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Nordwestmecklenburg Bessere Bedingungen, höhere Kosten
Lokales Nordwestmecklenburg Bessere Bedingungen, höhere Kosten
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21:10 01.06.2015
Die Kindertagesstätte in Mallentin. Quelle: Robert Niemeyer
Mallentin

Müssen Eltern für die Betreuung ihrer Kinder in der Mallentiner Kita „Feldmäuse“ bald tiefer in die Tasche greifen? Das entscheidet sich morgen. Dann geht die Gemeinde Stepenitztal in die Verhandlung mit dem Landkreis. Eine Gebührenerhöhung ist durchaus denkbar. Hintergrund: Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr kräftig in die Kita investiert und einen Anbau fertiggestellt, um mehr Betreuungsplätze zu schaffen. Träger der Kita ist der Jugendhilfeverein „Käthe KollwitzRehna, der nun, um die Investition der Gemeinde irgendwie aufzufangen, mit einer erhöhten Pacht rechnen könnte. Das wiederum wirkt sich auf die Elternbeiträge aus.

Der Bürgermeister der Gemeinde Stepenitztal, Peter Koth, hält sich bedeckt, macht aber deutlich: „Wir sind als Gemeinde, die einen Kindergarten unterhält, angehalten, zu investieren, um die laut Gesetz erforderlichen Betreuungsplätze vorzuhalten und gleichzeitig kostendeckend zu arbeiten.“ Das kann im Grunde nur eines bedeuten: Sollte der Träger eine höhere Pacht an die Gemeinde zahlen müssen, kann er, um die Beiträge stabil zu halten, nur am Personal sparen. Kollidieren diese Einsparungen mit dem pädagogischen Konzept der Einrichtung, werden Eltern und Kommune nicht um eine Gebührenerhöhung herumkommen.

Doch wie sieht eine solche Verhandlung mit dem Landkreis aus, die die Gemeinde Stepenitztal morgen erwartet? Für die Betreuung eines Kindes zahlen neben den Eltern und der Kommune auch Land und Landkreis ihren Beitrag. Letztgenannte zahlen für einen Krippenplatz ganztags zurzeit 267 Euro, für einen Kindergartenplatz ganztags 136 Euro und für einen Hortplatz ganztags 86 Euro. Die restlichen Kosten teilen sich laut Kinderförderungsgesetz (KiföG) Kommunen und Eltern jeweils zu 50 Prozent. Einige Kommunen in Nordwestmecklenburg sind, zumindest was den Anteil an den Krippenplätzen angeht, kulant und übernehmen 60 Prozent. Den Eltern stehen außerdem vom Landkreis Zuschüsse für Krippenplätze ganztags und für die Betreuung im Vorschuljahr zu. In den Verhandlungen, wie sie jetzt Peter Koth vor sich hat, geht es nicht darum, ob sich der Beitragssatz des Landkreises erhöht, sondern darum, ob die Kalkulation des Trägers stimmig ist. Überprüft werden unter anderem der Personalschlüssel, das pädagogische Konzept und die Betriebskosten. Ist alles stimmig, wird die neue Kalkulation des Trägers und die daraus eventuell veränderten Beiträge für die Betreuung der Kinder abgesegnet. Wie wichtig eine genaue Überprüfung ist, zeigt der Fall der Kita „Am Lustgarten“ in Grevesmühlen. Die Stadt als Träger kalkulierte zunächst, dass die Elternbeiträge sinken werden. Nach der Überprüfung zeigte sich, dass sie zum Teil steigen.

Das könnte in Zukunft auch auf andere Einrichtungen zutreffen. „Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi“, so Maike Frey, Geschäftsführung des DRK Nordwestmecklenburg, „werden in dieser Woche fortgeführt. Da wir an einer Einigung interessiert sind, rechnen wir mit steigenden Personalkosten. Die werden dann in eine neue Kalkulation unserer Kosten mit einfließen.“ Soll heißen: Eltern könnten mehr zahlen. Maike Frey sieht aber die dringende Notwendigkeit, dass Land und Landkreis ihre bisher fixen Kostenbeiträge erhöhen. „Es ist nicht kommunizierbar, dass immer nur Eltern und Kommunen zur Kasse gebeten werden. Land und Landkreis haben ebenso die Pflicht, sich den gesellschaftlichen Erfordernissen zu stellen“, meint sie. Denkbar sei, so Frey weiter, dass sich die Träger im Landkreis zusammenschließen, um in dieser Frage einen politischen Prozess in Gang zu bringen. Dazu äußerte sich Beate Dellin, Leiterin des Fachdienstes Jugend des Landkreises, wie folgt: „Dem Landkreis werden vom Land entsprechend des Kitaförderungsgesetzes Landesmittel zur Verfügung gestellt. Der Landkreis ist dann ebenfalls gesetzlich verpflichtet, diese um 28,8 Prozent zu erhöhen und entsprechend auszureichen.“ Heißt übersetzt: Der Anteil des Landes und des Landkreises ist gesetzlich vorgeschrieben.

Übersicht Elternanteil Kitagebühren
Grevesmühlen:

Evangelische Integrative Kita „Am Ploggensee“, Krippe: Ganztags (GT): 299, 31 Euro (*100 Euro Zuschuss vom Landkreis), Halbtags (HT): 175,44 Euro, Kindergarten: 168,11 Euro (GT), 125,73 Euro (HT), Hort: 127,40 Euro (GT), Teilzeit (TZ): 74,84 Euro



Evangelische Integrative Kita „Am Tannenberg, Krippe: 253,14 Euro* (GT), 154,51 Euro (HT), Kindergarten: 156,54 Euro (GT), 110,33 Euro (HT)

„Die jungen Weltentdecker“, Krippe: 317,76 Euro (GT), 183,46 Euro (HT), Kindergarten: 170,50 Euro (GT), 127,75 Euro (HT)


„Spatzennest“, Krippe: 334,69 Euro* (GT), 196,37 Euro (HT), Kindergarten: 173,96 Euro (GT), 129,93 Euro (HT)
„Spielgarten Klemkow, 176,60 Euro (GT), 126,42 Euro (HT)


Kita „Am Lustgarten“, Krippe: 343,90 Euro* (GT), 213,67 Euro (HT), Kindergarten: 167,76 Euro (GT), 111,35 Euro (HT), Hort: 125,86 Euro (GT), 88,54 Euro (TZ)


Schönberg:

Evangelische Integrative Kita „Die Kirchenmäuse“, Krippe: 264,37 Euro* (GT), 165,78 Euro (HT), Kindergarten: 171,83 Euro (GT), 126,17 Euro (HT)

Integrative Kita „Haus des Kindes“, 131, 96 Euro (GT), 83,55 Euro (HT)


Integrative Kita „Regenbogen“, Krippe: 252,55 Euro* (GT), 141,01 Euro (HT), Kindergarten: 132,33 Euro (GT), 87,76 Euro (HT) Kinderhaus „Am Oberteich“, 116,66 Euro (GT), 70,96 Euro (HT), Hort: 71,68 Euro (GT), 48,01 Euro (TZ) Herrnburg:

Evangelisch Integrative Kita „Peermoor“, Krippe: 294,83 Euro* (GT), 169,86 Euro (HT), Kindergarten: 149,14 Euro (GT), 99,06 Euro (HT)


Hort Grundschule Herrnburg:

80,38 Euro (GT), 51,88 Euro (TZ)


Kita „Haus der kleinen Waldgeister“, 164,76 Euro (GT), 103,43 Euro (HT)


Boltenhagen:

Hort „Neptun Kinnings“, 56, 27 Euro (GT), 35,74 Euro (TZ)


„Standkinnings“, Krippe: 250 Euro* (GT), 153,40 Euro (HT), Kindergarten: 130,43 Euro (GT), 77,58 Euro (HT)


„Die Klützer Schloßspatzen“, Krippe: 301,62 Euro* (GT), 151,47 Euro (HT), Kindergarten: 121,03 Euro (GT), 72,76 Euro (HT)


Kita „Bummi“ Naschendorf, Krippe: 228,56 Euro* (GT), 128,31 Euro (HT), Kindergarten: 129,02 Euro (GT), 94,01 Euro (HT)


Kita „Bussi Bär“ Rüting, Krippe: 306,36 Euro* (GT), 172,25 Euro (HT), Kindergarten: 153,61 Euro (GT), 114,94 Euro (HT), Hort: 96,42 Euro (GT), 71,16 Euro (TZ)
Kita „Deichspatzen“ Dassow, Krippe: 267,75 Euro* (GT), 140,93 Euro (HT), Kindergarten: 136,15 Euro (GT), 88,17 Euro (HT), Hort: 99,68 Euro (GT), 70,45 Euro (TZ)


Upahl: „Die kleinen Landmäuse“, Krippe: 257,18 Euro* (GT), 176,65 Euro (HT), Kindergarten: 158,89 Euro (GT), 106,12 Euro (HT)


Niendorf: Kita „Die kleinen Landschlümpfe“, Krippe: 213,41 Euro* (GT), 100,79 Euro (HT), Kindergarten: 113,29 Euro (GT), 58,78 Euro (HT)


Mallentin: Kita „Feldmäuse“, Krippe: 245,10 Euro* (GT), 136,65 Euro (HT), Kindergarten: 129,44 Euro (GT), 89,18 Euro (HT), Hort: 91,23 Euro (GT), 70,03 Euro (TZ)


Kalkhorst: Krippe: 252,60 Euro* (GT), 132,41 Euro (HT), Kindergarten: 129,43 Euro (GT), 83,07 Euro (HT), Hort: 87,33 Euro (GT), 63,36 Euro (TZ)

Damshagen: Kita „Kleine Strolche“, Krippe: 268,52 Euro* (GT), 147,48 Euro (HT), Kindergarten: 143,70 Euro (GT), 97,97 Euro (HT), Hort: 102,06 Euro (GT), 78,89 Euro (TZ)


Kita Selmsdorf: Krippe: 275,49 Euro* (GT), 144,84 Euro (HT), Kindergarten: 137,73 Euro (GT), 89,40 Euro (HT), Hort: 98,98 Euro (GT), 70,38 Euro (TZ)

Waldkindergarten: 141,28 Euro (TZ)

Annett Meinke

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