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Nordwestmecklenburg Brandschutz: Jetzt wird tatsächlich abgerechnet
Lokales Nordwestmecklenburg Brandschutz: Jetzt wird tatsächlich abgerechnet
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20:10 26.11.2015
Dirk Staudte
Damshagen

Seit 2013 hat Damshagen keine einsatzbereite Feuerwehr mehr. Seitdem übernimmt die Klützer Wehr den Brandschutz für die Gemeinde Damshagen mit. Bezahlt hat Damshagen dafür bis dato nichts, weil man sich nicht auf die Kosten einigen konnte. Jetzt allerdings gibt es einen Sprung nach vorn: Die Gemeindevertreter haben am Mittwochabend die Vereinbarung über diese Hilfeleistung unterzeichnet und damit die Rechnung der Klützer akzeptiert. Für 2014 müssen damit rückwirkend noch rund 22300 Euro von Damshagen gezahlt werden, für das laufende Jahr wird mit Kosten in ähnlicher Höhe gerechnet.

Vorbei sind die Verhandlungen damit für die Damshagener jedoch nicht, das wurde bei der Sitzung in der Alten Schmiede ebenfalls deutlich. „Ich bin dankbar für die Unterstützung, keine Frage. Aber die Kosten erscheinen mir doch sehr hoch. Dieser Betrag macht es uns unmöglich, unsere eigene Feuerwehr wieder aufzubauen“, kritisierte etwa Sylvia Radtke (SPD). Auch Gemeindevertreter Willi Heidmann (SPD) hatte „Bauchschmerzen“ beim Anblick der Summe.

„Wir können die Klützer nicht länger an der Nase herumführen und die Zahlung weiter aufschieben“, meinte indes Bernd Anders (CDU), stellvertretender Bürgermeister Damshagens. „Wie lange wollen wir noch feilschen? Das machen wir schon seit zwei Jahren“, betonte er. Auch sei der Gemeinde von Beginn an klar gewesen, dass die Kosten auf Damshagener Seite steigen würden, wenn sie zugleich Hilfe in Anspruch nehmen und eine eigene Wehr aufbauen würden. Sylvia Radtke fand den aktuellen Vertrag — der sich an der Einwohnerzahl orientiert — jedoch „nicht fair“ und plädierte dafür, einen Pauschalbetrag über die Kosten festzulegen. „Wir müssen wirklich endlich mal eine Lösung finden und können uns nicht jedes Mal was Neues ausdenken, sobald eine Rechnung vorliegt“, entgegnete Sabine Oldenburg.

Daraufhin unterbreitete Anders den Kompromiss, zunächst die Schulden für die Leistungen für 2014 und 2015 zu begleichen. „Dann können wir im Januar immer noch über eine neue Regelung und Pauschale diskutieren“, bot er an. Mit fünf Stimmen dafür und drei Enthaltungen wurde dieser Vorschlag letztlich angenommen.

Sehr zur Freude der Klützer. „Uns kommt die Zahlung gerade recht“, gesteht Guntram Jung, Bürgermeister der Schlossstadt. Denn seine Wehr müsse dringend eine neue Drehleiter anschaffen, da die vorhandene vor Kurzem bei einem Übungseinsatz einen Totalschaden erlitt — und Ersatz sei unter 200000 Euro definitiv nicht zu haben. „Die Zahlung von Damshagen hilft dabei schon ein wenig weiter“, sagt er. Auch sei er prinzipiell bereit, sich noch mal mit den Nachbarn zusammenzusetzen und über den Vertrag zu reden. Doch er sagt auch: „Die Rechnung basiert auf den tatsächlichen Zahlen — wobei wir auf Damshagens Seite schon einige Posten rausgerechnet haben.“ So seien etwa die Kosten für die Unterhaltung von Hydranten sowie für Mieten, Strom, Gas und Wasser schon abgezogen worden.

Prognose: Damshagener Feuerwehr frühestens 2018 wieder einsatzbereit
17 Aktive habe die Feuerwehr der Gemeinde Damshagen aktuell — 15 wären laut Gesetz notwendig zum Ausrücken. Für eine einsatzbereite Feuerwehr seien zudem bestimmte Qualifikationen erforderlich — und eben die fehlen in der Gemeinde. „Wir hätten eine Staffel zusammen — die hundertprozentige Reserve fehlt allerdings noch komplett“, verdeutlicht Dirk Staudte, Wehrführer des Amtes Klützer Winkel. So fehle derzeit ein stellvertretender Wehrführer, ein Gruppenführer, vier Atemschutzgeräteträger, ebenfalls vier Truppführer und zwei Maschinisten. Bis 2018 werde es daher noch dauern, bis alle Mitglieder ausreichend qualifiziert wären. „Mehr ist nicht möglich, da die Lehrgangsplätze sehr begrenzt sind“, weiß Staudte. ak

Anne Kubik

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