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Nordwestmecklenburg Schloss Bothmers Allee wird beschnitten
Lokales Nordwestmecklenburg Schloss Bothmers Allee wird beschnitten
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17:42 11.03.2019
Die Festonallee bei Schloss Bothmer in Klütz wird beschnitten. Jo Schorch von der Firma Baumpflege Sievers aus Schaddingsdorf stutzt die Triebe der 66 speziellen Linden. Quelle: MALTE BEHNK
Klütz

Das Bild der historischen Festonallee zwischen Schloss Bothmer und Hofzumfelde verändert sich in diesen Tagen deutlich. Die Triebe, die in den vergangenen drei Jahren gewachsen sind, werden abgeschnitten. Das gehört zur Pflege der besonderen Linden, die vermutlich schon während des Schlossbaus auf der Hauptzufahrtsstraße angepflanzt wurden.

Die Festonalle bei Schloss Bothmer in Klütz wird beschnitten. Der rote Schimmer wird in diesem Jahr fehlen. Quelle: MALTE BEHNK

Jo Schorch von der Firma Baumpflege Sievers aus Schaddingsdorf knipst mit einer pneumatischen Schere die Triebe ab, die in den vergangen drei Jahren gewachsen und bis zu daumendick sind. Mit der Schere gelingen saubere Schnitte, sodass der Baum die Wunden schnell wieder verschließen kann. Mit den dünnen Zweigen verschwindet jetzt nach und nach das rötliche Schimmern der dünnen Zweige, das momentan das Bild der Allee prägt. Zurück bleiben die knorrig aussehenden Stämme, die sich wie Arme nach links und rechts strecken.

„Die Bäume werden bald wieder Laub austreiben“, versichert Dietmar Braune, der als Dezernatsleiter für Gärten bei den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen M-V auch für die Festonallee in Klütz zuständig ist. „Es wird etwa bis April oder Mai dauern, dann kommen grüne Spitzen aus den sogenannten Schlafenden Augen. Im Juni wird ein grüner Flaum die Bäume bedecken“, kündigt Braune an, dass sich das Bild der Festonallee in diesem Jahr mehrfach wandeln wird.

Jo Schorch von der Firma Baumpflege Sievers aus Schaddingsdorf stutzt mit einer pneumatischen Schere die Triebe. Quelle: MALTE BEHNK

Dietmar Braune erklärt außerdem, dass die girlandenartige Form der Allee ursprünglich so nicht geplant war. „Es war eher eine Hochhecke aus Linden, deren Pflege aber vernachlässigt wurde, was dann zu dieser heutigen Form geführt hat“, sagt er. So sei die Hochhecke bis 1943 noch gepflegt worden. „Es gibt Aufzeichnungen, dass sie zuletzt von französischen Kriegsgefangenen geschnitten wurde. Danach ist aber 30 Jahre nichts gemacht worden“, schildert Braune. In den drei Jahrzehnten hätten sich Triebe zu armdicken Ästen ausgebildet, die dann bei Sturm oder durch Schneelast gebrochen sind. „Mit der Zeit hat sich eine platte Struktur ausgebildet. Die Bäume wurden dann erst wieder ab den 1970er Jahren durch Wolfgang Kaletta gepflegt und damit gerettet“, sagt Braune über die 270 Meter lange Allee.

Da sie praktisch durch unterlassene Pflege entstanden ist, ist die Festonallee in ihrer Form zumindest in Norddeutschland einzigartig, wie Dietmar Braune bestätigt. „Es gibt mal kurze Stücke von einzelnen Bäumen, die ähnlich gewachsen sind, aber in dieser Ausprägung gibt es Ähnliches nur in Frankreich oder den Niederlanden. Im Barock war das eine beliebte Form.“

Über die Festonallee zum Schloss

Die Festonallee, die vermutlich mit dem Bau von Schloss Bothmer im 18. Jahrhundert angepflanzt wurde, war die Hauptzufahrt zum Schloss. Die 270 Meter lange Allee ist neun Meter breit, alle anderen Alleen am Schloss sind lediglich sieben Meter breit.

Noch 66 der ursprünglichen Linden der Sorte Konings sind bis heute vorhanden. 2014 war bei einem Sturm eine der Linden umgestürzt. Seitdem hat es aber keine großen Schäden gegeben.

Alle drei Jahren werden die Linden der Festonallee mit einem Beschnitt gepflegt, um ihren Zustand zu erhalten.

Bislang stehen noch 66 der ursprünglichen Bäume der Festonallee. „2014 hatten wir den ersten Baumverlust nach zehn Jahren“, sagt Dietmar Braune. „Das zeigt, dass wir mit der Pflege ganz gut dabei sind“, sagt er. Allerdings gibt es die Überlegung, die Bäume eventuell auch alle zwei Jahre zu beschneiden. Da es wahrscheinlich ist, dass immer wieder mal eine der alten Linden umstürzt, werden nach und nach junge Linden nachgepflanzt. „Ob es uns gelingt, dass diese jungen Bäume auch untereinander verwachsen, muss sich zeigen. Die Bäume der Festonallee waren ursprünglich miteinander verbunden“, so Braune.

Für die Ersatzpflanzungen in der Allee werden bislang dem Original ähnliche Linden gepflanzt. Die eigentliche Lindensorte Konings gibt es eigentlich nicht mehr. Für die Festonallee wurden aber im Reagenzglasverfahren Kopien der alten Bäume gezüchtet, die nun in Rostock wachsen, um sie später in Klütz nachpflanzen zu können.

Einige dieser Konings-Linden wurden bereits bei Festen in Schloss Bothmer angeboten und einzelne Exemplare können noch im Schlossladen erworben werden.

Malte Behnk

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