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Nordwestmecklenburg De Lütt Kaffeebrenner fährt zum Sommeranfang
Lokales Nordwestmecklenburg De Lütt Kaffeebrenner fährt zum Sommeranfang
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20:25 13.03.2014
Daumen hoch: Eva Eckert freut sich über das neu gestrichene Bahnhofsgebäude in Klütz. Quelle: Fotos: Malte Behnk
Klütz

Sonnenschein lässt den neuen ockerfarbenen Anstrich des Klützer Bahnhofsgebäudes weithin leuchten. Die Malerfirma Jacobs aus Grevesmühlen ist dieser Tage noch dabei, das Haus so zu streichen, wie es einmal ausgesehen hat. „Die Denkmalschutzbehörde hat uns Gutachter empfohlen. Eine hat die ursprüngliche Farbe hervorgekratzt“, sagt Ludger Guttwein von der Stiftung Deutsche Kleinbahnen. Sie hat nach eigenen Angaben inzwischen rund zwei Millionen Euro investiert, um den Bahnhof und dessen Gebäude zu sanieren und ein Schmalspurgleis von Klütz bis nach Reppenhagen zu legen.

Am 20. Juni soll De Lütt Kaffeebrenner — so wird die Kleinbahn heißen — eröffnet werden und ab 21. Juni wird die Kleinbahn offiziell fahren — bis in den Oktober hinein. „Im kommenden Jahr ist die Saison dann von Mai bis Mitte Oktober geplant“, sagt Ludger Guttwein. „Vielleicht machen wir auch Sonderfahrten an Ostern.“ Während der Saison soll die Kleinbahn zwischen Klütz und Reppenhagen dann montags bis freitags pendeln. „In Stellshagen und Reppenhagen bauen wir jetzt noch an den Bahnsteigen“, sagt Guttwein, „was noch zu erledigen ist.“ Außerdem kommen jetzt immer wieder neue Waggons in Klütz an, wie ein offener Passagierwagen, in dem die Fahrgäste nur unter einem Dach durch die Landschaft des Klützer Winkels fahren können. Für schlechteres Wetter gibt es aber auch geschlossene Waggons, zwei wurden 1897 gebaut. Zwei Nachbauten dieser Wagen erwartet Guttwein in den nächsten Tagen.

„Viele Klützer hatten immer noch Bedenken“, sagt Eva Eckert, die für die Stiftung Deutsche Kleinbahnen im Klützer Bahnhof arbeitet. „Vor ein paar Tagen wurde ich im Supermarkt angesprochen, dass man das Pfeifen unserer Lok gehört hätte und es jetzt ja wohl doch endlich losgeht“, sagt sie schmunzelnd.

Und es geht los. Eva Eckert plant schon spezielle Aktionen für Urlauberkinder. Sie sollen während der Fahrt spielen können oder sich auch einmal verkleiden. Das hat sie schon von Mitte der 1990er Jahre bis 2005 gemacht und Ostereierfahrten oder Touren an Halloween angeboten. In dieser Zeit wurde die Strecke von der Klützer Ostsee-Eisenbahn betrieben.

Ob die Züge — wie früher einmal — von Klütz bis nach Grevesmühlen fahren, ist fraglich. Dabei wünschen es sich viele Grevesmühlener. „Befahren würde ich die Strecke sofort. Aber dazu müsste sie jemand bauen. Unser Budget ist dafür leider aufgebraucht“, sagt Ludger Guttwein über die Stiftung Deutsche Kleinbahnen. Doch er ist zufrieden mit dem, was in den vergangenen zwei Jahren geschafft wurde.

Eine der letzten Aufgaben am Klützer Bahnhof steht in Verbindung mit der Halle, in der Loks und Waggons untergestellt sind. Die grauen Blechwände passen nicht in die Bahnhofstraße, an der mehrere Häuser inzwischen saniert wurden. Daher soll die Halle ab 1. April auch optisch der Umgebung angepasst werden. Wenn alle Vorstellungen umgesetzt werden können, soll sie sich harmonisch in das Umfeld aus verputzten Altbauten und dem Klinkerfachwerk des Bahnhofs einfügen.

Chronik der Bahnstrecke
1905: Die Bahnstrecke zwischen Klütz und Grevesmühlen wird eröffnet.
1995: Die Deutsche Bahn stellt den Personenverkehr ein. Die Strecke ist nicht rentabel.
1997: Ludger Guttwein kauft der Bahn die Strecke ab, es ist die erste Normalspur-
strecke, die verkauft wird.
2004: Der Bahnverkehr wird endgültig eingestellt. Die Schienen sind beschädigt.
2006: Die Schienen werden entfernt.
2012: Der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof wird saniert, die Schienen für die Schmalspurbahn kommen.
2014: Eröffnung wird für 20. Juni angekündigt.

Malte Behnk

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