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Nordwestmecklenburg Bauausschuss diskutiert über Staus und Falschparker
Lokales Nordwestmecklenburg Bauausschuss diskutiert über Staus und Falschparker
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16:10 07.08.2019
Stau in Boltenhagen auf der Ostseeallee. Vor allem während der Hauptsaison drängen sich viele Autos auf der Ostseeallee in Boltenhagen. Der Verkehr ist ein großes Problem in der Gemeinde. Quelle: Malte Behnk
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Boltenhagen

Der Bauausschuss der Gemeinde Boltenhagen hatte seine erste Sitzung und gleich wurde über ein wichtiges Thema diskutiert, das das Ostseebad eigentlich jede Sommersaison beschäftigt: den Verkehr.

„Katastrophale Verkehrsverhältnisse“

Die Fraktion von Grünen und FUB (Freie unabhängige Boltenhagener) hatte den Antrag gestellt, dass kurzfristig Banner an den Ortseingängen angebracht werden sollten, um auf dortige, kostenlose Parkmöglichkeiten hinzuweisen. „Wir haben diesen Antrag eingereicht, wegen der katastrophalen Verkehrsverhältnisse, die wir an einigen Tagen hier haben“, sagte der Fraktionsvorsitzende Günther Stadler (Grüne).

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Bürger finden keinen Parkplatz

„Es ist nicht hinnehmbar, dass unsere Bürger durch eine Flut von Autos der Tagesgäste selber keine Parkmöglichkeit vor ihrem Zuhause finden“, sprach er auch die vielen wild geparkten Autos an. „Wenn wir Rettungswagen und Feuerwehr nicht mehr durch den Ort schicken können, hört es auf“, argumentierte Stadler.

Wahlen im Bauausschuss

Zum Vorsitzenden des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Bau, Verkehr und Umwelt der Gemeinde Boltenhagen wurde Michael Steigmann (Die Linke) mit fünf Stimmen gewählt. Er leitete den Ausschuss auch in der vorangegangenen Legislaturperiode. Wolfgang Kupsch (FUB) erhielt zwei Stimmen.

Erster Stellvertreter des Vorsitzenden ist Mirko Klein (CDU), der mit vier Stimmen gewählt wurde. Wolfgang Kupsch erhielt drei Stimmen.

Zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Wolfgang Kupsch einstimmig gewählt.

Lösung wird seit Jahren gesucht

Grundsätzlich gaben ihm die anderen Mitglieder im Bauausschuss recht, dass der Verkehr in Boltenhagen reguliert werden muss. „Ein oder mehrere Banner halte ich aber für eine schlechte Form“, sagte Christian Schmiedeberg (CDU), der betonte, dass sich die Gemeindevertretung schon in den vergangenen Jahren um eine Lösung bemüht hat. Dazu gehöre auch der Bau eines Großparkplatzes am Ortseingang in Tarnewitz, der noch offiziell übergeben werden muss und die Planung eines weiteren Parkplatzes, der am Ortseingang bei Wichmannsdorf entstehen soll.

Parkleitsystem erweitern

„Was ich gut fände, wäre, das bestehende Parkleitsystem zu erweitern und die Autofahrer schon am Ortseingang zu informieren“, sagte Schmiedeberg. Banner würden ein schlechtes Bild abgeben. Hinweise, die anzeigen, ob es noch freie Plätze auf den Großparkplätzen gibt, stehen an der Klützer Straße und an der Ostseeallee.

Mehr Kontrollen und härtere Strafen

„Um die Verkehrssituation zu verbessern, müssen wir versuchen, mit mehr Kontrollen und Sanktionen, die auch weh tun, das wilde Parken zu verhindern“, brachte Christian Schmiedeberg die Diskussion in eine andere Richtung. „Ich habe auch schon einmal vorgeschlagen, dass wir Parkkrallen anschaffen und Falschparker so festsetzen.“ Das sei eventuell in bestimmten Fällen rechtlich eine Gratwanderung, „aber dann würden die Autofahrer vielleicht vorsichtiger“, meinte Schmiedeberg.

Landrätin sagt Unterstützung zu

Auf Nachfrage von Christian Schmiedeberg zu einem Treffen mit Landrätin Kerstin Weiss (SPD) erklärte Boltenhagens Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne): „Wir haben auch über das Thema Verkehr gesprochen, um bis zur nächsten Saison eine Lösung oder Verbesserungen zu finden.“

Antrag für Banner abgelehnt

Der Antrag von Grünen und FUB, Banner an den Ortseingängen aufzuhängen, bekam keine Mehrheit. Grundsätzlich soll aber weiter über eine Verbesserung der Verkehrssituation diskutiert und nach Lösungen gesucht werden.

Wünsche der Bürger hören

Das wäre nur ein Thema, das die Fraktionen der Gemeindevertretung in den nächsten Wochen als weitere Arbeitsgrundlagen erarbeiten sollen. Michael Steigmann (Die Linke), der von der Mehrheit der Ausschussmitglieder zum Vorsitzenden gewählt wurde, erinnerte an eine Themensammlung vor fünf Jahren. „Unter dem Motto ‚wünsch dir was‘ haben wir wichtige Projekte gesammelt. Fragt da auch bei den Einwohnern nach. Je mehr mitreden, desto besser ist die Bürgerbeteiligung“, animierte Steigmann.

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Von Malte Behnk