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Nordwestmecklenburg Bekommt Herrnburg ein Pflegeheim?
Lokales Nordwestmecklenburg Bekommt Herrnburg ein Pflegeheim?
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08:00 26.09.2019
Hans-Peter Schulz zeigt auf die Flächen, wo das Projekt „Betreutes Wohnen und Pflegeplätze für die Altenpflege“ in Herrnburg umgesetzt werden könnte. Quelle: Dirk Hoffmann
Herrnburg

In naher oder auch ferner Zukunft könnte in Herrnburg ein Pflegeheim gebaut werden. Einstimmig haben jetzt die Lüdersdorfer Gemeindevertreterden Willen dazu bekundet. Sie fassten den Beschluss, dass sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen und die Amtsverwaltung mit dem Ziel beauftragt werden soll, Investoren sowie Betreiber für das Projekt „Betreutes Wohnen und Pflegeplätze für die Altenpflege“ in der Gemeinde Lüdersdorf zu gewinnen.

Mit über 5000 Einwohnern zählt die Gemeinde Lüdersdorf zu den größten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neben vielen jungen Familien mit Kindern geht aber auch an ihr der demografische Wandel nicht vorbei. Die ältere Generation benötigt teilweise speziellen Wohnraum.

Zu wenige Pflegeplätze in der Gemeinde Lüdersdorf

Doch da beginnt das Problem. „Wahrsow reicht bei Weitem nicht aus“, erklärte Hans-Peter Schulz von der SPD mit Blick auf die derzeitige Situation. 53 vollstationäre Plätze gibt es im Pflegezentrum „Haus am Brink“ des zur Gemeinde gehörenden Ortsteils. Viele Einwohner sind deshalb gezwungen, sich außerhalb des Gemeindegebietes Plätze zu suchen. Ein Zustand, der unbefriedigend ist, aber nach Darstellung von Schulz nicht dauerhaft so bleiben muss. So gibt es in Herrnburg gegenüber der Kirche ausgewiesene freie Flächen, die sich dafür anbieten – im vorderen Bereich nahe der Hauptstraße stand früher ein Bauernhaus, das abgerissen wurde. „Es sind auch die einzigen Flächen, die wir als Gemeinde in zentraler Ortslage besitzen“, so Schulz weiter, dessen Fraktion dieses Thema in die Gemeindevertretung brachte. Um zu sehen, ob sie sich dieses Themas überhaupt annehmen will, wie es Schulz ausdrückte.

Nicht nur die Notwendigkeit, weitere Pflegeplätze und Plätze für betreutes Wohnen in der Gemeinde zu schaffen, ist gegeben. Nach Meinung von Bernhard Strutz, Vorsitzender der Fraktion „Bürger für Lüdersdorf“ (BfL), sind auch die Einkaufsmöglichkeiten längst nicht so, wie es sich Teile der Bevölkerung wünschen. Nachdem vor vielen Jahren der Markt in Lüdersdorf schloss, können sie nur in Herrnburg einkaufen. Die BfL hatte deshalb schon im April des vergangenen Jahres den Vorschlag eines Lebensmittelmarktes am Lüdersdorfer Kreisel eingebracht. Da sich zu diesem Zeitpunkt aber noch kein Investor fand, lehnte die Gemeindevertretung das ab. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom 27. August 2019 haben die Abgeordneten diesem Ansinnen nun zugestimmt.

Bau eines Lebensmittelmarktes in Sicht

Jetzt gibt es einen Nahversorger, der an diesem Standort einen Lebensmittelmarkt als Filialneubau errichten und betreiben möchte. „Der Investor ist bundesweit aktiv und kann die Planungen nun aufnehmen“, so Strutz, dessen Fraktion das Thema nicht aus den Augen verlor und dem Nahversorger selbst eine schriftliche Anfrage stellte, ob dieser Interesse daran habe.

Während Vorhaben wie das betreute Wohnen und der Lebensmittelmarkt für weitere Planungen die Ausschüsse durchlaufen müssen, hat die Gemeindevertretung am Dienstagabend zu anderen Themen endgültige Beschlüsse fassen können. So wurde unter anderem beschlossen, dass die Gemeinde 50 Prozent der verbleibenden Kosten der Krippen- und Kindergartenplätze für die Kita „Haus der kleinen Landmäuse“ in Wahrsow übernimmt.

Kita-Plätze werden teurer

Ein entsprechender Beschluss wurde nach der Erhöhung der Entgelte der in Trägerschaft des DRK befindlichen Kita „Haus der kleinen Landmäuse“ in Wahrsow notwendig. Auch die Eltern müssen nun mehr zahlen. Statt zuvor 184,04 Euro sind es für einen Ganztagsplatz im Kindergarten jetzt monatlich 219,72 Euro. Die Kosten für den Teilzeitplatz erhöhten sich von ehemals 144,48 Euro auf 169,14 Euro und für den Halbtagsplatz sind es jetzt 145,59 Euro gegenüber den vorher gezahlten 126,45 Euro. Die neuen Beträge gelten ab dem 1. September 2019 und ändern sich ab dem 1. Januar 2020 bereits wieder. Dann fallen sie für die Eltern ganz weg, da das Land Mecklenburg-Vorpommern diese Kosten übernimmt. Allerdings nur für drei Jahre, denn die getroffene Vereinbarung zwischen dem Bund und dem Land MV gilt nur bis 2022, wie Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel betonte.

Ebenfalls beschlossen wurde indes die Ersatzbeschaffung einer Scheuersaugmaschine für die freiwillige Feuerwehr mit Kosten in Höhe von 2545,49 Euro. Nach 18 Jahren hat die alte Maschine ausgedient, war defekt und nicht mehr zu reparieren.

Darüber hinaus wurde der Wahl von Cornelius Geppert als Stellvertreter in den Finanzausschuss zugestimmt. Der 55-jährige, der ein Software- und Energieberatungsunternehmen betreibt, rückt für Petra Zacharis, Fraktionsvorsitzende „Die Initiative“, nach.

Von Dirk Hoffmann

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