Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Deponie Ihlenberg: MV will den Sondermüll nicht mehr selbst lagern
Lokales Nordwestmecklenburg Deponie Ihlenberg: MV will den Sondermüll nicht mehr selbst lagern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 15.11.2019
Selmsdorf: In der Deponie der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) werden angelieferte Abfälle eingelagert. Nach dem Beschluss der Schweriner Landesregierung zur Schließung der Sondermülldeponie Ihlenberg bei Schönberg hat die Suche nach Alternativen begonnen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa/Archiv
Schönberg/Schwerin

Für die 2035 zu schließende Sondermülldeponie Ihlenberg will Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) keinen Ersatz in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Bisher würden aus Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg und Berlin viermal mehr gefährliche Abfälle in den Nordosten gebracht als umgekehrt, sagte Meyer am Freitag im Landtag von Schwerin. Aus Schleswig-Holstein sei die Menge sogar achtmal so groß. Er halte eine Standortsuche für die Zeit nach 2035 außerhalb des Bundeslandes deshalb für legitim.

Gespräche mit anderen Bundesländern laufen

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat bereits Gespräche mit den Kollegen der anderen Bundesländer des Entsorgungsgebietes Nord-Ost aufgenommen. Dazu gehören Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Auch Thüringen und Sachsen sind zu den Gesprächen eingeladen.

Aus dem Bereich Nord-Ost stammt der meiste Abfall auf der Deponie Ihlenberg. Von den rund 600 000 Tonnen Müll, die im Jahr 2017 dorthin gebracht wurden, kamen 43 Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern und 48 Prozent aus den anderen Bundesländern des Entsorgungsgebietes.

Bei den gefährlichen Abfällen ist die Situation ähnlich: 39 Prozent der angelieferten Menge kam 2017 aus Mecklenburg Vorpommern, 53 Prozent aus den anderen Bundesländern des Entsorgungsgebietes Nord-Ost. Außerdem wurde bislang aus dem Ausland Müll angeliefert. Damit soll künftig Schluss sein.

Deponie soll 2035 geschlossen werden

Die zu DDR-Zeit errichtete Sondermülldeponie Ihlenberg bei Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) soll nach einem Beschluss der Schweriner Landesregierung Ende 2035 geschlossen werden. Schon vom kommenden Jahr an sollen die Annahmemengen um 25 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 reduziert werden.

Die Deponie am Ihlenberg nahe Lübeck gilt mit einer Fläche von 113 Hektar als eine der größten Sondermülldeponien Europas. Seit Inbetriebnahme 1979 landeten dort bislang etwa 20 Millionen Kubikmeter Hausmüll und gewerbliche Abfälle, darunter auch giftige Industrierückstände. Die DDR wollte mit dem Import gefährlicher Abfälle Devisen erwirtschaften.

Heute wird die Deponie von der landeseigenen Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft betrieben. Die Opposition sieht die angekündigte Schließung, ohne die Kapazität auszuschöpfen, kritisch.

Lesen Sie auch:

Von RND/dpa

Mitglieder des neuen Ortsbeirates von Schönberg weisen auf Mängel und Missstände hin. In ihrer ersten Sitzung stellte Bürgermeister Stephan Korn eine neue Idee vor: ein Dorffonds.

15.11.2019

Der 50-Jährige Jens Richter aus Klein Siemz (Nordwestmecklenburg) erkrankte vor vier Jahren an ALS. Nach einem von der Feuerwehr initiierten Spendenaufruf baut eine Firma nun die ersehnte Rampe ein – und sponsert diesen sogar.

15.11.2019

Das Land hat unter dem Namen „Smart tau hus“ einen Ideenwettbewerb ausgerufen, dessen Gewinner 100 000 Euro erhält, um die Vernetzung im ländlichen Raum zu verbessern. Hohenkirchen und weitere Gemeinden beteiligen sich.

14.11.2019