Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Nach Kündigung: Beliebte Kantine in Grevesmühlen eröffnet neu
Lokales Nordwestmecklenburg Nach Kündigung: Beliebte Kantine in Grevesmühlen eröffnet neu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 28.10.2019
Iris Nimz (r.) und ihr Team: ihre Zwillingsschwester und Angestellte Ines Bössow (v.l.), Aushilfe Kerstin Rostek, Mutter Thea Bössow und Aushilfe Angelika Busch. Nächstes Jahr soll hier noch eine Terrasse entstehen. Quelle: Jana Franke
Grevesmühlen

Was für ein Jahr für Iris Nimz. Im April erreichte die 58-Jährige eine Nachricht, die ihr den Boden unter den Füßen wegriss: Der unbefristete Mietvertrag für ihre Kantine „De Gaude Koek“ in der Grevesmühlener Jahnstraße ist gekündigt worden. „Das kam sehr überraschend“, sagt sie noch immer fassungslos. „Und ich habe keine Ahnung, warum. Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“

Beliebt seit 17 Jahren

Seit August 2002 begrüßte sie täglich Kunden zum Frühstück und zum Mittag. Nicht selten gingen mittags mehr als 100 Essen über den Tresen, 50 Kilogramm Kartoffeln wurden täglich verdrückt. Hilfe hatte Iris Nimz zunächst von ihrer Nichte, dann hielt sie allein die Stellung und holte später ihre Zwillingsschwester Ines Bössow sowie ihre Mutter Thea Bössow ins Boot. Die 81-Jährige ist noch heute dabei. Außerdem helfen Kerstin Rostek und Angelika Busch aus.

Seit 2002 hat Iris Nimz die Kantine auf dem ehemaligen IHT-Gelände betrieben. Quelle: Michael Prochnow

Die Kündigung galt zunächst für den 31. Juli. „Wir haben dann noch eine Verlängerung bis Ende September bekommen“, berichtet Iris Nimz. Ihre Stammkunden waren ebenso entsetzt wie die Chefin selbst – zogen dann an den Fäden und suchten sogar eigenständig nach Alternativräumen. Dachdeckermeister Christian Gerdau kam letztlich mit der frohen Botschaft, dass ihm Grünen Weg Räumlichkeiten leer stehen würden, die die Grevesmühlener Stadtwerke vermieten. Einst war dort der Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg untergebracht. Auch wenn die monatliche Miete mehr als das Doppelte wie bisher ist, wagt es Iris Nimz – und eröffnet am kommenden Freitag, dem 1. November. „Ich stecke den Kopf nicht in den Sand. Ich habe ja noch ein paar Jährchen bis zur Rente“, sagt sie lächelnd.

Noch ist einiges zu tun

Heute sieht die Kantine noch alles andere als fertig aus. Mehrere Gewerke sind im Flachbau beschäftigt. „Aber es hat sich im Vergleich zur vergangenen Woche schon so viel getan“, freut sich Thea Bössow. Die Küche steht noch nicht an ihrem Platz. „Ich musste auch noch ein wenig investieren und mir neue Geräte anschaffen“, erklärt Iris Nimz. Die Tische und Stühle stehen gestapelt im Essensraum, der nicht ganz so großzügig wie in der Jahnstraße geschnitten ist, aber alles findet dort seinen Platz. Bis zu 45 Gäste können dort schmausen.

Von 6 bis 13.30 Uhr ist die Kantine geöffnet. Die Hausmannskost ist beliebt – vor allem bei Handwerkern. Viele Stammkunden begrüßen Iris Nimz und ihr Team täglich. Morgens seien vor allem Eiersalat- und Zwiebelmett-Brötchen der Renner, auch Bockwurst und Rührei gehen gut. Mittags sind es vor allem Schnitzel, die viele anlocken. „Wir hatten jetzt einen Monat geschlossen. Ich hoffe, dass alle meine Stammkunden wiederkommen“, sagt Iris Nimz.

Terrasse geplant

Bereits im Jahr 2013 erlebte die 58-Jährige einen Tiefschlag. Fast zwei Jahre fuhr sie Verluste ein, weil sich die Bauarbeiten an der Bahnbrücke in Grevesmühlen länger hinzogen als geplant und der Weg zur Kantine in der Jahnstraße nicht mehr so bequem zu erreichen war. Schon damals hatte sie schlaflose Nächte – wie nach der Kündigung in diesem Jahr auch.

Aber die starke Frau lässt sich nicht entmutigen. Pläne für die Zukunft gibt es auch schon. „Wir wollen im kommenden Jahr eine Terrasse hinter dem Haus gestalten, damit die Kunden bei schönem Wetter im Freien essen können“, plant sie. Was für ein Jahr für Iris Nimz – mit Tiefen und nun hoffentlich wieder mit Höhen.

Lesen Sie auch:

Lüdersdorf: Neue Chancen für Häuslebauer und Feuerwehr

Kostenloses Parken für Grevesmühlens Feuerwehrleute?

Lange Nacht der Kunst: Hinter den Kulissen von Boltenhagen

Von Jana Franke

Halloween war ursprünglich im katholischen Irland weit verbreitet – hat aber längst auch Nordwestmecklenburg erreicht. Am Donnerstag klingeln wieder viele Gruselfiguren an den Haustüren.

28.10.2019

Zusätzliche Baugrundstücke in zwei Ortsteilen: Das ist das Ziel von Plänen, die die Lüdersdorfer Gemeindevertreter befürworten. Sie machen auch den Weg zum Bau von Löschwasserzisternen frei.

08.11.2019

Eine souveräne Leistung war es nur phasenweise, was die Grevesmühlener Handballer im zweiten Saisonspiel zeigten. Doch am Ende gewannen sie mit 26:24 gegen den ESV Hagenow.

27.10.2019