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Nordwestmecklenburg Debatte um Kitabau in Dassow
Lokales Nordwestmecklenburg Debatte um Kitabau in Dassow
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20:10 08.12.2014
Stadtvertreter beraten im alten Rathaus von Dassow über Pläne zum Bau einer Kita auf dem ehemaligen Schwimmbadgelände. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Dassow

In Dassow soll zwischen Jugendklub und Veranstaltungswiese ein Kindergarten gebaut werden, um dringend benötigte Betreuungsplätze zu schaffen. So sieht es der Entwurf eines Bebauungsplans vor, über dessen Aufstellung heute Abend die Stadtvertreter beschließen. In der Beschlussvorlage heißt es: „Die für die geplante Kindertagesstätte vorgesehene Fläche wird derzeit als Sport- und Freizeitanlage genutzt. Die Anlagen sind umzuverlegen.“ Das findet in den Reihen der Stadtvertreter nicht nur Zustimmung.

„Ich bin für den Kitabau, aber ich finde es schade, wenn wir den Bolzplatz wegreißen. Er hat auch Geld gekostet und die Jugendliche bolzen dort gerne rum“, sagte die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Anne Brauer (SPD-Fraktion) in einer Vorberatung. Nach diesem Einwand einigten sich Stadtvertreter darauf, ein Gespräch im Grevesmühlener Planungsbüro Mahnel zu führen, um zu klären, ob auch ein Bauplatz neben dem 2003 eröffneten Jugend- und Freizeitplatz möglich wäre. „Es gibt dazu noch Abstimmungen“, sagte Planer Ronald Mahnel gestern.

Das Jugend- und Freizeitgelände als Bauplatz hätte nach Angaben des Dassower Bürgermeisters Jörg Ploen (SPD) den Vorteil, dass dort bald gebaut werden könnte. Für dieses Areal sei ein „beschleunigtes Bebauungsplanverfahren“ möglich, für die angrenzende Wiese jedoch nicht. „Wenn alles gut läuft, könnte im Sommer die Baugenehmigung erteilt werden“, sagt Ploen.

Der Verein „Jugendhilfezentrum Käthe Kollwitz Rehna“ wird die Kita bauen und betreiben. Dafür hat sich am 28. Oktober eine Mehrheit der Stadtvertreter ausgesprochen. Derzeit bietet der Verein 248 Betreuungsplätze in Dassow. Für den Bau und Trägerschaft hatten sich auch das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg und das Deutsche Rote Kreuz beworben. Sie bekamen jedoch weniger Stimmen.

Nach Angaben des Bürgermeisters sollen durch die neue Kita 60 Betreuungsplätze geschaffen werden. Ploen und Vereinsgeschäftsführer Holger Glatz sahen sich unlängst mehrere mögliche Baugrundstücke in der Stadt an. Im Gespräch war auch, die Kindertagesstätte neben dem Hort in der Rudolf-Breitscheid-Straße zu errichten. Dagegen wandten sich unlängst Anwohner. Wie berichtet, argumentierten sie mit Verkehrs-, Lärm- und Parkproblemen. Gegen den Bau einer weiteren Kita in Dassow hätten sie nichts. Aber in ihrer Straße reiche eine Kita. Eine Anwohnerin schlug in einer Einwohnerfragestunde vor, die Kindertagesstätte am Jugend- und Freizeitplatz zu bauen. In dessen Nähe gebe es Wohngebiete, in denen viele Kinder leben. Außerdem könnten am Jugend- und Freizeitplatz problemlos Parkplätze geschaffen werden.

Am 26. September 2003 eröffnete die damalige Dassower Bürgermeisterin Kerstin Weiss (SPD) den 4500 Quadratmeter großen Jugend- und Freizeitplatz auf dem früheren Schwimmbadgelände. Drei Jahre zuvor hatten die Stadtvertreter beschlossen, das Freibad abzureißen. Die notwendige Sanierung sei nicht zu finanzieren, hieß es. Ein Unternehmen aus Kalkhorst riss die Becken ab. Die Stadt finanzierte einen Großteil der Kosten in Höhe von 164500 Euro aus Zuschüssen. Ihr Eigenanteil belief sich auf 62600 Euro.

2001 zog der Jugendklub vom Kulturhaus in die ehemaligen Freibadgebäude um. Sie sind von den Plänen für den Kitabau nicht betroffen.

Die heutige Sitzung der Dassower Stadtvertreter beginnt um 19 Uhr mit einer Einwohnerfragestunde in der Dornbuschhalle. Zur Debatte stehen auch die Beiträge, die Eltern ab 1. Januar für die Betreuung ihrer Kinder zu zahlen haben. Die Vorlage sieht vor, die Beiträge um zwei Euro zu senken.

Arbeiter bauen auf und reißen nieder — immer wieder
1905 stellen Arbeiter eine Bahnlinie zwischen Dassow und Schönberg fertig. Das Betriebsgelände mit Empfangsgebäude befindet sich am östlichen Rand des Ortes. 1955, ein Jahr nach der Einrichtung eines Sperrgebietes an der innerdeutschen Grenze, demontieren Arbeiter die Gleise. Der Bahnbetrieb wurde bereits 1951 eingestellt.
1978 stellen Arbeiter auf dem früheren Bahngelände ein Schwimmbad fertig — trotz Problemen bei der Beschaffung von Material, beim Einsatz von „Freizeitbrigaden“ und beim Bohren eines 120 Meter tiefen Brunnens. Die 1,3 Millionen Mark für den Bau stammen aus Lotto- und Totoeinnahmen, dem Haushalt der Stadt und Sonderzuwendungen aus dem Staatshaushalt der DDR. Hintergrund: Die Badestelle am Dassower See ist wegen der Grenzsicherung unerreichbar geworden. 2001 und 2002 reißen Arbeiter das Schwimmbad ab. Die notwendige Sanierung hätte 1,5 Millionen D-Mark gekostet.
2003 stellen Arbeiter auf dem früheren Schwimmbadgelände einen Jugend- und Freizeitplatz mit Basketballfeld, Volleyballfeld und Bolzplatz fertig. Kosten inklusive Abriss des Freibads: 164500 Euro. jl

Jürgen Lenz

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