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Nordwestmecklenburg DRK-Krankenhaus: Tausende unterstützen Krankenschwestern und Pfleger
Lokales Nordwestmecklenburg DRK-Krankenhaus: Tausende unterstützen Krankenschwestern und Pfleger
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18:43 06.12.2019
Mit mehr als 2000 Unterschriften unterstützen Menschen aus der Region den Kampf der DRK-Krankenhausmitarbeiter in Grevesmühlen bisher. Quelle: Annett Meinke
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Grevesmühlen

Es ist der erste richtig kalte Tag in diesem Dezember, doch Sarah Kruse und Marco Kohler lassen sich ebenso wenig von Kälte, wie von den Drohgebärden der Geschäftsführung des DRK-Krankenhauses in Grevesmühlen abschrecken.

Die Krankenschwester und der Krankenpfleger von der Intensivstation der Klinik standen zwei Tage lang auf dem Grevesmühlener Markt, um im Namen der Gewerkschaft Verdi und der bei ihr organisierten Krankenhausmitarbeiter Unterschriften aus der Bevölkerung zur Unterstützung ihres Arbeitskampfes zu sammeln.

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Viel Unterstützung nach offenem Brief

„Bisher haben wir 1700 Unterschriften gezählt“, sagte Sarah Kruse am Donnerstag. „Doch es liegen noch mehr Listen aus, das endgültige Ergebnis werden wir erst in ein paar Tagen wissen.“ Bis Freitagabend stieg die Zahl auf 2005 an. Die Unterstützung der Menschen aus Grevesmühlen und Umgebung für den Arbeitskampf der Krankenhausmitarbeiter, die in einem offenen Brief Mitte Oktober die unfaire Bezahlung, Personalmangel und unzureichende Kommunikation mit der Geschäftsführung kritisiert hatten, war von Anfang an groß. Der Brief verbreitete sich im sozialen Netzwerk, mit vielen wohlwollenden Kommentaren aus der Bevölkerung und wurde einige Hundert mal geteilt.

Die schriftliche Antwort des Geschäftsführers Jan Weyer hatte damals nicht lange auf sich warten lassen. Sie war an Pressevertreter und als Hausmitteilung in der Klinik verteilt worden. Darin hieß es, dass es sich bei dem offenen Brief um eine perfide Rufschädigung handele, gerichtliche Schritte gegen die Briefverfasser würden geprüft.

Tarifkommission hat sich am Krankenhaus gebildet

Auch in Grimmen kämpfen DRK-Krankenhausmitarbeiter um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und einen fairen Tariflohn. Dort wurde bereits im Oktober eine Tarifkommission gebildet, die Verhandlungen mit der Geschäftsführung aufnimmt. Am Grevesmühlener Krankenhaus ist nach Angaben von Daniel Taprogge von der Gewerkschaft ver.di ebenfalls eine Tarifkommission gebildet worden. Die soll im Januar ihre Arbeit aufnehmen und die Geschäftsführung zur Tarifverhandlung auffordern. Die Zusammensetzung der Kommission sei durch die Gewerkschaftsmitglieder im Krankenhaus bestimmt worden..

Daniel Taprogge, Gewerkschaftssekretär Verdi Schwerin. Quelle: Annett Meinke

„Es sind auch Mitglieder des Betriebsrates in der Tarifkommission“, teilt Taprogge weiter mit. Seinen Angaben zufolge sei mehr als die Hälfte des nicht ärztlichen Personals gewerkschaftlich organisiert. Dass der Betriebsrat als solcher nicht in die Bildung der Tarifkommission eingebunden ist, erklärt Daniel Taprogge mit der Aufgabenstellung des Betriebsrates. Denn der sei nur für die Einhaltung der Tariflöhne zuständig, nicht aber für die Verhandlungen.

Dass die Geschäftsführung angeblich keine Informationen über den Unmut der Mitarbeiter habe, wundert Daniel Taprogge. Denn er habe Geschäftsführer Jan Weyer vor, während und nach einer Betriebsversammlung des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen im Mai gesprochen. „Hier war – auch in der Betriebsöffentlichkeit – klar, dass wir einen Tarifvertrag für das Krankenhaus fordern werden.“

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Von Annett Meinke und Michael Prochnow

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