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Nordwestmecklenburg Bürgermeister-Kandidatinnen beziehen Stellung
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgermeister-Kandidatinnen beziehen Stellung
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15:27 22.05.2019
Mit Plakaten werben Annett Pahl (l.) und Katharina Stinnes in Dassow um Stimmen der Wähler am 26. Mai. Quelle: Jürgen Lenz
Dassow

 Die amtierende Dassower Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) will am 26. Mai in das höchste politische Ehrenamt in der Stadt gewählt werden. Katharina Stinnes (CDU) tritt ebenfalls zur Bürgermeisterwahl an. Die OZ befragte beide Kandidatinnen nach politischen Positionen und persönlichen Qualifikationen.

Das sind die Bewerberinnen

Annett Pahl ist seit 2016 amtierende Bürgermeisterin in Dassow. Seit 2014 gehört sie der Stadtvertretung an. Sie ist Landschaftsplanerin. Geburtsjahr: 1968.

Katharina Stinnes kandidiert erstmals für die Stadtvertretung und den Bürgermeisterposten in Dassow. Sie ist Kauffrau. Geburtsjahr: 1955.

Annett Pahl:

Was qualifiziert Sie für das Amt der Bürgermeisterin?

Seit fünf Jahren bin ich Stadtvertreterin und vor knapp drei Jahren habe ich das Amt der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin und somit amtierend die Bürgermeisteraufgaben übernommen. Für mich ist wichtig, entscheidende Belange gleichzeitig im Blick zu haben und zu fördern, wie Haushalt, Investitionen, Schule, Jugend- und Seniorenarbeit. Ein gutes Verhältnis zu Einwohnern, Vereinen, der Feuerwehr, Gewerbetreibenden, dem Amt und auch, nicht zu vernachlässigen, den Gemeindeangestellten ist mir wichtig für den Zusammenhalt in der Stadt. Zum anderen lege ich Wert darauf, die Stadtvertreter einzubeziehen. Mir ist Teamarbeit wichtiger als Alleingänge. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt, und das werde ich bei meiner Wahl auch zukünftig praktizieren.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Stadt in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Die wichtigste Aufgabe für die Stadt Dassow in der kommenden Zeit ist die Fortschreibung des Flächennutzungsplans Teil Süd. Regelmäßig suchen Familien Bauplätze oder Wohnraum, Gewerbebetriebe wollen sich erweitern oder neu ansiedeln. Dabei ist zudem guter bezahlbarer Wohnraum eine wichtige Aufgabe, die die Stadt unterstützen muss. Gute und qualifizierte Bildung in Schule und Kita mit guter digitaler Kompetenzvermittlung ist für die Zukunft wichtig und das muss die Stadt in ihren Möglichkeiten unterstützen. Das Radwegenetz ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Leider sind immer noch Lücken, zum Beispiel in Richtung Kalkhorst oder Grevesmühlen, die unbedingt in den kommenden Jahren geschlossen werden müssen.

Welche drei Themen sind Ihnen außerdem besonders wichtig?

Wir benötigen eine verbesserte Anbindung all unserer Ortsteile an den öffentlichen Personennahverkehr. Da ich selbst regelmäßig den ÖPNV nutze, bekomme ich oft gerade von älteren Einwohnern die Rückmeldung, dass sie sich in unserem ländlichen Raum abgehängt fühlen. Auch sind für dieses Problem alternative Ideen, wie nachbarschaftliches Engagement, zu unterstützen. Der Breitbandausbau ist auf einem guten Weg aber wir benötigen flächendeckendes schnelles Internet und öffentliches W-Lan. Gerade bei dem öffentlichen W-Lan müssen wir aktiv werden. Dassow liegt im direkten Umfeld von Lübeck. Viele Themen sind länderübergreifend wichtig, wie die Siedlungsentwicklung, Tourismus und Naherholung, Bildung, ÖPNV und Umweltthemen, wie zum Beispiel die Umsetzung der FFH-Managementplanung. Hier muss ein neuer Weg für Gespräche, Arbeitsgruppen und Kooperationen gefunden werden.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Stadt vergrößern?

Der Grundstein ist eine realistische Haushaltsplanung der Stadt. Da haben wir in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet, wobei ich da vor allem das persönliche Engagement von den beiden Stadtvertretern Gerd Matzke und Stefan Westphal hervorheben möchte. Potenziale liegen vor uns. Durch attraktives Wohnumfeld und geeignete Gewerbeflächen kann noch mehr Arbeit hier vor Ort entstehen. Damit können die Einnahmen der Stadt gesteigert werden. Durch Fortsetzung unseres Konzepts für effizientere Verwaltung (Online-Dienstleistungen, elektronische Akte, Nutzung vorhandener Gebäude) können Ausgaben und Umlagen gesenkt werden, ohne dass Bürgerservice dadurch leidet, sondern im Gegenteil verbessert wird. Außerdem ist unser Einsatz für ein gerechtes kommunales Finanzausgleichsgesetz wichtig, welches uns Gemeinden mehr Luft zum Leben lässt.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Stadt zu fördern?

Dassow hat viele aktive Vereine und Institutionen und die Stadt unterstützt diese mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Viele traditionelle, aber auch neue Veranstaltungen fördern den Zusammenhalt und bringen die Menschen zueinander. Ein Thema überschattet dieses positive Bild. Leider haben wir immer noch keine Alternative für einen Bibliotheksstandort gefunden. Hierfür findet die kommende Stadtvertretung hoffentlich bald eine Lösung.

Katharina Stinnes:

Was qualifiziert Sie für das Amt der Bürgermeisterin?

Mein Beruf ist die Kommunikation – seit mehr als 40 Jahren! Meine derzeitige Aufgabe als Geschäftsführerin des Deutschen Marketing Verbandes ist es, zuzuhören und Gespräche zu führen, zu verhandeln und unterschiedliche Meinungen und Interessen zu konsolidieren. Auch als Bürgermeisterin hat man die Aufgabe, den Bürgern zuzuhören und Probleme und Anregungen aufzunehmen, zu bündeln, zu helfen und zu vermitteln. Stadtvertreter und Bürgermeisterin können nicht alles wissen, deshalb brauchen wir vonseiten der Vertretung Unterstützung und vor allem Mitbestimmung durch die Bürger. Aus meinem Verständnis ist die Aufgabe des Bürgermeisters, konsequent und in erster Linie die Interessen der Bürger und der Stadt zu vertreten und nicht die Interessen von Behörden und Investoren! Das Team, mit dem ich antrete, und ich vertreten die Meinung: Wir brauchen mehr Beteiligung der Einwohner bei wichtigen Entscheidungen. Unser Ziel ist es, das gemeinsame Gespräch zu suchen und gemeinsame Lösungen zu finden.

Was hebt Sie von Ihrer Mitbewerberin ab?

Ich bin parteilos und der Auffassung, dass Kommunalpolitik nicht von Parteipolitik getrieben sein sollte. Hier geht es ausschließlich um die Menschen. Ich beherrsche die Kommunikation und ich habe 40 Jahre Erfahrung in der erfolgreichen Führung von Unternehmen unterschiedlicher Größe. Ich habe in der Vergangenheit Geduld und Geschick bei Verhandlungen bewiesen und in meiner beruflichen Laufbahn mehrere Unternehmen von Grund auf saniert. Unter anderem auch Schloss Lütgenhof in Dassow. Diese Erfahrung werde ich einbringen, um die Interessen der Bürger von Dassow zu vertreten. Wir als Team wollen die Probleme von Dassow lösen und das demokratisch und im Dialog mit den Bürgern.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Stadt in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Bezahlbaren Wohnraum und die dazugehörigen sozialen Strukturen (Schule, Kindergarten, Ganztagesbetreuung, Freizeitangebote) zu schaffen! Dazu haben wir uns schon mehrfach geäußert, und sowohl Sven Dutschke, Kay Burchardt als auch Ekkehard Maase haben ganz konkrete Vorstellungen und Forderungen formuliert, wie wir das umsetzen wollen. Die Natur zu erhalten und den sanften Tourismus zu fördern! Windkraftanlagen darf es in Dassow nicht geben. Wir müssen die Menschen und die Natur schützen! Das sind Themen, die Sven Dutschke, Bernd Heinemann und Dr. Dirk Tiemann auch schon in der Vergangenheit vertreten haben! Uns mit Lübeck auf Augenhöhe darüber zu verständigen, wie der Ausgleich für die Aufrüstung mit Feriendomizilen auf dem Priwall aussehen soll. Hier müssen wir die Interessen der Bürger von Dassow/Harkensee/Barendorf/Rosenhagen schleunigst und mit deutlich mehr Mut und Selbstbewusstsein vertreten!

Welche drei Themen sind Ihnen außerdem besonders wichtig?

Erstens: Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Stadt wieder mit mehr Leben füllen können. Nachdem der Speicher nun doch Wohnraum und nicht Gastronomie und/oder Freizeitangebote beherbergen wird, müssen wir über andere Dinge nachdenken, damit Dassow keine „Schlafstadt“ wird. Da fällt mir spontan auch der ÖPNV ein. Wenn wir die Erreichbarkeit von Dassow nicht bequemer gestalten, wird sich die Gastronomie in Dassow weiter schwertun. Zweitens: Wir brauchen einen Sport- und Fußballplatz, mit Sportlerheim und Vereinshaus. Hier könnte man alle Sportbereiche, Arbeitsgemeinschaften und Interessenvertretungen zusammen unterbringen. Wir haben weltbekannte Radsportler aus Dassow und nicht mal ein vernünftiges Trainingszentrum. Pastor Maase hat angefangen, eine Bücherbörse ins Leben zu rufen – das ist doch ein toller Ansatz und lässt sich bestimmt erweitern –, Videos/Video Spiele, und damit erreichen wir dann vielleicht auch die jüngeren Bürger. Drittens: Die einzelnen in Planung befindlichen B-Pläne in den Außenbereichen müssen geprüft werden. Hier muss unbedingt das begründete Interesse der Einwohner berücksichtigt werden. Ganz wichtig ist Wohnraum – und nicht noch mehr spekulative Ferienhaussiedlungen.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Stadt vergrößern?

Na ja, das geht halt nur mit mehr Steuereinnahmen und Fördergeldern. Klartext: Die Gewerbeansiedlung in Dassow muss man fördern! Wir sind logistisch ein idealer Standort. Dazu ist meine Meinung, mit Augenmaß vorgehen und besser mit dem Mittelstand solide, planbare Einnahmen generieren, als plötzlich staunend und ohne Einnahmen vor den Steuer-Schlupflöchern internationaler Konzerne zu stehen! Mehr Einwohner für Dassow und die Außenbereiche gewinnen! Dafür müssen wir, wie von uns gefordert, unsere Natur schützen und die erforderlichen sozialen Strukturen schaffen, um Dassow weiter attraktiv zu halten/machen. Für alle! Und vor allem für die, die unser Gemeinschaftsleben zukünftig mitgestalten wollen. Die jungen Familien!

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Stadt zu fördern?

Man muss in der Stadt, aber auch insbesondere in den Dörfern das Zusammenleben fördern. Deshalb auch die Forderung nach mehr Wohnraum, Sportler- und Vereinsheim und gemeinsamen Veranstaltungen. Hier geht es nicht um Partys, sondern um Sportfeste, Bürgerversammlungen und kulturelle Veranstaltungen. Wir haben in unserer Gemeinde die schönsten Strände, aber keine Parkplätze, nicht mal für unsere eigenen Einwohner. Auch hier muss schnell etwas passieren.

Jürgen Lenz

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