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Nordwestmecklenburg Blutkrebs: Familienvater sucht Lebensretter
Lokales Nordwestmecklenburg Blutkrebs: Familienvater sucht Lebensretter
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15:36 10.05.2019
Hoffen auf die lebensrettende Stammzellenspende: Sebastian (34) aus Schönberg und seine Ehefrau im Krankenhaus. Quelle: privat
Schönberg

Er hilft anderen Menschen. Immer wieder. Wenn die Feuerwehr in Schönberg ausrückt, um Brände zu löschen, Bäume von der Straße zu räumen oder Hilfe nach Verkehrsunfällen zu leisten, dann ist der Familienvater dabei. Jetzt braucht er selbst Unterstützung: „Ich benötige einen Lebensretter, denn ich bin an Blutkrebs erkrankt.“ Eine Stammzellenspende ist seine einzige Überlebenschance.

Familie, Freunde und Kollegen initiieren eine Rettungsaktion für Sebastian, der seinen Nachnamen nicht veröffentlicht haben möchte. Am Sonntag, den 26. Mai, kann sich in Schönberg jeder als möglicher Spender registrieren lassen, der gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist. Möglich ist das an dem Tag von 10 bis 15 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, Amtsstraße 10. Sebastian schreibt aus dem Krankenhaus: „Jeder Einzelne zählt, denn ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen.“ Die dringende Bitte des 34-jährigen Schönbergers: bei der Registrierungsaktion in seiner Heimatstadt mitmachen. Sebastian erläutert: „Wenn es nicht für mich passt, dann vielleicht für eins der Kids, die hier und in anderen Kliniken liegen und für die auch noch niemand gefunden wurde.“ Bisher ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Sebastian erfolglos. Familie, Freunde und Kollegen rufen deshalb auf: „Lasst euch registrieren, denn nur dann könnt ihr als Lebensretter gefunden werden!“ Die Initiativgruppe „Familienvater sucht Lebensretter!“ organisiert die Registrierungsaktion gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei).

Öffnet am 26. Mai für eine Registrierungsaktion, die Sebastians Leben retten könnte: das Feuerwehrgerätehaus in Schönberg. Quelle: Jürgen Lenz

Aus der Klinik schreibt Sebastian: „Als Feuerwehrmann mit Leib und Seele schrecke ich nie davor zurück, anderen zu helfen, auch wenn ich mich dabei selber in Gefahr bringe.“ Bereits als Jugendlicher trat der Sohn eines Brandschützers in die Feuerwehr ein – so wie viele in seiner Familie und Verwandtschaft. Schönbergs Wehrführer Jörn Stange sagt: „Es sind richtige Feuerwehrfamilien.“ Sebastian engagiert sich in der Gemeinschaft der ehrenamtlichen Retter als Maschinist und Gruppenführer.

Als die Schönberger Feuerwehr gefragt wurde, ob sie Räume im Gerätehaus für die Registrierungsaktion bereitgestellen könnte, gab es nur eine Antwort. Jörn Stange berichtet: „Wir haben sofort Ja gesagt. Es ist eine super Aktion.“ Schönberger Brandschützer werden sich am 26. Mai selbst registrieren lassen – wenn sie es nicht bereits getan haben. Das ist ganz einfach und für den möglichen Spender kostenlos. Zuerst ist eine Einverständniserklärung auszufüllen. Dann wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut gemacht.

Organisierte Hilfe international

Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) wurde 1991 gegründet. Sie hat sich seitdem zu einer internationalen gemeinnützigen Organisation im Kampf gegen Blutkrebs entwickelt. Als Stammzellspenderdatei ist sie in Deutschland, Großbritannien, Polen und den USA aktiv. „Darüber hinaus konzentrieren wir unsere Bemühungen auch verstärkt auf die Schwerpunkte Medizin und Forschung“, erläutert die DKMS. Vor einem Monat nahm sie in Köln mit dem 17-jährigen Tobias Dietzel den sechsmillionsten potenziellen DKMS-Stammzellenspender in Deutschland auf.

Der nächste Schritt: Mitarbeiter der DKMS untersuchen die Probe und fügen die Merkmale der Patientendatei bei. Sobald jemand als Spender infrage kommt, meldet sich die gemeinnützige Organisation. Danach folgen weitere Tests und ein Gesundheitscheck. Bestätigt sich, dass der mögliche „genetische Zwilling“ geeignet ist, werden ihm Stammzellen entnommen – normalerweise aus dem Blut, in manchen Fällen mit einer Operation unter Narkose aus dem Beckenkamm. Das hat in Deutschland schon vielen Menschen das Leben gerettet. Alle 15 Minuten erhält jemand in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche.

Jürgen Lenz

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