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Nordwestmecklenburg Pietätlos: Blumen vom Grab in Klütz gestohlen
Lokales Nordwestmecklenburg Pietätlos: Blumen vom Grab in Klütz gestohlen
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16:59 16.04.2019
Drei von fünf Blumensträußen, die zum Geburtstag ihres Mannes an dessen Grab in Klütz gestellt wurden, wurden Kathrin Wieschendorf gestohlen. Quelle: Kathrin Wieschendorf
Klütz

Traurig und verärgert zugleich ist Kathrin Wieschendorf. Vor zehn Jahren ist ihr Mann verstorben. Am 10. April hätte er Geburtstag gehabt. Zu dem Anlass hatten die Witwe sowie andere Angehörige und Freunde Blumensträuße zu der Grabstelle auf dem städtischen Friedhof in Klütz gebracht. „Insgesamt standen dort fünf Sträuße in Vasen. Zwei Tage später waren drei Blumensträuße verschwunden“, sagt Kathrin Wieschendorf entrüstet. „Mir standen die Tränen in den Augen“, sagt sie.

Unterstützung in der Trauer

Wer einen geliebten Menschen verloren hat und trauert, kann sich Unterstützung suchen.

Ein Ansprechpartner ist der Ökumenische Hospizdienst Schwerin/Nordwestmecklenburg, der viele Ehrenamtler als Trauerbegleiter ausgebildet hat.

Außerdem können sich Angehörige von Verstorbenen in Trauercafés mit anderen austauschen. Die Treffpunkte gibt es in Wismar und Boltenhagen und voraussichtlich ab herbst auch in Grevesmühlen.

Das Trauercafé in Boltenhagen findet immer am ersten Sonnabend im Monat um 15 Uhr im Gemeindehaus der Kirche, Klützer Str. 1, statt.

Das Trauercafé in Wismar findet jeden dritten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr im Schwarzen Kloster, Mecklenburger Str 36a, statt.

Kontakt zu den Gruppen der Trauercafés vermittelt Britta Borgwald, Koordinatorin für Grevesmühlen und Umgebung beim Ökumenischen Hospizdienst schwerin/Nordwestmecklenburg unter der Telefonnummer 0152 / 07 53 92 61.

Diebstähle: Problem auf vielen Friedhöfen

Von ihrem Bruder, der beim Bauhof in Klütz arbeitet, hat Kathrin Wieschendorf erfahren, dass häufiger Blumen von Gräbern gestohlen werden. „Das Blumen und anderer Schmuck gestohlen werden, ist ein Problem, das es bei uns genauso wie auf vielen anderen, auch auf kirchlichen Friedhöfen gibt“, bestätigt der Klützer Bürgermeister Guntram Jung. Bürger seien deswegen auch schon an ihn herangetreten.

Diebstahl ist „riesige Pietätlosigkeit“

„Das ist eine riesige Pietätlosigkeit und außerdem Diebstahl“, sagt Jung. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum man so etwas macht.“ Für die Stadt sei es aber schwierig, solche Taten zu verhindern. „Der Friedhof ist öffentlich“, sagt Jung über das Gelände, das aufgrund seiner Nähe zu Schloss Bothmer und der Grabanlage der Adelsfamilie Besucher anzieht.

„Wir können dort keinen Wachdienst hinstellen“, sagt der Bürgermeister. „Die Bauhofmitarbeiter sind regelmäßig auf dem Friedhof, arbeiten dort aber auch nur stundenweise“, sagt Jung. Daher könnten sie auch nicht beaufsichtigen, wer auf dem Gelände was macht. Der Bürgermeister appelliert an die Friedhofsbesucher: „Man sollte sich trauen, jemanden anzusprechen, wenn einem auffällt, dass Blumen weggenommen werden.“ Er rät Betroffenen auch, im Zweifelsfall eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, auch wenn der finanzielle Wert von Blumen eventuell als geringwertig eingeschätzt wird.

Appell ans schlechte Gewissen

Kathrin Wieschendorf hat an einer Grabstelle neben der ihres Mannes einen Hinweis an die Blumendiebe entdeckt. Quelle: Kathrin Wieschendorf

Kathrin Wieschendorf hat außerdem an einem anderen Grab, neben dem ihres Mannes, einen Hinweis entdeckt, der sich offenbar an die Blumendiebe richtet. „Lasst doch die Blumen und Blumenschalen stehen. Das ist doch das Letzte, was wir unseren Toten geben können“, steht darauf geschrieben. „Habt ihr kein schlechtes Gewissen? Habt ihr keinen Anstand mehr?“, heißt es dort weiter.

Genau so sieht es auch Kathrin Wieschendorf, die hofft, dass sich die vermeintlichen Blumendiebe doch noch Gedanken über ihre Aktionen machen und den Grabschmuck künftig stehen lassen.

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