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Nordwestmecklenburg Besserer Umgang mit Beschwerden
Lokales Nordwestmecklenburg Besserer Umgang mit Beschwerden
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22:39 10.11.2014
Es zeichnet Unternehmen aus, wenn sie eine offene Fehlerkultur leben.“ Renate Menzel (SPD), Amtsvorsteherin
Klütz

 Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Beanstandungen von Kommunalpolitikern gegeben. So hatte in Damshagen Sylvia Radtke (SPD) von einer „mangelhaften Abarbeitung von Aufträgen“ gesprochen. Die Vorbereitung der Instandsetzung des Feuerwehrgebäudes in Rolofshagen hatte ihr zu lange gedauert oder die Arbeit des Bauhofes sei nicht ordentlich erledigt worden. Um solche Probleme zu klären, war die Amtsvorsteherin extra zu einer Sitzung der Gemeinde Damshagen geladen worden.

Nach Mitarbeitergesprächen und einer Beratung mit den Bürgermeistern des Amtsbereichs sei ihr deutlich geworden, dass einzelne Verwaltungsbereiche klarer abgegrenzt werden müssen. „Dann wissen Bürgermeister leichter, wer in Einzelfragen der richtige Ansprechpartner ist. Aktuell landen zum Beispiel Fragen aus dem Baubereich immer bei einem Mitarbeiter, obwohl ein anderer zuständig ist“, schildert die Amtsvorsteherin. Das führe bei den Kommunalpolitikern zu Frust und bei den Verwaltungsangestellten zu mehr Arbeit. „Außerdem müssen wir uns um das Thema Beschwerdemanagement kümmern.

Das ist noch nicht zu meiner Zufriedenheit geregelt“, sagt sie. „Das zu verbessern ist auch wichtig, um intern zu verstehen, wo es manchmal noch hakt.“ Den richtigen Umgang mit Beschwerden der Bürger oder der Kommunalpolitiker zu finden, werde aber etwas dauern. „Da muss das ganze Haus mitgenommen werden. Es zeichnet Unternehmen aus, wenn sie eine offene Fehlerkultur leben“, fügt sie hinzu.

Sollten Fehler gemacht werden, müsse man das offen einräumen und schnellstmöglich nach einer Lösung suchen.

Nach ihrer Wahl durch den Amtsausschuss im August hat sich Renate Menzel als neue Leiterin der Amtsverwaltung gut eingearbeitet. „Ich nehme an den wöchentlichen Dienstberatungen Teil und bin so mindestens einmal in der Woche im Amt.“ Die vom Land geforderte Umstellung der Haushaltsrechnung ist immer noch eine große Aufgabe für die Verwaltung des Amts. „Wir haben Probebeschäftigungen eingeführt, um Unterstützung zu haben, und wir haben externen Sachverstand eingekauft, um die Umstellung auf die Doppik schnell zu erreichen. Für den Bereich des Amts werden wir das bald abgeschlossen haben.“

Nach dem Amt soll der Haushalt der Gemeinde Zierow endgültig umgestellt werden. „Beide Rechnungen sollen dann vom Rechnungsprüfungsamt noch kontrolliert werden, damit sich keine Fehler in weiteren Gemeinden fortsetzen können“, sagt Renate Menzel. Die zweite Gemeinde im Amtsbereich, deren Haushaltsumstellung danach komplett sein könnte, wäre das Ostseebad Boltenhagen.

Menzel berichtet außerdem, dass das Amt Schulungen vor allem für die Bürgermeister anbieten will, in denen es um die Abgrenzung von Ehrenamt und Verwaltung geht. „Es sollen verschiedene Rechtsgrundlagen erklärt werden, weil es immer Situationen gibt, in denen Bürgermeister nicht genau wissen, wie sie entscheiden dürfen.“ Spannend ist es aus ihrer Sicht auch, wie sich das Land zu den Einwänden aus dem Klützer Winkel zur neuen Landesraumplanung äußert. Es hatte Diskussionen gegeben, dass der Landwirtschaft der Vorrang vor dem Tourismus gegeben werden soll. „So eine Entwicklung wäre nicht förderlich für die Region.“

M. Behnk

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