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Nordwestmecklenburg Ebola-Angst: Wie reagiert der Nordwestkreis?
Lokales Nordwestmecklenburg Ebola-Angst: Wie reagiert der Nordwestkreis?
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20:10 30.10.2014
Grevesmühlen

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hält die Welt in Atem. Mittlerweile sind auch Länder auf anderen Kontinenten nicht mehr vor dem Virus gefeit. „Die Situation weltweit ist besorgniserregend“, sagt Jörg Allrich, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Westmecklenburg. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in Deutschland beziehungsweise in der Region Westmecklenburg zu Infizierungen kommt, sei jedoch noch sehr gering. „Aber es kann sehr schnell gehen, wie wir in New York gesehen haben“, sagt Jörg Allrich. In der US-Metropole hatte ein infizierter Arzt, der aus Guinea in die USA zurückgekehrt war, für Schlagzeilen gesorgt.

Grund genug, dass sich auch die Behörden hier auf den Ernstfall vorbereiten. Wie Petra Rappen, Sprecherin der Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg, mitteilt, hat der Landkreis diverse Schutzanzüge für die Rettungskräfte bestellt. „Für die Besatzungen der Rettungswagen ebenso wie für die beiden Dekontaminierungszüge der Feuerwehren in Neuburg und Rehna“, so Rappen. Denn die müssen im Ernstfall die Retter von den gefährlichen Keimen befreien. Zwar verfügen die beiden Einsatzzüge über sichere Anzüge, aber für den Ebola-Fall wurden Extra-Schutzanzüge geordert. Noch allerdings sind die nicht eingetroffen. „Wir können im Moment nur warten“, sagt Petra Rappen. „Bestellt ist alles.“

Dennoch: „Wir sind in den vergangenen Wochen ein gutes Stück vorangekommen“, sagt Jörg Allrich. Ablaufpläne für die Einsätze wurden erstellt, Ausrüstung wurde angeschafft. „Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich seit einer Woche nur mit diesem Thema beschäftigt.“

Laut Allrich müsse zwischen zwei Fällen unterschieden werden. Im Falle eines begründeten Verdachts, also wenn klar ist, dass der Betroffene mit dem Ebolavirus infiziert ist, übernimmt zwar das hiesige Gesundheitsamt die Einsatzleitung. Ein Staatsvertrag regelt jedoch, dass ein Spezialtransport aus Hamburg anrückt, der den Patienten sofort auf die Isolierstation des Bernhard-Nocht-Instituts bringt.

In Fällen, in denen eine Infektion eher unwahrscheinlich ist, aber dennoch geprüft werden muss, rückt die Feuerwehr aus Schwerin an. Der Patient wird dann laut Jörg Allrich ins Tropeninstitut nach Rostock oder Greifswald gebracht. Doch auch für diesen Rettungsdienst fehle noch die entsprechende Extra-Schutzausrüstung. „Ich gehe davon aus, dass die Finanzierung schnell geregelt wird“, sagt Jörg Allrich. Die Stadt Schwerin ist für die Anschaffung der Schutzanzüge, die pro Stück zwischen 3000 und 5000 Euro kosten, zuständig.

Einsatzkräfte aus der Umgebung sollen im Verdachtsfall „nur prüfen und isolieren“, so Jörg Allrich. Deren Schutzausrüstung sei nicht so gut wie die der Schweriner Einsatzkräfte. „Man kann von einem ehrenamtlichen Helfer nicht erwarten, dass er sich in Lebensgefahr begibt.“

Grundsätzlich rät Allrich potenziell Betroffenen, sich beim Gesundheitsamt zu melden. „Man soll nicht einfach blind loslaufen. Damit werden andere Menschen gefährdet.“ Sinnvoll sei außerdem, potenziell Infizierte 21 Tage lang — die maximale Inkubationszeit von Ebola — zu isolieren. Allrich: „Dadurch erreichen wir maximalen Schutz.“

Betroffene könnten beispielsweise Helfer sein, die aus dem Krisengebiet zurückkehren. Ob und wie viele Freiwillige aus Mecklenburg-Vorpommern derzeit in Afrika sind, darüber gibt es im Sozialministerium jedoch keine Erkenntnisse. Diese Statistiken werden laut Sprecher Christian Moeller nicht erhoben.

Ebolavirus — Ebolafieber
Ebolafieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus hervorgerufen wird. Die Bezeichnung geht auf den Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zurück, in dessen Nähe diese Viren 1976 den ersten allgemein bekannten großen Ausbruch verursacht hatten. Das Ebolafieber verläuft je nach Virusart in etwa 25 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich.

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