bauern wollen ihr Image jetzt aufpolieren
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21:23 24.02.2015
Tim Mathwig (18, v. l.), Paul Roggentin (20), Christoph Wittmiß (25) und Marcel Fröhling (32) wurden für ihre Leistungen bei den Pflügewettbewerben geehrt. Die Auszeichnungen nahm Jörg Haase vor. Quelle: Fotos: Bruno Lübbers
Rehna

Einen schlechten Ruf haben die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern nicht unbedingt. Und trotzdem sind die Bauern unzufrieden mit dem Bild, das in den Medien von ihnen gezeichnet wird. Gestern trafen sich rund 100 Landwirte während der Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbandes in Rehna. Eines des Hauptthemen war und ist die Öffentlichkeitsarbeit des Bauernverbandes.

Hierzu stellte der Präsident des Bauernverbandes MV, Rainer Tietböhl, eine neue Strategie vor. Mit einer zusätzlichen Fachkraft für Öffentlichkeitsarbeit und einem Budget von rund 100000 Euro pro Jahr soll das Thema angegangen werden. „Jetzt ist der Zeitpunkt, sich gerade zu machen“, so Tietböhl. „Was moderne Imagepflege angeht, hängen wir weit hinter den Grünen Verbänden wie dem Nabu oder Tierschutzorganisationen zurück.“

Gerade in den sozialen Medien braucht es nach Ansicht des Landesverbandes Aufklärungsarbeit, um den oft mit schockierenden Bildern und Anfeindungen gegen einzelne Landwirte geführten Kampagnen entgegenzuwirken.

Es ist laut Tietböhl ein Problem, wenn die Politik sich auf Umfragen im Internet stützt, deren Teilnehmer mit einem verzerrten und skandalisierten Bild der Landwirtschaft aufgeladen sind. Tietböhl kritisierte auch einige Zeitungen und den NDR. Sie zeichnen seiner Ansicht nach kein ausgewogenes Bild der Landwirtschaft.

Das Geld für die Imageverbesserung will der Verband durch eine Beitragserhöhung zusammenbekommen, doch dabei stieß Tietböhl in Nordwestmecklenburg auf heftigen Gegenwind.

Jörg Haase mahnte im Namen des Kreisvorstandes an, man sollte das Konzept vorher noch präzisieren und um Verständnis bei den Mitgliedern werben, sonst könnte der Schuss nach hinten losgehen. Da die Erhöhung erst 2016 greife, habe man noch genug Zeit, das Thema zu vertiefen.

Haase und auch sein 2. Stellvertreter, Wolf-Dietmar Vetter, machten deutlich, dass der Vorstand die grundsätzliche Richtung des Vorhabens begrüßen würde. Demgegenüber äußerte sein 1. Stellvertreter, Jörg Hünemörder, die Ansicht, der Landesverband solle sich auf die direkte Lobbyarbeit in der Politik konzentrieren.

Grundtenor aller drei Vorstände aber war, dass der Landesverband zunächst seine eigenen Rücklagen von knapp 640000 Euro nutzen und eine Beitragserhöhung sehr behutsam an die Mitglieder herantragen sollte.

Zu Gast war gestern auch Gerhard Rappen, 1. Stellvertreter der Landrätin, er überbrachte die Grüße der Landrätin und lobte die Zusammenarbeit zwischen Verband und Verwaltung. Dabei wies er auch auf das in Arbeit befindliche „integrierte ländliche Entwicklungskonzept“ hin, das Ende März vorgelegt werden soll und die Grundlage für Förderungen zum Beispiel für den ländlichen Wegebau und Projekte zur Dorferneuerung ist. Auch Jörg Haase begrüßte, dass der Verband vermehrt von der Kreisverwaltung um Stellungnahme gebeten werde. Bei der Zusammenarbeit mit den Fachdiensten gebe es aber noch Probleme. Kritisiert wurde die Abwicklung von Vorgängen, die nach Ansicht der Landwirte zu lange dauere.

Bruno Lübbers

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