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Nordwestmecklenburg Drei Bewerber fürs höchste politische Ehrenamt
Lokales Nordwestmecklenburg Drei Bewerber fürs höchste politische Ehrenamt
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13:03 22.05.2019
Herrnburg ist der größte Ortsteil in der Gemeinde Lüdersdorf, wo am Sonntag drei Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stehen. Quelle: Jürgen Lenz
Lüdersdorf

Lüdersdorf ist die einzige Kommune im Schönberger Land, in dem die Einwohner am 26. Mai die Wahl zwischen drei Bürgermeisterkandidaten haben: Neben Amtsinhaber Erhard Huzel (CDU) bewerben sich auch Frank Rathke (SPD) und Petra Zacharias (Die Initiative). Die OZ befragt sie nach ihren persönlichen Qualifikationen und politischen Positionen.

Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) tritt wieder an. Quelle: Jürgen Lenz

Erhard Huzel

Was qualifiziert Sie für das Amt des Bürgermeisters?

Die Belange der Gemeinde, in der ich mit meiner Familie seit über 20 Jahren lebe, liegen mir sehr am Herzen. Auch nach den bisherigen Jahren meiner Bürgermeistertätigkeit bin ich wie am Anfang motiviert, mich für die Menschen vor Ort einzusetzen und das positive Echo, das mir in meinen Gesprächen mit Bürgern überwiegend entgegen kommt, scheint mich darin ja zu bestätigen.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Gemeinde in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Vordringlich ist nach wie vor die Kinder- und Jugendarbeit ein Anliegen von vielen Bürgern, einschließlich der Sicherung einer guten Versorgung in den Bereichen Kitas, Schule und Hort. Außerdem: ein sorgsamer Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen bei allen gemeindlichen Planungen. Dazu gehört für mich etwa auch Klimaschutz auf kommunaler Ebene – und Förderung des sozialen Zusammenhalts aller Bevölkerungsteile.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Gemeinde vergrößern?

Derzeitig befindet sich die Gemeinde immer noch im Haushaltssicherungskonzept. Zudem müssen wir nun die Auswirkungen der Änderungen im Finanzausgleichsgesetz in die Finanzplanung aufnehmen. Einnahmeverbesserungen können einerseits durch Zuzug erfolgen (Einkommensteueranteile für die Gemeinde), zudem durch einen attraktiven Gewerbestandort und dadurch mittel- und langfristig höhere Gewerbesteuereinnahmen. Des Weiteren ist die Gemeinde als Naherholungsgebiet- und Tourismusstandort zu stärken, wie unter anderem durch Ansiedlung von Gastronomie und Unterstützung der Anbieter von Ferienwohnungen.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Gemeinde zu fördern?

Unterstützung von Vereinsaktivitäten (wie Laternen- und Martinszüge), Straßenfeste (etwa das Oktoberfest am Mietenplatz in Wahrsow), Kunstfest in Schattin, Sommerfeste der Feuerwehren, Gedenk- und Jubiläumsveranstaltungen (Jahrestage der Grenzöffnung und anderes), Schulfeste, Schaffung eines ‚runden Tischs‘ zur Vernetzung der Vereine. Als Vision schwebt mir ein zentrales Gemeindefest vor, in das sich alle Gemeindeteile einbringen und wiederfinden.

Frank Rathke

Was qualifiziert Sie für das Amt des Bürgermeisters?

Ich persönlich habe mich für die Kandidatur aus verschiedensten Gründen entschieden: Ich möchte Demokratie – der Bürger soll eine Wahl haben! – , mehr Bürgerbeteiligung, Beteiligung aller Generationen, ein Bürgerhaus für mehr Kommunikation und Gemeinschaft! Bei der Frage nach meiner Motivation fällt mir die Antwort sehr leicht. Als gebürtiger Lübecker ist Lüdersdorf seit 20 Jahren meine Wahlheimat. Unsere Gemeinde liegt mir am Herzen. Ich will mich mit ganzer Kraft dieser Herausforderung stellen. Ich habe eine handwerkliche Ausbildung, eine vierjährige Bundeswehrzeit als Sanitätsunteroffizier sowie eine Ausbildung zum Handwerksmeister absolviert. Nun bin ich in einem renommierten Weltkonzern als Security-Manager sowie im Qualitäts- und im Projektmanagement tätig. Ich trage eine hohe Verantwortung für unsere Mitarbeiter und Kunden im Thema der Computersicherheit. Die Gemeinde erfolgreich zu führen, ist auch eine Managementaufgabe. Mir fällt es leicht, im Team zu arbeiten. Denn ohne ein mitwirkendes Team kann diese Aufgabe nicht bewältigt werden.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Gemeinde in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Wir sollten uns um die Entwicklung der einzelnen Ortsteile kümmern. Jeder Ort mit seiner strukturellen Gegebenheit und den Möglichkeiten seiner individuellen Entwicklung, zum Beispiel Gewerbe, Tourismus, Reiterparadies, Landwirtschaft. Ein weiteres Beispiel ist das Thema Elektromobilität: Wollen wir eine Infrastruktur dafür schaffen? Und wenn ja, wann und wie? Wir verfügen über ein hohes Potenzial, wir sollten es neu bewerten, die politischen Diskussionen wagen und entsprechend handeln. Außerdem: eine verträgliche Entwicklung der Gemeinde. Wie viel weitere neue Wohnbebauung können wir noch verkraften, um nicht gänzlich das natürliche, dörfliche Gemeindebild zu verlieren. Und die Ansiedlung von umweltverträglichem Gewerbe, gerne Handwerksbetriebe, um auch Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Nähe zu schaffen. Das wird unter anderem in der Zukunft auch dazu führen, dass die Tagesdienste unseren Kameradinnen und Kameraden bei der freiwilligen Feuerwehr wieder besser besetzt werden können.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Gemeinde vergrößern?

Ich halte es für falsch, als erste Option die Erhöhung von Steuern in Betracht zu ziehen. Ich werde gemeinsam mit der gewählten Gemeindevertretung alternative Möglichkeiten prüfen und die notwendigen Schritte einleiten. Insbesondere fallen mir hierzu die Umlagen ein, die wir vom Land und vom Kreis erhalten, die aber für den Ausbau der Infrastruktur für unsere junge und große Gemeinde nicht ausreichen. Hier werde ich im Land und im Kreis mehr fordern, damit wir unsere eigenen Projekte umsetzen und finanzieren können. Fördertöpfe, die uns die EU, der Bund und das Land bieten, sollten besser geprüft und genutzt werden. Die vom Bund bereitgestellten Infrastrukturmittel sollten ungekürzt den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Finanzquelle sehe ich in dem Thema „Öko-Punkte und Öko-Konto“. Natur wird aufgewertet und dafür gibt es auch noch Geld.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Gemeinde zu fördern?

Ganz klar: Ein „Bürgerhaus“! Die Gemeinde muss wieder mehr zusammenwachsen. Ich will unbedingt einen Ort schaffen, an dem wir alle gemeinsam, auch mit unterschiedlichsten Interessen, zusammenkommen können und an dem wir alle, ich betone alle, endlich die Möglichkeit haben, gemeinsame Veranstaltungen durchführen zu können, und Bürgern die Möglichkeit geben können, zusätzliche Freizeitaktivitäten anzubieten. Neben dem „Bürgerhaus“ soll hier auch ein Bürgermeisterbüro, zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger, eine Anlaufstelle auch für unsere jungen und den älteren Mitbürgern sowie auch eine sogenannte Notfallunterkunft für in Not geratene Familien, zum Beispiel nach einem Hausbrand, entstehen. Ich will eine Plattform schaffen, in der es möglich ist, dass alle Stimmen gehört werden.

Stichwahl möglich

Mindestens 50 Prozent der gültigen Stimmen muss ein Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Lüdersdorf bekommen, um am 26. Mai gewählt zu sein. Erreicht niemand diesen Anteil, treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen zu einer Stichwahl an. Als Termin hat die Gemeindevertretung den 16. Juni festgelegt.

Petra Zacharias

Was qualifiziert Sie für das Amt der Bürgermeisterin?

Als ich vor einigen Jahren in den Norden zog, war ich zuvor viele Jahre mit der Leitung und der Geschäftsführung eines Handwerksbetriebes mit 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betraut. Als Geschäftsführerin muss man den Überblick über alle Bereiche des Betriebes haben. Ob es um die Anliegen der Mitarbeiter, den Wareneinkauf oder die Lieferkette geht. Bei allem muss am Ende natürlich die Bilanz stimmen, damit die Löhne gezahlt werden können und die Arbeitsplätze sicher sind. Kaufmännisches Geschick und Kommunikationsstärke sowie Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungskraft gehören dabei zu den notwendigen Eigenschaften. Als Bürgermeister/Bürgermeisterin sind diese Anforderungen ganz ähnlich. Es geht darum, neben den Verwaltungsaufgaben das große Ganze im Auge zu haben und dafür die fachliche Kompetenz und Unterstützung des Amtes optimal zu nutzen.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Gemeinde in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Die größte Herausforderung ist es, den Anschluss an die Zukunftsthemen nicht zu verpassen. Dazu gehören Klimaschutz und die Umsetzung der SDGs, also der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Es gibt Studien und Leitfäden, wie man diese Strategien auf kommunaler Ebene umsetzen kann. Dafür müssen Bürger, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenwirken, um unsere Zukunft vor Ort zu gestalten. Ein Beispiel: Der Schutz unserer Wälder durch Umsetzung nachhaltiger Waldwirtschaft, dadurch eine bessere CO2-Bilanz, geringere Waldbrandgefahr und nebenbei auch noch höhere Erträge.

Welche drei Themen sind Ihnen außerdem besonders wichtig?

Ein intelligentes Verkehrswegenetz, welches vor allem Radfahrer/Radfahrerinnen, aber auch Reiter/Reiterinnen und Wanderer berücksichtigt. Bürgerbeteiligung schon in der Planung der Projekte. Gemeinsam Strategien entwickeln, gemeinsam lernen und Lösungen finden. Ein Gastschulabkommen zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Gemeinde vergrößern?

Für intelligente Konzepte, die die Nachhaltigkeitsstrategien umsetzen, gibt es Fördergelder auf europäischer, Bundes- und Landesebene. Derzeit wird nur ein Bruchteil der Fördermöglichkeiten abgerufen. Hier können wir Vorreiter auf kommunaler Ebene werden und neben dem direkten Nutzen uns als Gemeinde auch auf gesunde finanzielle Füße stellen. Wachstum mit Augenmaß betreiben, damit die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen wie Krippe, Kita, Hort etc. entsprechend mitwachsen, ohne den Haushalt extrem zu belasten.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Gemeinde zu fördern?

„Die Initiative“ hat seit Anfang Mai ein breites Programm im „ Alten Zollhaus“ in Herrnburg aufgestellt. Neben Vorträgen gab und gibt es Konzerte, Filmvorführungen, Diskussionen und „Klönschnacks“. Alle Veranstaltungen waren bisher gut besucht und einhellige Meinung war: „Wir brauchen etwas wie ein Bürgerhaus, einen Treffpunkt mit spannenden Angeboten.“ Diesen Wunsch umzusetzen und zu realisieren, ist eines der konkreten Ziele, welches sich „Die Initiative“ gesetzt hat. Wir loten bereits verschiedene Fördermöglichkeiten aus und sind dabei, ein tragfähiges Konzept zu entwerfen.

Jürgen Lenz

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