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Nordwestmecklenburg Dassow/Selmsdorf: Mehr Sicherheit für Radfahrer
Lokales Nordwestmecklenburg Dassow/Selmsdorf: Mehr Sicherheit für Radfahrer
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15:56 08.12.2019
Christoph Sense (31) justiert ein Vermessungsgerät an der Landesstraße, die Schwanbeck und Schönberg verbindet. Quelle: Jürgen Lenz
Selmsdorf/Dassow

Radfahrer leben gefährlich auf der L 01, die den Dassower Ortsteil Schwanbeck mit Schönberg verbindet. Die Straße ist teils schmal und unübersichtlich. Bisher fehlt ein Radweg, der beide Orte verbindet. Das Straßenbauamt Schwerin will das ändern und damit für mehr Sicherheit sorgen. Es plant einen 5,6 Kilometer langen Radweg neben der L 01. Das teilte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern auf Anfrage mit.

Dassower Bürgermeisterin erfreut

„Ich finde es sehr positiv, dass ein Radweg geplant wird,“ sagt die Dassower Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD). Quelle: Jürgen Lenz

Die Dassower Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) begrüßt die Neuigkeit. Sie sagt: „Ich finde es sehr positiv, dass ein Radweg geplant wird.“ Der Fahrradtourismus nehme immer mehr zu. Auch in Richtung Schönberg seien viele Radler unterwegs. Bisher sei das besonders in der dunklen Jahreszeit gefährlich.

Einwohner von Kleinfeld und Malzow werden vom Bau des Radweges zwischen Schwanbeck und Schönberg profitieren. Die beiden Dörfer liegen nahe der L 01. Kleinfeld ist kaum mehr als einen Kilometer von der Regionalen Schule mit Grundschule in Schönberg entfernt. Nach Auskunft von Einwohnern des Ortes können Schüler trotzdem nicht mit dem Rad zum Unterricht fahren. Das wäre auf der viel befahrenen Straße zu gefährlich. Deshalb fordern Einwohner von Kleinfeld seit Jahren den Bau eines Radwegs. Jetzt wird er geplant. Radler müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Nach Auskunft des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung wird der Weg neben der L 01 zwischen Schwanbeck und Schönberg frühestens 2021 freigegeben. Die Planung stehe noch ganz am Anfang. Zurzeit würden die Grundlagen ermittelt. An der Projektierung beteiligen sich Mitarbeiter des Schweriner Vermessungsbüros Holger Lübcke.

Ortsteilvertreter für Radweg

Der Kleinfelder Ortsteilteilvertreter Dierk Flor reagiert erfreut auf die Nachricht, dass das Straßenbauamt jetzt einen Radweg in Richtung Schönberg und Dassow plant. Er sagt: „Ich finde es super. Ich bin hundertprozentig für den Bau des Radwegs – und alle anderen Kleinfelder auch.“ Der Ortsteilvertreter kennt mehrere Radler, die jeden Tag nach Kleinfeld und zurück unterwegs sind. Er fährt die Strecke nicht mehr, denn: „Es ist zu gefährlich.“

Schilder weisen Radlern nahe der Deponie Ihlenberg den Weg in Richtung Schönberg und Selmsdorf. Nur teilweise ist ein Radweg vorhanden. Quelle: Jürgen Lenz

Vermessungsfachleute sind derzeit auch an der B 104 zu sehen. Wie das Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung erklärt, geht es um zwei Abschnitte: rund 3,7 Kilometer zwischen Selmsdorf und dem Abzweig nach Schönberg sowie 1,2 Kilometer zwischen einem Abzweig in Richtung Kleinfelder Zuschlag und einem Abzweig nach Kleinfeld. Das Ministerium erläutert: „Am dazwischen liegenden Abschnitt der B 104 ist bereits ein Radweg vorhanden.“ Dem Straßenbauamt Schwerin geht es um den Lückenschluss zwischen Selmsdorf und Schönberg.

Marcus Kreft will Lückenschluss

Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) sagt: „Es ist ein notwendiger Lückenschluss.“ Die Gefahrensituation sei mit der vergleichbar, die zwischen Selmsdorf und Dassow bestand, bevor beide Orte mit Radwegen verbunden wurden.

Wann zwischen Selmsdorf und Schönberg gebaut wird, steht noch nicht fest. Offenbar gibt es weiterhin Probleme mit dem Grunderwerb. Nach Angabe des Straßenbauamtes ist eine Aussage zum Baubeginn deshalb zurzeit nicht möglich. Zumindest lässt es nun auch dort vermessen.

Radwege: Größtes Defizit an Kreisstraßen

2538 Kilometer lang sind die Radwege an Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen in Mecklenburg-Vorpommern nach der neuesten Statistik des Bundesverkehrsministeriums insgesamt. 48,4 Prozent der Bundesstraßen und 30,1 Prozent der Landesstraßen verfügen über einen Radweg. Bei den Kreisstraßen sind es nur 14,1 Prozent.

2010 versuchte die damals noch wohlhabende Gemeinde Selmsdorf, dem Land beim Bau eines Radwegs in Richtung Schönberg zu helfen. Bürgermeister Detlef Hitzigrat berichtete: „Wir haben sogar den Vorschlag gemacht, für den Bau in Vorkasse zu gehen." Das Straßenbauamt habe das Angebot abgelehnt. Es ist für einen Radwegebau an der Bundesstraße zuständig – nicht die Gemeinde.

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Von Jürgen Lenz

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