Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Diamant-Wohnpark in Grevesmühlen wird bald eröffnet
Lokales Nordwestmecklenburg Diamant-Wohnpark in Grevesmühlen wird bald eröffnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 25.01.2019
Das Wohnprojekt "Diamantpark" in der Karl-Marx-Straße in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Das Projekt Diamant-Wohnpark geht in die Endphase. Wie Investor Reinhold Dierkes mitteilte, würden die ersten Bewohner ab dem 15. Februar ihre Wohnungen übernehmen. „Dann ist im Außenbereich noch nicht alles fertig, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Zu diesem Zeitpunkt sollen die insgesamt 48 Wohnungen in den vier Gebäuden im hinteren Bereich bezugsfertig sein. Um die 60 Quadratmeter groß sind die jeweiligen Zwei-Raum-Wohnungen, dazu gehört eine Tiefgarage, ein Keller samt Wasch- und Trockenraum plus Fahrradkeller. Die Notrufaufschaltung ist im Mietpreis von 11 Euro pro Quadratmeter inbegriffen. Der Kaufpreis liegt bei rund 3000 Euro pro Quadratmeter.

„22 Wohnungen sind bereits verkauft“, so Reinhold Dierkes. „Als wir vor einem Jahr mit dem Abverkauf begonnen haben, lief es noch etwas schleppend an. Aber mittlerweile wächst das Interesse.“ Vor allem aus Berlin und den südlichen Regionen Deutschlands kommen die Neu-Grevesmühlener. „Es ist erstaunlich, aber die Leute wollen in eine ruhige Gegend, die Nähe zur Ostsee und zu Lübeck spielt eine große Rolle. Und die Menschen kennen Grevesmühlen, auch wenn man das nicht vermuten würde.“

Das Wohnprojekt "Diamantpark" in der Karl-Marx-Straße in Grevesmühlen, Pflegedienstbetreiber Thomas Moll Quelle: Michael Prochnow

Während im hinteren Bereich normale Wohnungen angeboten werden, wird in den beiden Gebäuden direkt an der Straße Thomas Moll mit seinem Pflegedienst die Betreuung und Bewirtschaftung übernehmen. Knapp 40 Mitarbeiter sollen dann dort tätig sein, 57 Plätze gibt es in den Wohngruppen, dazu kommt eine komplette Etage mit 18 Plätzen für die Tagespflege. „In den Wohngruppen hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer mit Bad, dazu gibt es die großen Gemeinschaftsräume, eine Küche und vieles mehr“, erklärt Thomas Moll, der vor zwei Jahren mit Reinhold Dierkes in Kontakt trat. Denn ursprünglich sollten an dieser Stelle mehr als 80 reine Eigentumswohnungen entstehen. Doch dieses Projekt scheiterte. Dass die Initiatoren nun auf betreutes Wohnen und vor allem auf ältere Kundschaft setzen, hat laut Reinhold Dierkes einen einfachen Grund. „Die Nachfrage ist nicht nur da, sie wächst zusehends.“ Laut einer Studie sollen in Deutschland ab dem Jahr 2035 rund 24 Millionen Menschen leben, die älter als 65 Jahre sind. „Das bedeutet, dass wir in den nächsten zehn Jahren rund drei Millionen zusätzliche Wohnungen für dieses Klientel brauchen.“

Dass Dierkes mit dieser Ansicht nicht allein steht, zeigt auch die Tatsache, dass Grevesmühlens kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die Wobag, am Börzower Weg auf dem Areal des ehemaligen Heizwerkes ein ähnliches Projekt plant. Die ersten Planungen dazu wurden bereits im Bauausschuss angerissen.

Das Wohnprojekt "Diamantpark" in der Karl-Marx-Straße in Grevesmühlen, Investor Reinhold Dierkes Quelle: Michael Prochnow

Rund 13 Millionen Euro werden laut Dierkes in der Karl-Marx-Straße investiert. „Es gab ja schon mehrfach Gerüchte, dass wir pleite seien und das Projekt nicht fertig werden würde. Es ist wirklich erstaunlich, welche Geschichten sich so verbreiten. Ich kann dazu nur sagen, dass dieses Wohnprojekt ausfinanziert ist.“

Während die ersten Wohnungseigentümer in knapp drei Wochen die Schlüssel in Empfang nehmen, will Thomas Moll eines der beiden Konzepthäuser am 1. März in Betrieb nehmen. „Wir können nicht mit beiden Häusern gleichzeitig starten, das wäre logistisch einfach zu viel. Das wird einige Wochen später passieren.“ Der Unternehmer ist überzeugt davon, dass sein Konzept aufgehen werde. Das Leben in Wohngruppen ist für hiesige Senioren zwar völliges Neuland, „und genau deshalb ist es wichtig, dass wir den Leuten erklären, dass sie natürlich ihre Privatsphäre haben, aber jede Hilfe erhalten, die sie brauchen.“ Zudem hätten Angehörige so eine viel bessere Möglichkeit, sich um ihre Verwandten zu kümmern. „So viel Selbstständigkeit wie möglich, aber so viel Hilfe, wie nötig.“

Ein großer Vorteil des Diamant-Wohnparkes liege laut Reinhold Dierkes in der einmaligen Lage inmitten von Grevesmühlen direkt am Bürgerpark. Der Blick auf die Kirche, den Park oder die Gärten hinter der Bahnhofstraße seien allein schon wunderbar. „Die Bewohner sind trotz der Ruhe mitten in der Stadt, das Zentrum liegt nur ein paar Schritte entfernt.“ Insofern mache er sich keine Sorgen, auch die übrigen 26 Wohnungen an den Käufer zu bringen. „Wie gesagt, die Nachfrage ist vorhanden.“

Eine große Tiefgarage gehört zu dem Objekt, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für umweltfreundlichen Strom, die Stadtwerke versorgen die Anlage mit Fernwärme aus der Biogasanlage. Und die Idee, dass sich die Bewohner Elektroautos teilen, die ihre Energie vom Dach des Wohnparkes beziehen, ist immer noch aktuell.

Michael Prochnow

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sieben neue Windräder sollen bei Questin errichtet werden, zwei bei Santow. Die Stadt Grevesmühlen versucht, das zu verhindern. Die Chancen der Kommune allerdings stehen nicht gut.

25.01.2019

Das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow vergibt auch in diesem Jahr wieder Arbeits- und Reisestipendien. Die Bewerbungsfrist endet am 15. April. Ausschlaggebend ist der Poststempel.

24.01.2019

Die Stadt Dassow will mehr Bauland für Betriebe und Häuser. Die Nachfrage ist groß. Finanziell wird 2019 für Dassow ein schwieriges Jahr. Die Ursache: Die Gewerbesteuereinnahmen sind gesunken.

24.01.2019