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Nordwestmecklenburg Die Kräuterfee aus Börzow
Lokales Nordwestmecklenburg Die Kräuterfee aus Börzow
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09:44 13.07.2019
Kristin Brandt bei einer Führung im Küchengarten des Klützer Schlosses. Quelle: Michael Prochnow
Börzow

Ein wenig Überwindung kostet es schon, um sich die Brennnesselblüten in den Mund zu stecken, die Kristin Brandt gerade im verwilderten Küchengarten von Schloss Bothmer gepflückt hat. „Nur keine Sorge, das schmeckt, und gesund ist es auch noch“, sagt die Gartenbauingenieurin und Landschaftsplanerin, die in Börzow einen Kräutergarten mit Café betreibt und regelmäßig Führungen anbietet. Dass eine davon ausgerechnet im Klützer Küchengarten stattfindet, hat zwei Gründe. Zum einen wächst hier alles kunterbunt durcheinander, „zum anderen ist der Plan, diesen Garten wieder so als Küchengarten anzulegen, wie er einmal war.“ Doch noch fehlt das Geld, das Land als Eigentümer der barocken Schlossanlage saniert zwar das Gebäude. Doch für den Küchengarten warten die Verantwortlichen noch auf die nötigen finanziellen Mittel. Dann will Kristin Brandt die Fläche, die im Westen der Schlossanlage liegt, wieder in ihren ursprünglichen Zustand verwandeln. „Auch wenn das Jahre dauert.“

Brennnesseln gibt es quasi überall und kostenlos. Sie taugen als natürliches Pflanzenschutzmittel und Dünger im Garten. Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn

Doch erst einmal erklärt die Kräuterfee, wie gesund und lecker die grünen Sachen sein können, die hier wuchern. Die Blütenständer der Brennnessel sind erstaunlich würzig und offenbaren einen Geschmack, der neugierig macht und ein wenig an Spinat erinnert. „Wer Magnesiumtabletten nimmt, der sollte lieber Brennnessel essen“, erklärt Kristin Brandt. Davon enthalte die Planze reichlich, dazu kommen Kalzium und Silizium, Vitamin A und C. Spitzwegerich kommt als nächstes auf den Speiseplan. Ist vielleicht nicht so ganz jedermanns Geschmack, weil etwas bitter. „Aber daran gewöhnt man sich. Eigentlich kann man das ganze Jahr über von den Dingen leben, die der Wald hergibt, selbst im Januar und Februar gibt es immer noch essbare Pflanzen. Wenn auch nicht ganz so viele wie zu anderen Jahreszeiten.“

Viele Krankheiten könnte, so die Naturliebhaberin, auf einfach Art kuriert werden, sofern man rechtzeitig vorbeugen würde. „Wenn die Leute das Wort Heilpflanzen hören, dann denken sie meist an exotische Pflanzen, die man aufwändig suchen muss. Aber die meisten Pflanzen und Kräuter, die gut für die Gesundheit sind, die wachsen direkt bei uns.“ Spitzwegerich zum Beispiel wächst überall und hilft vor allem bei Husten, er wirkt schleimlösend und wird auch in vielen Arzneien verwendet.

Die Angebote von Kristin Brandt

Die Termine: Am 21. Juli und 11. August gibt es eine Kräuterwanderung von 10 bis 13 Uhr. Am 5. August von 18 bis 20.30 Uhr und am 18. August von 10.30 bis 12.30 Uhr. Die unterschiedlichen Zeiten ergeben sich aus den abgestimmten Zeiten von Gruppen, die hier angemeldet sind. Weitere Teilnehmer sind aber möglich.

Am 23. August um 18. Uhr gibt es einen Vortrag im Grünen Salon in Börzow zum biologischen Pflanzenschutz im Garten.

Außerdem bietet Kristin Brandt folgende Kurse an: Grafisches Gestalten und Sehen in der Landschaft. Perspektive in der Landschaft/ Zeichnen mit Grafitstiften/Pinsel und Tusche. Angedacht ist ein regelmäßiges Treffen, um Kenntnisse und Fähigkeiten zu erlernen und zu vertiefen. Dafür steht ein Fachmann zur Seite.

Für alle Veranstaltungen können sich Interessierte per Telefon 03881/715730 oder per Mail (www.brandtgruen.de) anmelden. Anmeldungen sind erforderlich. Parken auf dem neu eingerichteten Parkplatz. Zugang über den Questiner Weg. Adresse: An der Kirche 6, 23936 Börzow

Gartencafé, Schaugarten und Bio-Gärtnerei sind immer sonnabends und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten nach Absprache.

Michael Prochnow

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