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Nordwestmecklenburg Damshagen wehrt sich gegen Windkraftanlagen
Lokales Nordwestmecklenburg Damshagen wehrt sich gegen Windkraftanlagen
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16:23 07.03.2019
Die Ausweisung von Eignungsgebieten für Windkraftanlagen sorgt immer wieder für Kritik. Quelle: ANNETT MEINKE
Damshagen

Damshagen, Hauptort der Gemeinde mit 13 Ortsteilen, ist die Einfahrt in den bei Touristen beliebten Klützer Winkel. An der Gemeindegrenze nach Grevesmühlen soll nun ein Eignungsgebiet für Windräder ausgewiesen werden. Dagegen möchte sich die Gemeindevertretung in Damshagen wehren, was in mehreren Stellungnahmen zur Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsplans bereits deutlich gemacht wurde.

Damshagen sieht vor allem Probleme für den Gesundheitstourismus, der für die Gemeinde eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung hat. Die Gesundheitshotels im Gutshaus Stellshagen und im Gutshaus Parin ziehen jedes Jahr viele Gäste an, die sich bewusst für die etwas vom Urlaubstrubel entfernten Orte entscheiden. Daher ist die Gemeinde „an der Bewahrung der natürlichen und landschaftlichen Gegebenheiten interessiert“, wie es in der Stellungnahme heißt.

Ein weiteres Argument der Damshagener ist die vorgesehene Größe des Eignungsgebiets mit der Kennziffer 52/18, das nahe des Friedwaldes zwischen Grevesmühlen und Rolofshagen ausgewiesen werden soll. Das Gebiet ist gerade einmal 36 Hektar groß, 35 Hektar ist das Mindestmaß für solche Flächen. Auf dem Areal könnten drei Windräder aufgebaut werden. Das ist aus Sicht der Gemeinde Damshagen keine Rechtfertigung, den Standort für Gesundheitstourismus zu gefährden.

Auch im Bezug auf den Artenschutz haben die Damshagener Bedenken. Bezogen auf das geplante Eignungsgebiet bezweifeln die Damshagener, „dass die hochgradig berührten Belange des Arten- und Biotopschutzes in angemessener Weise berücksichtigt werden“. Vielmehr gebe es Hinweise, dass dort schützenswerte Tiere vorkommen. „Mir wurde berichtet, dass jemand einen Adler gesehen hat und dass es möglicherweise einen Horst in dem Gebiet gibt“, sagte Gemeindevertreter Bernd Anders (CDU). „Dieser Horst müsste aber gefunden werden und bewohnt sein.“ Würde ein Adler in dem Gebiet oder dem näheren Umkreis leben, könnten dort keine Windräder gebaut werden. Auch Schwarzstörche, Rotmilane oder Weißstörche genießen so hohen Schutz, dass in ihrer Nähe keine Windräder stehen dürfen.

Zwischen Rolofshagen und Santow soll ein Seeadler gesichtet worden sein. Quelle: Mario Müller

Eine Frau, die den Adlerhorst in dem Gebiet zwischen Rolofshagen und dem Naturschutzgebiet „Santower See“ finden könnte, ist die Vorsitzende des Nabu-Kreisverbands Nordwestmecklenburg/Wismar, Silke Wiegand. „In der nächsten Woche bin ich am Santower See, dann werde ich mich auch bei Rolofshagen umsehen. Da die Bäume noch kein Laub tragen, kann so ein Horst ganz gut gesehen werden“, sagt die Diplom-Biologin. Sie hat gerade rund um Rieps bei Rehna nach Greifvogelhorsten gesucht und auch welche entdeckt, die der Gutachter für das Regionale Raumentwicklungsprogramm offenbar übersehen hatte.

Nicht nur die Gemeinde Damshagen wehrt sich gegen die Ausweisung des Eignungsgebiets für Windkraftanlagen. Auch die Stadt Grevesmühlen, deren Ortsteil Santow ist, bemüht sich, den Bau von Windrädern zu verhindern. Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler ist beauftragt, Widerspruch in dem Verfahren einzulegen. Dieser Widerspruch ist noch in der Bearbeitung.

Aktueller Entwurf liegt aus

Der aktuelle Entwurf des Raumentwicklungsprogrammes liegt noch bis zum 10. April unter anderem im Grevesmühlener Rathaus aus, es weist unter anderem die Eignungsgebiete für Windkraftanlagen aus. Während die gesamte Küstenregion und der Bereich um Schloss Bothmer im Nordwestkreis aufgrund der touristischen Nutzung ausgeklammert werden, sieht es im Hinterland schon deutlich anders aus. Zahlreiche Gemeinden wehren sich gegen die Planung. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt, auch wenn die Kommunen und Anwohner bis Anfang April ihre Einwände schriftlich darlegen können.

Im Amtsbereich des Klützer Winkels existiert bislang nur ein Windpark bei Neuenhagen in der Gemeinde Kalkhorst. Ein weiteres Eignungsgebiet wird bislang am Rand des Klützer Winkels bei Groß Voigtshagen geplant. Dort hat die Stadt Dassow nach Protesten einer Bürgerinitiative herausgestellt, dass auf den Schutz der natürlichen Landschaft und des Stadtbildes bestanden wird und deshalb keine Windräder aufgestellt werden sollen.

Malte Behnk

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