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Nordwestmecklenburg Damshagen plant den Widerspruch
Lokales Nordwestmecklenburg Damshagen plant den Widerspruch
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22:39 22.12.2016
Die Sanierung des Amtsgebäudes wird Damshagen zu teuer.
Damshagen

Die Gemeinde Damshagen will sich nicht in vollem Umfang am Eigenanteil der geplanten Sanierung des Amtsgebäudes beteiligen. Die Gemeindevertreter und Bürgermeisterin Mandy Krüger halten die vorgesehenen Kosten von 2,2 Millionen Euro und damit auch einen Eigenanteil von zehn Prozent für zu viel.

Am Montag hatte sich der Amtsausschuss mit der geplanten Sanierung des Verwaltungsgebäudes in Klütz und dem Haushalt des Amtsbereichs beschäftigt. Beides sind Kritikpunkte der Damshagener. Sie formulieren jetzt einen Widerspruch gegen die Beschlüsse.

Vor allem stören sie sich an den hohen Sanierungskosten für das Amtsgebäude. Es soll energetisch auf den neuesten Stand gebracht und nach Möglichkeit völlig barrierefrei werden – für Sehbehinderte, Hörgeschädigte und Menschen mit Gehbehinderungen. Grundsätzlich halten das auch die Politiker in Damshagen für eine gute Idee. „Aber es wären allein 11000 Euro für die Barrierefreiheit im Archiv, dem kleinen Haus auf dem Hof vorgesehen“, sagte Mandy Krüger. Das müsse nicht sein. Immerhin bleibe der Eigenanteil für die sechs Amtsgemeinden bei der bisherigen Planung auch bei einer Förderung von 90 Prozent bei 220000 Euro.

Um die Rücklagen nicht anzugreifen, hatte Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick eine Finanzierung des Eigenanteils vorgeschlagen. „Bei der momentanen Situation auf dem Finanzmarkt mit niedrigen Zinsen können wir das mit einem Kredit regeln.“ Auch das soll in der Verwaltung geprüft werden.

Ob ein Widerspruch aus Damshagen gegen die Sanierungskosten Erfolg haben kann, ist fraglich. Planer Carsten Großmann aus Bad Doberan, der sich mit der energetischen Sanierung und der Barrierefreiheit im Amt beschäftigt hat, sagt: „Bei der zugesagten Förderung gibt es Zwangsmaßnahmen wie die Barrierefreiheit.“ Nur ein rollstuhlgerechter Umbau reiche nicht aus. „Alle öffentlich zugänglichen Bereiche müssen für Geh- und Sehbehinderte sowie für Hörgeschädigte barrierefrei sein.“ Das hatte Großmann schon beim Amtsausschuss klargestellt. Hinzu käme, dass die Verwaltung eigentlich auch Arbeitsplätze für schwerbehinderte Mitarbeiter vorhalten müsse. Mit den außerdem noch notwendigen Sanierungsmaßnahmen zur besseren Isolierung müssten die Kosten so hoch sein, so Großmann.

Dennoch wollen Damshagens Politiker versuchen, die Kosten für ihre Gemeinde zu verringern. Wie fast alle Gemeinden im Amt Klützer Winkel ist auch Damshagen verpflichtet, den Gemeindehaushalt auszugleichen. Eigene Investitionen in den Erhalt von Straßen oder das Ausweisen von Baugebieten sind der Kommune nur mit viel Aufwand und der Unterstützung aus dem Innenministerium möglich.

Deswegen kritisieren die Damshagener auch den Beschluss zum Amtshaushalt. Mandy Krüger erklärte den Gemeindevertretern, dass zwar die Verwaltungsmitarbeiter mit Entlohnungs- oder Besoldungsgruppen aufgeführt seien, deren Stellen aber teilweise für andere Gehälter vorgesehen sind. „Ich denke daraus könnte unserer Gemeinde ein Schaden entstehen“, befürchtete Mandy Krüger.

 Malte Behnk