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Nordwestmecklenburg Klütz kämpft gegen neue Bäderregelung
Lokales Nordwestmecklenburg Klütz kämpft gegen neue Bäderregelung
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17:24 07.02.2019
Durch die veränderte Bäderregelung dürfen Geschäfte in Klütz künftig sonntags nicht mehr öffnen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Klütz

Ernüchtert zeigt sich der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) nach einem Gespräch mit Mecklenburgs Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) über die geänderte Bäderregelung. Die Stadt Klütz ist einer von drei Orten in Mecklenburg-Vorpommern, in denen nach Verhandlungen zwischen Wirtschaftsministerium und Gewerkschaft Verdi künftig keine Geschäfte mehr an den Sonntagen während der Badesaison öffnen dürfen.

Klütz steht in Konkurrenz zu Schleswig-Holstein

Guntram Jung (CDU), Bürgermeister der Stadt Klütz Quelle: Kubik, Anne

Für Guntram Jung ist es unverständlich, dass die Kleinstadt in direkter Nachbarschaft zum Ostseebad Boltenhagen nah der Grenze nach Schleswig-Holstein aus der Bäderregelung herausfallen soll. Während der Sprecher des Wirtschaftsministeriums betont, die Gespräche mit den Bürgermeistern von Klütz, Bergen und Bad Doberan seien sehr konstruktiv gewesen, kann Guntram Jung diese Ansicht nicht teilen.

Kritik ist am Minister abgeprallt

„Richtig begeistert bin ich nicht von dem Gespräch“, sagt er. „Ich konnte meinen Unmut zwar kundtun und habe auch angeführt, dass wir in naher Konkurrenz zu Urlaubsorten in Schleswig-Holstein stehen. Das ist aber mehr oder weniger an Harry Glawe abgeprallt“, sagt Jung enttäuscht.

50 000 Übernachtungen pro Jahr

Er hatte nach Bekanntwerden der Veränderung der Bäderregelung darauf verwiesen, dass Klütz ein wichtiger touristischer Ort in der Region ist, 2017 etwa 50 000 Übernachtungen verzeichnet hat und es mit Schloss Bothmer, dem Literaturhaus „Uwe Johnson“, dem Schmetterlingspark, dem Lütt Kaffeebrenner und weiteren Einrichtungen Anziehungspunkte für tausende Urlauber und Tagesgäste gibt.

„Diese Zahlen haben wir nachgeliefert“, sagt Jung. „Besser wäre es aber doch gewesen, wenn sich das Ministerium vor einem Abschluss mit Verdi bei uns erkundigt hätte“, sagt er. Einen Vorschlag aus dem Gespräch im Wirtschaftsministerium, den tatsächlichen Anteil von Tagesgästen an Sonntagen zu ermitteln, um im März erneut über das Thema zu sprechen, hält der Klützer Bürgermeister für wenig zielführend. „Jetzt im Februar macht es keinen Sinn, zum Beispiel Postleitzahlen von Kunden zu erfassen.“ Jetzt seien nicht viele Gäste da und außerdem können die betreffenden Geschäfte auch ohne die Änderung der Bäderregelung nur in der Zeit vom 5. März bis zum 1. November sonntags öffnen.

Gerade aufgrund der Nähe zum benachbarten Schleswig-Holstein sieht Jung einen Wettbewerbsnachteil. Dort sei die Bäderregelung nicht so streng gefasst. Bleibe es nun bei der Änderung, wäre das Ostseebad Boltenhagen der einzige Ort im westlichen Mecklenburg, für den die Bäderregelung noch gilt.

Bürgermeister will Wirtschaftsminister überzeugen

„Ich habe die Hoffnung, dass wir den Wirtschaftsminister noch davon überzeugen können, dass die Bäderregelung für Klütz weiterhin gilt“, sagt Guntram Jung, der für die Stadt Klütz einen Verlust von Gewerbesteuereinnahmen und den Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet. Allerdings müsste auch mit Verdi neu verhandelt werden, sollte sich die Lage für Klütz noch ändern. Die Gewerkschaft hat Kritiker aber genau davor gewarnt und darauf verwiesen, dass die bisherige Bäderregelung nicht rechtskonform gewesen sei. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hatte sie 2018 gekippt.

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Malte Behnk

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