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14:29 25.06.2019
Martha Genzer (links), Birte Redersborg und Marica Komarow vom Tannenberg-Gymnasium in Grevesmühlen. Quelle: Marica Komarow
Grevesmühlen

Diskutieren um und mit den besten Argumenten, darum geht es bei „Jugend debattiert“. 64 Landessieger reisten vor wenigen Tagen in Berlin zum Bundesfinale an. Aus jedem Bundesland traten vier Teilnehmer an. Drei der vier Gewinner vom Landesfinale Mecklenburg-Vorpommern besuchen das Gymnasium am Tannenberg in Grevesmühlen: Martha Genzer aus der 9. Klasse, Birte Redersborg und Marica Komarow aus der 11. Klasse. Zusammen mit Moritz Junge aus Rostock vertraten sie MV in Berlin.

Und so funktioniert es: Eine Debatte besteht aus vier Teilnehmern, zwei sprechen sich auf der Pro-Seite für eine Fragestellung aus, zwei auf der Gegenseite beziehen die Kontraposition. Obwohl die Streitfragen schon zehn Tage vorher bekannt sind, erfahren die Schüler erst am Vorabend der Debatten, auf welcher Position sie antreten. Dann beginnen letzte Absprachen mit den Mitdebattanten, Argumente werden aufgebaut und schon in der Vorbereitungszeit wird hitzig diskutiert.

Roboter in der Pflege als Diskussionsthema

Den Anfang machte die Altersklasse 1 (Klasse 8-10) mit der Frage „Sollen die Anwendungsgebiete und der Einsatz von Robotern in der Pflege erweitert werden?“. Mit diesem Vorschlag könne man den Pflegenotstand lösen und die Pfleger entlasten, argumentiert die Proseite. Den fehlenden menschlichen Kontakt, der entsteht, wenn man Pfleger durch Roboter ersetzt und die unausgereifte Technik beklagt die Kontraseite.

Für die Klassen 10 bis 13 lautete die Frage in der Hinrunde: „Soll eine C02-Steuer eingeführt werden?“. Die Besteuerung von Kohlenstoffdioxid sei eine Maßnahme, ohne die man die verbindlichen EU-Klimaziele nicht einhalten könne. Die Menschen seien sich nicht bewusst, welche Folgen ihr Kaufverhalten hat. CO2 benötige einen Preis, der eine Knappheit signalisiert. Auf der anderen Seite wird kritisiert, die CO2-Steuer sei nicht sozial gerecht: Besonders ärmere Menschen und die Landbevölkerung werden übermäßig belastet. Für die Teilnehmer auf den ersten 6 Plätze begann nach der Siegerehrung das Briefing der Bundesfinalisten. Alle anderen ließen den Tag mit einem gemeinsamen Grillabend ausklingen.

Rostocker Gymnasiast auf Platz 4 im Bundesfinale

Zum großen Bundesfinale fanden sich alle Teilnehmer und ihre Fanclubs in der gemeinnützigen Bildungseinrichtung Urania ein. Auch hier startete die Altersklasse 1 mit der Frage „Sollen Medien mit hoher Reichweite kurz vor Wahlen auf Wahlempfehlungen verzichten?“. Pro1-Redner Moritz Junge vom Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ in Rostock eröffnete die Debatte. Mit dem aktuellen Bezug auf das Video des YouTubers Rezo sichert der 15-jährige sich die Aufmerksamkeit des Saales. Er fürchtete die Beeinflussung junger oder unentschlossener Wähler durch Meinungsmache kurz vor Wahlen. Die Kontraseite hält dagegen und erklärt, dass gerade klare Statements zur politischen Auseinandersetzung beitragen. Am Ende belegte Moritz Junge den 4. Platz hinter der Gewinnerin Emma de Bourdeille aus Berlin, dem zweitplatzierten Clemente Vargas aus Baden-Württemberg und der drittplatzierten Anabel Wächter aus Bayern. In der Altersklasse 2 lautete das Finalthema „Sollen unsere Museen Kulturgüter aus der Kolonialzeit an die Ursprungsländer zurückgeben?“. Die gestohlenen Werke zurückzugeben sei unsere moralische Pflicht, heißt es von den Befürwortern. Außerdem müsse die Aufarbeitung der Kolonialzeit beginnen. Aber Transport und Erhalt der Werke seien ein finanzieller Aufwand, der in vielen afrikanischen Ländern nicht geleistet werde, kontert die Gegenseite. Den ersten Platz belegte die Kölnerin Lia Schöneweiß, es folgten Luna Mono aus Rheinland-Pfalz und Miriam Witt und Joshua Steib aus Bayern.

Marica Komarow

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