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Nordwestmecklenburg Deponie: Luftmessstationen gefordert
Lokales Nordwestmecklenburg Deponie: Luftmessstationen gefordert
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15:49 07.12.2018
Die Selmsdorfer Gemeindevertreter berieten am Donnerstag in der Aula der Schule über die Forderung, Luftmessstationen nahe der Deponie aufzustellen. Quelle: Jürgen Lenz
Selmsdorf

Die Selmsdorfer Gemeindevertreter wollen die Sicherheit, dass die landeseigene Deponie Ihlenberg ohne Gefahren für Menschen und Umwelt betrieben wird. Deshalb fordern sie die Schweriner Landesregierung auf, um die Deponie herum ringförmig Luftmessstationen zu errichten und dauerhaft zu betreiben. Für dieses Verlangen votierten am Donnerstagabend in einer namentlichen Abstimmung alle Gemeindevertreter.

Haat-Hedlef Uilderks von der Bürgerinitiative „Stoppt die Deponie Schönberg“ lobte den Entschluss. Er sagte: „Ich finde es begrüßenswert.“ Uilderks machte den Vorschlag einen Luftmesscontainer an die Stelle gegenüber der Deponie Ihlenberg zu stellen, an der eine Station von Anfang der 90er Jahre bis November 2000 stand. Das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie versetzte sie damals nach Zarrentin. Jahre später pochte die Gemeinde Selmsdorf darauf, wieder einen Messcontainer gegenüber der Deponie aufzustellen. Das Landesamt lehnte dies mit der Begründung ab, eine Station wäre dort aus fachlich-wissenschaftlichen Gründen weder nötig noch mit der finanziellen und personellen Ausstattung des Amtes möglich.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Stoeter erläuterte am Donnerstagabend: „Die ringförmige Anordnung der Luftmessstationen hat den Sinn, dass man bei jeder Windrichtung eine Station hat, die eingehende Winde analysiert und eine, die ausgehende Winde analysiert.“ Wenn dann erhöhte Werte gemessen würden, habe man ein Argument dafür „genauer hinzusehen“. Je eine Messstation solle in Selmsdorf, Hof Selmsdorf und dem Oberdorf von Sülsdorf aufgestellt werden. Zu schließen sei der Messring im Süden auf dem Gebiet der Stadt Schönberg. Wie berichtet, begründete die SPD ihren Antrag auch damit, dass durch den kürzlich veröffentlichten „Schwesig-Bericht“ die Bevölkerung hochgradig verunsichert und sensibilisiert worden sei. Karl-Heinz Kniep (CDU) sagte am Donnerstag, der begrüße den Antrag der SPD und: „Seit 2000 sind wir von der CDU in der Sache in Gänge.“

Norbert Jacobsen, technischer Geschäftsführer der landeseigenen Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG), erläuterte in der Gemeindevertretersitzung, dass es neben der regelmäßigen Kontrolle des Grundwassers auch messtechnische Überwachungsprogramme für die Oberflächengewässer und die Luft im Bereich der Deponie gibt. Gutachten zu Staub- und Geruchsimmissionen hat die IAG ebenfalls erarbeiten lassen und auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Jacobsen und die kaufmännische Geschäftsführerin Beate Ibiß stellten sich in der Sitzung den Fragen von Gemeindevertretern und Bürgern. Jacobsen betonte: „Der Gesundheits- und Arbeitsschutz steht für uns im Vordergrund.“ Beate Ibiß sagte, kein System sei so, dass es nicht noch verbessert werden könne. Die Geschäftsführer versprachen, das Risikomanagement und das Dokumentationssystem würden optimiert.

Jürgen Lenz

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