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Nordwestmecklenburg Boltenhagen: Kreis droht mit Abriss
Lokales Nordwestmecklenburg Boltenhagen: Kreis droht mit Abriss
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20:39 18.06.2018
Bei den ältesten Häusern Boltenhagens (re.) an der Promenade entspricht einiges nicht den Vorgaben des Bebauungsplans. Quelle: Foto: Jana Franke
Boltenhagen

Im Ortszentrum von Boltenhagen, angrenzend an den Kurpark, stehen denkmalgeschützte Häuser des Ostseebades. Terrassen, Zufahrten und Zäune entsprechen aber zum Teil nicht den Vorgaben des Bebauungsplans für das Gebiet. Mitte Mai hatte der Landkreis bekanntgegeben, dass abgerissen werden müsse, was nicht den Plänen entspricht.

Bebauungspläne für denkmalgeschützte Häuser und Kurpark sollen erneuert werden.

Die Gemeinde will dem jetzt entgegenwirken, indem sie den Bebauungsplan ändert. Das haben die Mitglieder des Bauausschusses beschlossen. „Hier holt uns die Geschichte ein“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Michael Steigmann (Die Linke). Damit meinte er, dass die Gemeindevertretung vor einiger Zeit abgelehnt hatte, an dem Bebauungsplan zu arbeiten. „Jetzt will das Bauordnungsamt den alten B-Plan umsetzen“, erklärte Michael Steigmann, dass Hausbesitzer zum Beispiel Terrassen entfernen müssten. Um das zu verhindern, empfiehlt der Bauausschuss der Gemeindevertretung, eine Änderung des B-Plans zu beschließen.

Dabei sollen auch der Kurpark und die dortige Bühne in die Planung mit aufgenommen werden. Laut Verwaltung könne die Gemeinde den Kurpark dann als sogenanntes urbanes Gebiet ausweisen, in dem dann andere Vorschriften für Lärm beziehungsweise Musik gelten würden.

Derzeit dürfen auf der Kurparkbühne nur zehn Veranstaltungen pro Jahr durchgeführt werden, die einen bestimmten Lärmpegel überschreiten. An weiteren Tagen finden auf der Bühne nur Programme statt, die ohne laute Musik auskommen. Grund für diese Einschränkung ist eine Klage eines Hausbesitzers am Rand des Kurparks.

Bei den zehn denkmalgeschützten Häusern zwischen Ostseeallee und Kurpark kritisiert der Landkreis, dass die im B-Plan vorgesehenen überbauten Flächen der Grundstücke überschritten wurden. Die Verwaltung im Amt Klützer Winkel beschreibt in der Sitzungsvorlage für den Bauausschuss, dass die Festsetzungen schon nicht dem tatsächlichen Bestand entsprachen, als der B-Plan 2001 rechtskräftig wurde. Schon allein diese Mängel im Plan müssten aus Sicht der Verwaltung dringend überarbeitet werden.

Außerdem stehen im Bebauungsplan Vorgaben, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen. So haben die kleinen Häuser an der Promenade zur Seebrücke weiße Holzzäune, vorgeschrieben wäre aber Maschendrahtzaun, der ein weniger attraktives Bild bieten würde.

Die Gemeindevertretung tagt am 5. Juli wieder. Dann soll eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen werden. Ohne diese Änderung würde der Landkreis voraussichtlich Abrissverfügungen verschicken.

Malte Behnk

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